US-Schauspielerin Natalie Portman als Ballerina im Film „Black Swan“.
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US-Schauspielerin Natalie Portman als Ballerina im Film „Black Swan“.

Foto-Story: Mut zu Extra-Pfunden und Hässlichkeit

Hollywood-Extreme: So krass verwandeln sich die Stars für ihre Filmrollen

  • vonCornelia Schramm
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Nicht alle Rollen sind Schauspielern auf den Leib geschneidert, einige erfordern eine radikale Typ-Veränderung. Die Stars wissen: Hollywood ist hart umkämpft - und Opfer erhöhen die Oscar-Chancen.

Außergewöhnliche Rollen erfordern oftmals außergewöhnliche Typ-Veränderungen: Für ihre Traumrolle gehen viele Stars an die Grenze ihrer Belastbarkeit - bis sogar ihre Gesundheit auf dem Spiel steht. Radikale Diäten, ekelerregende Mast-Kuren oder Kahlschlag auf dem Kopf; im Kampf um die großen Preise dieser Welt ist den Hollywood-Schauspielern kein Opfer zur groß. Auf der Leinwand sind Schönheiten plötzlich nicht mehr wieder zu erkennen oder gestandene Muskelpakete werden zu Klappergestellen.

Cate Blanchett

So kennt man sie: Die US-amerikanisch-australische Schauspielerin Cate Blanchett liebt den großen Auftritt auf den roten Teppichen dieser Welt - glamouröse Wallemähne und opulente Abendrobe inklusive. Doch Blanchett gilt auch als eine der führenden Charakterdarstellerinnen Hollywoods.

Cate Blanchett in „Elizabeth - Das Goldene Königreich“ (2007)

Bereits 1998 schlüpfte Cate Blanchett im gleichnamigen Film in die Rolle von Queen Elizabeth I.. Ihrer schauspielerischen Leistung im opulenten Historiendrama verdankt Blanchett einen Oscar und ihre internationale Berühmtheit. Fast zehn Jahre später ließ die Schauspielerin wieder Stunden in der Maske und tonnenschwere Kleider über sich ergehen, um erneut in Elizabeth - Das Goldene Königreich als Königin von England über die Kinoleinwand zu flimmern.

Cate Blanchett in „I‘m not there“ (2007)

Cate Blanchett liebt es einfach, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen. Dass sie nicht nur als Königin von England schauspielerisch brilliert, zeigte sie noch im selben Jahr im Film I‘m not there. Im Bio-Pic von Todd Haynes spielt sie Musik-Legende Bob Dylan. Mit wuscheligem dunklen Haar, bleichem Gesicht und Sonnenbrille imitiert sie nicht nur täuschend echt die Eigenarten von Dylans Sprechweise, sondern bringt seinen rätselhaften Charakter regelrecht zum Strahlen.

Rooney Mara

Rooney Mara gilt als eine der vielversprechendsten Nachwuchsschauspielerinnen Hollywoods. Die Rolle der Lisbeth Salander im US-amerikanischen Remake des Films Verblendung nach dem gleichnamigen Roman von Stieg Larsson verhalf ihr 2011 zum internationalen Durchbruch. Ihre schauspielerische Darbietung unter Regisseur David Fincher brachte ihr eine Golden Globe und Oscar Nominierung ein - und das nicht zu unrecht.

Rooney Mara in „Verblendung“ (2011)

Rooney Mara durchlebte für den Film Verblendung eine extreme Verwandlung. Von der Hollywood-Schönheit war nicht mehr viel übrig geblieben, nachdem sie ein Stylisten-Team einen ganzen Tag lang bearbeitet hatte. Mara wurden die Haare geschnitten, der Kopf rasiert und gefärbt, die Augenbrauen gebleicht und Piercings gestochen. „Vor allem wegen der Augenbrauen bin ich etwas durchgedreht, denn dadurch veränderte sich mein Aussehen total. Nach fünf Minuten habe ich mich dann aber wieder gesammelt und damit abgefunden“, erzählte Mara später in einem Interview.

Ralph Fiennes

Selbst mit Zauberstab sieht der britische Schauspieler Ralph Fiennes nicht unbedingt furchteinflössend aus. Doch bekanntermaßen spielt er gerne den Bösewicht auf der Kinoleinwand. Die Darstellung des SS-Manns Amon Göth in Steven Spielbergs Schindlers Liste zählt zu seinen herausragendsten schauspielerischen Leistungen. Als „der, dessen Name nicht genannt werden darf“ schlüpfte Fiennes von 2005 bis 2011 in der Harry Potter-Reihe wieder in die Rolle eines Mega-Bösewichts.

Ralph Fiennes in „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ (2011)

Als Tom Riddle alias Lord Voldemort verkörperte Ralph Fiennes vor allem in den beiden letzten Teilen der Saga - in „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ - das ultimative Böse. Nicht nur durch die CGI-Künste der Filmemacher, die ihm quasi die Nase entfernten, sondern auch alleine schon durch die Maskenbildner wirkt Fiennes auf der Kinoleinwand besonders furchteinflössend. Auf Instagram zeigt sich der Schauspieler noch immer fasziniert über das „Design“ Voldemorts.

Tilda Swinton

Tilda Swinton ist alles andere als „mainstream“ und wirkte in zahlreichen experimentellen Filmen mit, nachdem sie Kritikern kurz nach dem Schauspielstudium auf britischen Theaterbühnen aufgefallen war. Swinton ist über 1,80 Meter groß und spielte deshalb am Theater oftmals männliche Hauptrollen. Wie wandelbar man als Schauspieler sein muss, weiß sie also ganz genau.

Tilda Swinton in „Grand Budapest Hotel“ (2014)

Die „Arthouse“-Schauspielerin wagte 2007 einen Ausflug in Richtung Hollywood-Kino. Mit Erfolg, erhielt sie für ihre Rolle an der Seite von George Clooney im Film Michael Clayton doch einen Oscar als beste Nebendarstellerin. 2014 spielte sie in Wes Andersons Grand Hotel Budapest die verschrobene Madame D. Wie immer bei Swintons Rollen, musste man als Zuschauer gleich zweimal hinsehen, um die Schottin zu erkennen.

Tilda Swinton in „Suspiria“ (2018)

Dass die schottische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin eine echte Meisterin der Verwandlung ist, stellte sie 2015 im Film Trainwreck erneut unter Beweis. Ganz eindringlich ist auch der von Swinton verkörperte Charakter der Madame Blanc in Suspiria - abgemagert, fahl und mit langen glatten Haaren ist sie auch hier kaum auf den ersten Blick zu erkennen.

Matthew McConaughey in „Dallas Buyers Club“ (2013)

Matthew McConaughey schaffte es lange Zeit nicht, als ernsthafter Schauspieler wahrgenommen zu werden. Für viele Jahre blieb er fest auf den Charakter des aalglatten Schönlings festgelegt. Um diesem Typcasting zu entgehen, lehnte er zahlreiche Rollen in romantischen Komödien ab und pausierte 2009 sogar für zwei Jahre mit der Schauspielerei. Mit dem Drama Dallas Buyers Club und der Rolle eines an AIDS erkrankten Cowboys gelang ihm endlich der langersehnte Image-Wechsel.

Matthew McConaughey

Der ehemals als Sunnyboy bekannte McConaughey nahm für den Film Dallas Buyers Club in nur vier Monaten unglaubliche 21 Kilogramm ab und erhielt 2014 für seine Darbietung des Elektrikers Ron Woodroof einen Golden Globe und einen Oscar in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“. Seine radikale körperliche Verwandlung leitete für McConaughey einen ebenso radikalen Image-Wechsel - vom Surferboy zum Charakterschauspieler - ein.

Jared Leto

Und wer ist im Drama Dallas Buyers Club eigentlich die Dame an Matthew McConaugheys Seite? Niemand geringeres als der Musiker Jared Leto verkörperte 2014 die Transsexuelle Rayon. Der Film verlangte auch ihm alles ab, verlor er doch mit 18 Kilogramm ähnlich viel Gewicht wie sein Schauspielkollege McConaughey. An extreme Verwandlungen ist Leto fast schon gewöhnt: Für seine Rolle des John-Lennon-Mörders Mark David Chapman im Film Chapter 27 – Die Ermordung des John Lennon nahm Leto im Jahr 2007 rund 28 Kilogramm zu.

Charlize Theron

Charlize Theron war jahrelang nur als die schöne Frau an der Seite eines männlichen Hauptdarstellers zu sehen. Kein Wunder, kann die südafrikanische Schauspielerin als ehemaliges Model doch mit glänzendem Haar, langen Beinen und perfekten Maßen aufwarten. Mit der Rolle der US-Serienmörderin Aileen Wuornos im Film Monster leitete Theron allerdings den heiß-ersehnten Image-Wechsel mit einem Paukenschlag ein.

Charlize Theron in „Monster“ (2003)

Die wunderschöne Charlize Theron zeigt in Monster wie wandelbar sie als Schauspielerin wirklich ist. Für ihre Kino-Hauptrolle der vom Leben gebeutelten Highway-Prostituierten Aileen musste sich die damals 27-jährige Theron rund 15 Kilogramm an Körpergewicht anfressen. Fettige Haare, unreine Haut, stumpfe Augen und kaum sichtbare Augenbrauen taten ihr übriges, sodass die Hollywood-Schönheit im Film kaum mehr zu erkennen war. Ein Oscar und ein Golden Globe entlohnten die Südafrikanerin 2004 für ihren Einsatz. Fortan zählte sie zu den bestbezahlten Schauspielerinnen der Welt.

Nicole Kidman

Gefallen fand sie an ihren von Natur aus roten und wilde Locken noch nie. Man kennt sie immer perfekt gestylt und strahlend schön. Hollywood-Ikone Nicole Kidman überlässt bei ihren Auftritten auf dem roten Teppich optisch nichts dem Zufall und greift inzwischen vielleicht schon zu oft zum Botox. Da ist es umso erstaunlicher, dass sie immer gerade mit Hässlichkeit auf der Kino-Leinwand punkten kann.

Nicole Kidman in „The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (2002)

So spielte Nicole Kidman in der Literaturverfilmung The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit im Jahr 2002 Virginia Woolf - und wurde dafür von den Kritikern gefeiert. Mit einer falschen Nase im Gesicht wurde Kidman zur berühmten Schriftstellerin, die im Film mit ihrem Werk Mrs. Dalloway das Leben zweier Frauen in völlig unterschiedlichen Zeitsphären beeinflusst. „Ich habe dieses Profil, dies Gesicht geliebt. Außer der Nase gab es kein weiteres Make-up. Es kam nur auf meine Mimik an.“

Nicole Kidman in „Destroyer“ (2018)

Nicole Kidman beweist auch in ihrem neuesten Film Mut zur Hässlichkeit: Fahle Haut, graues Haar und ein verwahrloster Schlabber-Look kennzeichnen die Protagonistin des Thrillers Destroyer. In der Rolle der Erin Bell, einer verdeckt ermittelnden Polizistin mit Alkoholsucht und Schuldgefühlen, brilliert Kidman erneut. Kidmans wüstes Aussehen und außerordentlich beklemmendes Schauspiel wurden international von Filmkritikern gelobt.

Eddie Redmayne

Eddie Redmayne gilt derzeit als einer der erfolgreichsten britischen Schauspieler, erweist er sich doch für jede seiner Rollen jedes Mal aufs Neue wieder als extrem ambitioniert. Für seinen Auftritt im Musicalfilm Les Miserables nahm er 2012 extra Gesangsunterricht. Für James Marshs Filmdrama Die Entdeckung der Unendlichkeit studierte Redmayne Stephen Hawkings Verhalten auf das genaueste und erhielt für dessen Darstellung im Film unter anderem einen Oscar. Seit 2016 spielt Redmayne die Rolle des Magizologen Newt Scamander im Harry Potter-SpinOff Phantastische Tierwesen.

Eddie Redmayne in „The Danish Girl“ (2015)

Für seine Hauptrolle im Drama The Danish Girl wurde Eddie Remayne 2016 erneut für einen Oscar nominiert, brillierte er auf der Leinwand doch dieses Mal sogar als Frau. Der Brite spielt im Film den dänischen Künstler Einar Wegener, einen Transsexuellen Anfang des 20. Jahrhunderts. Wegener war verheiratet, lebte aber bald als Frau unter dem Namen Lili Elbe.

Claire Foy

Auf dem roten Teppich versprüht sie Glamour und Eleganz - und scheint so fast dem goldenen Zeitalter Hollywoods entsprungen: Claire Foy gilt als einer der aufstrebensten Schauspielerinnen Großbritanniens und sorgte zuletzt vor allem mit ihrer Darstellung der jungen Königin Elisabeth II. in der Netflix-Serie The Crown für Furore. 2017 wurde sie für die Rolle mit einem Golden Globe und 2018 mit einem Emmy ausgezeichnet. Doch Foy kann nicht nur Königinnen spielen.

Claire Foy in „Verschwörung“ (2018)

Ähnlich wie Rooney Mara sorgte auch Claire Foys Interpretation der Stieg Larsson-Figur Lisbeth Salander im US-Kinofilm „Verschwörung“ für Aufsehen. Piercings, Tattoos und Irokesen-Schnitt, die Stylisten zogen auch bei Foy in der Fortsetzung des Kinohits alle Register. Ihre Verwandlung war ganz und gar nicht ladylike.

Demi Moore

Für ihre Rolle in Ghost wurde Demi Moore 1990 für einen Golden Globe nominiert - sie war gleichzeitig die erste Hollywood-Schauspielerin, die für einen Film eine Gage von 10 Millionen Dollar erhielt. Über zehn Jahre war Moore mit Schauspieler Bruce Willis verheiratet, von 2005 bis 2011 war sie dann die Ehefrau des 16 Jahre jüngeren Schauspielers Ashton Kutscher. Langes, schwarzes Jahr und ein ebenmäßiger Teint, so kennt man die Schauspielerin, 2008 macht sie deshalb ihr jugendliches Aussehen für ihr Karrieretief verantwortlich.

Demi Moore in „Die Akte Jane“ (1997)

Nicht nur einen Kurzhaarschnitt nahm Demi Moore 1997 für ihren Film Die Akte Jane in Kauf. Sie ließ sich für den Ridley Scott-Blockbuster sogar eine Glatze scheren. So wie Hauptfigur Lieutnenant Jordan O‘Neil im Film beweist, dass sie als erste Frau das brutale Ausbildungsprogramm der US-Navy durchstehen kann, zeigte auch Moore, dass sie nicht nur die schöne Frau an Bruce Willis Seite ist, sondern auch eine ernst zunehmende Schauspielerin.

Johnny Depp

Zu Beginn seiner Hollywood-Karriere Mitte der 1980er Jahre galt Johnny Depp als Schönling - dieses Image konnte der Schauspieler und Rockmusiker jedoch ganz schnell abschütteln. Depp scheint ein großes Faible dafür zu haben, in andere Rolle zu schlüpfen, brilliert er doch immer dann, wenn man ihn kaum erkennt. Aufwendige Kostüme und Stylings gepaart mit seinen exzentrischen Darbietungen steigerten Depps Popularität ins Unermessliche. 2008 galt er als der bestbezahlteste Schauspieler Hollywoods.

Johnny Depp in „Fluch der Karibik“ (2003-2017)

Nachdem Johnny Depp vor allem in Produktionen des Arthouse-Regisseurs Tim Burton - etwa 1990 als Edward mit den Scherenhänden - brilliert hatte, gelang ihm mit der Rolle des verplanten Schurken Captain Jack Sparrow in der Filmreihe Fluch der Karibik wahrhaft ein schauspielerischer Coup.

Johnny Depp in „Alice im Wunderland“ (2010-2016)

Johnny Depp ist Meister der Maskerade, das zeigt er immer wieder. Nachdem er für seine Rolle in Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street als bester Hauptdarsteller in einem Musical mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde, schlüpfte er in die Rolle des verrückten Hutmachers in der Alice im Wunderland-Filmreihe. Verrückte Rollen stehen Depp auf der Leinwand wirklich am besten.

Renée Zellweger

Aus Hollywood ist Renée Zellweger schon lange nicht mehr wegzudenken. 2020 gewann sie alle großen Preise - den Oscar als beste Hauptdarstellerin inklusive - für ihre virtuose Darstellung der Judy Garland in der gleichnamigen Filmografie von Rupert Goold. Mit ihrer eigentlichen Parade-Rolle der Briget Jones aber hat Zellweger nicht sehr viel gemein: Im Gegensatz zu ihr ist sie zierlich, so gar nicht plump und immer top gestylt. Doch der London Times verriet sie 2004 in einem Interview: „Bridget ist eine Figur, mit der ich mich sehr gut identifizieren kann.“

Renée Zellweger in „Bridget Jones“ (2001-2004)

Körperlich durchlief Renée Zellweger für ihre Rolle der tollpatschigen und etwas pummeligen Bridget Jones eine enorme Transformation. Für den ersten Teil Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück unterzog sich die zarte Schauspielerin 2001 einer strengen Mast - und nahm dadurch satte zehn Kilogramm zu. Für den zweiten Teil Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns ging das Mästen 2004 aufs Neue los. Nach eigenen Angaben hungerte sich Zellweger die Extra-Pfunde jeweils binnen eines Monats wieder herunter.

Meryl Streep

Meryl Streep hält bislang den Rekord als am häufigsten für einen Oscar nominierte Schauspielerin, kann sie doch auf eine lange und erfolgreiche Karriere in Hollywood zurückblicken. In Erinnerung hat man sie vor allem als quirligen Sonnenschein Donna im ABBA-Musical Mamma Mia, deren Rolle ihrem Wesen vermeintlich genau entspricht. Doch Streep kann auf der Leinwand auch anders - nicht nur romantische Rollen liegen ihr, sondern auch „schwere Kost“.

Meryl Streep in „Engel in Amerika“ (2003)

In der TV-Miniserie Engel in Amerika zeigt Meryl Streep unter der Regie Mike Nichols ein beeindruckend anderes Gesicht von sich als Schauspielerin. Ursprünglich ein Theaterstück, zieht die Handlung eine bitter-ironische Bilanz der US-Gesellschaft in den 1980er-Jahren. Hauptthemen sind dabei die Reagan-Ära und das Aufkommen von AIDS. Optisch völlig verwandelt, dürften viele Fans Streep 2003 auf dem Fernsehbildschirm zumindest für ganz kurz nicht erkannt haben.

Meryl Streep in „Die Eiserne Lady“ (2012)

Für Furore sorgte Meryl Streep 2012 auch als „Eiserne Lady“. Fast schon beängstigend ähnlich sieht Streep im gleichnamigen Film der ehemaligen Premierministerin Großbritanniens, Margaret Thatcher. Diese hatte sich um ihren Spitznamen vor allem durch ihre strenge Haltung und ihr hartes Durchgreifen in der Politik verdient gemacht.

Tom Hanks in „Cast Away - Verschollen“

Na, hätten Sie ihn auf den ersten Blick erkannt? Die Filmszene zeigt den US-Schauspieler Tom Hanks abgemagert, verschwitzt und verdreckt als Chuck Noland in Cast Away - Verschollen. Dieser erleidet einen Flugzeugabsturz und muss fortan auf einer einsamen Insel ums Überleben kämpfen. Für Robert Zemeckis Robinson-Crusoe-Interpretation durchlief Hanks binnen weniger Monate knallharte körperliche Veränderungen: Zuerst wurden die Szenen vor dem Absturz gedreht, wofür Hanks sich deutlich Übergewicht angefuttert hatte - dann folgten nach einer Null-Diät die Dreharbeiten auf der Insel.

Tom Hanks

Für seine Rolle in Cast Away - Verschollen wurde Tom Hanks 2001 zwar für einen Oscar nominiert, ging allerdings leer aus. Dennoch: Hanks zählt zu den profiliertesten Charakterdarstellern Hollywoods und hat durch seine Hauptrollen in den Filmen Philadelphia und Forrest Gump bereits zwei Academy Awards im heimischen Regal stehen.

Heath Ledger

Der australische Schauspieler Heath Ledger galt als einer der vielversprechendsten, jungen Schauspieler Hollywoods. Nach einer Rolle in Roland Emmerichs Der Patriot gelang Ledger 2001 mit der Hauptrolle in Ritter aus Leidenschaft der internationale Durchbruch. Mit Monster‘s Ball, Die vier Federn und nicht zuletzt Brokeback Mountain etablierte er sich auch fest als Charakterdarsteller. 2008 fand man ihn im Alter von 28 Jahren tot in seinem Appartement auf - The Dark Night blieb so der letzte Film in einer kurzen, aber steilen Karriere.

Heath Ledger in „The Dark Knight“ (2008)

In große Fußstapfen trat Heath Ledger 2008, als er die Rolle des Jokers im Batman-Remake The Dark Knight übernahm, wurde die Figur des Ultra-Bösewichts doch zuvor bereits von Schauspielgrößen wie Jack Nicholson verkörpert. Auf seine Rolle soll sich Ledger auf drastische Weise vorbereitet haben: Wochenlang sperrte er sich in einem Hotelzimmer ein, um mit Joker zu verschmelzen. Sein mentaler Horrortrip zahlt sich aus, ist seine schauspielerische Leistung im Film doch so beeindruckend, dass ihm postum noch der Oscar verliehen wurde.

Natalie Portman

Natalie Portman ist aus der Top-Riege der Hollywood-Schauspielerinnen nicht mehr wegzudenken. Weltberühmt wurde sie bereits im Alter von 13 Jahren durch Luc Bessons Film Léon - Der Profi. Die Bandbreite ihrer Rollen ist seitdem groß. Vom Action-Film bis hin zum Drama oder romantischen Komödien, Portman hat die Kritiker mit ihrer schauspielerischen Leistung fast immer überzeugt.

Natalie Portman in „Star Wars - Episode 1: Die dunkle Bedrohung“ (1999)

1999 trat Natalie Portman in große, filmhistorische Fußstapfen, spielte sie doch in der Fortsetzung der Star Wars-Reihe eine Hauptrolle: Bevor sie im zweiten Teil „nur noch“ Anakin Skywalkers Geliebte Padme ist, regiert sie im ersten Teil Die dunkle Bedrohung als Königin Amidala ein ganzes Sternen-Imperium. Unter so viel Maskerade und Stoff war die 19-Jährige zwar kaum zu erkennen, spielte ihre Rolle aber trotz allem äußerst überzeugend.

Natalie Portman in „Black Swan“ (2010)

Zehn Jahre später verließ sich Natalie Portman nicht mehr nur auf Kostüm- und Maskenbildner, sondern durchlebte für eine ihrer Rollen die pure Aufopferung. Während im Film V wie Vendetta „nur“ ihre langes Haar daran glauben musste, nahm die ohnehin sehr zarte Schauspielerin für die Rolle einer schizophrenen Ballerina im Thriller Black Swan über zehn Kilogramm ab. Portman schwamm täglich zwei Kilometer, hatte drei Stunden Ballett-Unterricht und betrieb Figurtraining in jeder freien Minute. So übernahm sie den Großteil der Tanzdarbietungen im Film selbst und wurde dafür mit einem Oscar belohnt.

Christian Bale

Christian Bale ist einer der gefeiertesten Schauspieler Hollywoods. 2011 erhielt er den Oscar als bester Nebendarsteller. In The Machinist hungerte er sich für die Rolle eines Fabrikarbeiters 2004 unglaubliche 29 Kilogramm herunter - und bot mit 1,82 Metern und nur mehr 55 Kilogramm einen erschreckenden Anblick. Die Radikal-Diät soll nur aus einem Kaffee und einem Apfel pro Tag bestanden haben. Generell ist Bales Leben ist von einem ewigen Auf und Ab bestimmt - das betrifft aber nicht etwa seinen Erfolg, sondern sein Gewicht.

Christian Bale in „American Psycho“ (2000)

Denn Christian Bale ist ein wahrer Transformationskünstler: Für den Film American Psycho legte Bale 2000 ordentlich zu und wurde zum Muskelpaket. Ebenso massig tritt er als Batman auf. Für American Hustle hat er sich satte 20 Kilogramm reines Fett angefressen - seine Verwandlung war so radikal, dass Schauspielkollege Robert De Niro Bale beim ersten Treffen am Set für einen Fremden hielt.

Christian Bale in „Vice“ (2018)

Es gibt eben Schauspieler, die dafür berüchtigt sind, sich für ihre Rollen gerne regelrechten Torturen auszusetzen. Christian Bale kann ohne Frage zu ihnen gezählt werden, wird er mittlerweile schon als „Jojo-Mann“ bezeichnet. Vom Hungerhaken zum Muskelprotz und retour, lautet offenbar seine Devise. 2018 überzeugte der Brite als ehemaliger US-Vizepräsident Dick Cheney im Film Vice - Der zweite Mann. Viele Extra-Pfunde, schütteres Haar und eine geniale Maske bescherten ihm 2019 einen Golden Globe.

Glenn Close

Glen Close ist die Schauspieler der 1990er Jahre: Hook, Das Geisterhaus, 101 Dalmatiner und Air Force One sind einige ihrer erfolgreichsten Filme. Inzwischen ist sie nicht nur mehr Schauspielerin, sondern schreibt auch selbst Drehbücher und produziert Filme. Zudem hat Close ein kurioses Hobby: Als Hundeliebhaberin führt sie ihren eigenen Blog und interviewt andere Prominente über ihre Beziehung zu Hunden. Da verwundert es kaum, dass sie auch für unkonventionelle Rollen offen ist.

Glenn Close in „Albert Nobbs“ (2011)

Am Film „Albert Nobbs“ zeigt sich das Allround-Talent Glenn Close: Die US-amerikanische Schauspielerin lieferte nicht nur das Drehbuch, sondern produzierte das Drama auch selbst. Noch dazu spielt sie die Hauptrolle und verkörpert eine Frau in Irland Ende des 19. Jahrhunderts, die als Mann verkleidet ihren Lebensunterhalt bestreitet. Close lässt als „Albert Nobbs“ von ihrem Ruf als Femme Fatale nicht viel übrig.

John Travolta

Er ist eine lebende Legende: John Travolta. Hauptrollen in Filmen wie Saturday Night Fever und Grease machten ihn schon in sehr jungen Jahren weltberühmt. Gefeierter Schauspieler, Frauenschwarm und Kultfigur - Travolta sahnte in seiner Hollywood-Karriere bereits jeden Preis ab.

John Travolta in „Hairspray“ (2007)

John Travolta ist sich für nichts zu schade: Punktete er als junger Mann vor allem durch seine Attraktivität und Coolness, schlüpft er mit zunehmendem Alter immer mehr in Charakterrollen - und brilliert auch hier. In Quentin Tarantinos Pulp Fiction twistet Travolta als schmieriger Gangster mit Wohlfühlbauch, während er im Remake des Musicals Hairspray als Edna Turnblad seine Mitspieler mit rasantem Huftschwung und Turmfrisur an die Wand tanzt.

Anne Hathaway

Strahlender Teint, sonniges Gemüt - so kennt man Hollywood-Schauspielerin Anne Hathaway. Durch romantische Komödien wie Plötzlich Prinzessin und Der Teufel trägt Prada wurde sie weltberühmt. Doch Hathaway lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken - denn für ihre Rollen gibt sie alles.

Anne Hathaway in „Les Misérables“ (2012)

Vor allem der Part als Fantine in der Musical-Verfilmung Les Misérables verlangte Anne Hathaway alles ab. Insgesamt elf Kilogramm nahm die ohnehin zarte Schauspielerin für diese Rolle ab. Zudem ließ sie sich in einer der Filmszenen die Haare komplett abschneiden. Am Set weinte sie damals sogar - vor Hunger - echte Tränen. Für ihre schauspielerische Darbietung der Sklavin an der Seite von Schauspielkollege Hugh Jackmann gewann Hathaway 2013 einen Oscar und einen Golden Globe in der Kategorie Beste Nebendarstellerin.

Gary Oldman

Gary Oldman ist einer der bekanntesten Schauspieler Großbritanniens. In den 1990er Jahren verkörperte er bevorzugt Bösewichte, so auch in Luc Bessons Léon - Der Profi. Für seine Hauptrolle in Dame, König, As, Spion wurde er 2012 erstmals für den Oscar nominiert, ging jedoch dann leer aus. Fünf Jahre später war Oldmans Stunde dann aber gekommen.

Gary Oldman in „Die dunkelste Stunde“ (2017)

Den Oscar für seine Hauptrolle in Die dunkelste Stunde erhielt Gary Oldmann völlig zurecht, fanden viele Kritiker. Im Drama spielt er Winston Churchill, den ehemaligen Premierminister von Großbritannien, zu einer geschichtsträchtigen Zeit. Für ihn wurde eigens eine Silikonmaske und ein Polsteranzug angefertigt, sodass Oldmann mit Verlassen der Maske jedes Mal aufs Neue das Jahr 1940 betrat und Churchill verblüffend gut imitierte. Zwar musste er für den Film weder zulegen noch abspecken, dafür aber mehr als 400 Zigarren paffen - bis er eigenen Angaben nach unter seiner Maske grün vor Übelkeit war.

(cos) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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