Historiker Mark Roseman erhält Geschwister-Scholl-Preis

- München - Der englische Historiker Prof. Mark Roseman erhält den mit 10 000 Euro dotierten Geschwister-Scholl-Preis 2003. Die Auszeichnung wird am 24. November in München verliehen, teilte die Stadt mit. Roseman, Professor für Neuere Geschichte in Southampton (Großbritannien), wird für die Biografie über das Schicksal einer deutschen Jüdin ausgezeichnet.

<P>Das Buch hat den Titel "In einem unbewachten Augenblick - Eine Frau überlebt im Untergrund"; es ist im Berliner Aufbau Verlag erschienen. Zu den Werken des Historikers gehört auch das Buch "Die Wannsee-Konferenz - Wie die NS-Bürokratie den Holocaust organisierte".</P><P>Roseman habe in der Biografie in exemplarischer Weise deutlich gemacht, dass es auch im nationalsozialistischen Terrorsystem möglich gewesen sei, großen persönlichen Mut zu beweisen, urteilte die Jury. Damit erinnere er an das Vermächtnis der Geschwister Scholl - in Erinnerung an sie wird der Preis verliehen.</P><P>Das Buch erzählt nach Verlagsangaben die Geschichte der 1923 geborenen deutschen Jüdin Marianne Strauß aus Essen, die im August 1943 unmittelbar vor der Deportation ihrer Eltern und ihres Bruders durch die Gestapo untertauchte. Die Familie von Marianne Strauß, ihr Verlobter und dessen Familie wurden ermordet, ihre Hoffnungen auf einen Neubeginn in Deutschland wurden enttäuscht. Marianne Strauß ging 1946 nach Großbritannien, heiratete einen britischen Offizier und führte den Angaben zufolge ein unauffälliges Leben als Ehefrau und Mutter.</P><P>Mit dem vom Verband Bayerischer Verlage und Buchhandlungen und der Stadt München gestifteten Preis sollen Werke ausgezeichnet werden, die von geistiger Unabhängigkeit zeugen und geeignet sind, dem Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Christa Wolf, Reiner Kunze, Rolf Hochhuth und im vergangenen Jahr der Nestor der Holocaust-Forschung, der US-amerikanische Politikwissenschaftler Raul Hilberg.</P>

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