Hollywoods Promis contra Paparrazi

- Los Angeles - Für Nachwuchsstar Lindsay Lohan war es ein "sehr Schrecken erregendes Erlebnis", als sie kürzlich in Los Angeles von einem Paparazzo im Auto verfolgt wurde. Der Fotograf rammte den Wagen der Schauspielerin ("Herbie - Ein toller Käfer startet durch") - und das vermutlich ganz bewusst.

"Natürlich Blond"-Star Reese Witherspoon wiederum musste einen Sicherheitsbeamten zur Hilfe rufen, als Schnappschuss-Jäger im April die Einfahrt zur ihrer Hollywood-Villa versperrten. "Es ist so schlimm geworden, dass ich jedes Mal beim Verlassen meines Hauses regelrecht angegriffen werden", klagte auch Cameron Diaz über die Belagerung durch Fotografen unlängst in der "New York Times".

Manche Promis wehren sich mit Fäusten, wie einst Sean Penn und Alec Baldwin. Andere verstecken sich hinter Sonnenbrillen, Perücken und schlabbrigen T-Shirts, um nicht erkannt zu werden. Sie wolle keine "Heulsuse" sein und alle Fotografen schlechtmachen, meinte Oscar-Preisträgerin Halle Berry. "Aber die Paparazzi überschreiten ihre Grenzen - und das ist ein Problem." Davon haben nun auch endlich Staatsanwaltschaft und Polizei in Los Angeles Notiz genommen und scharfe Maßnahmen angekündigt.

Der Paparazzo, der Lohan Ende Mai verfolgte, wurde von der Polizei wegen Verdachts auf Körperverletzung mit einer tödlichen Waffe - seinem Auto nämlich - festgenommen. Die Ermittler vermuten, dass der 24-jährige Fotograf das Fahrzeug der Schauspielerin absichtlich rammte.

Eine Hand voll Kollegen war gleich danach zur Stelle und lichteten den unverletzten, aber sichtlich schockierten Jungstar ab. Die Staatsanwaltschaft ermittelt erstmals wegen möglicher "Verschwörung". Sollten Fotografen und ihre Auftraggeber tatsächlich aggressive und kriminelle Verfolgungsmethoden miteinander absprechen, so drohen weitaus härtere Strafen.

"Die Sorge ist, dass durch das hyper-aggressive Verhalten der Paparazzi jemand verletzt oder getötet wird", sagte William Hodgman von der Staatsanwaltschaft in Los Angeles der "Times". Sie würden Promis mit überhöhtem Tempo jagen, von der Straße abdrängen, einkesseln und dann Fotos schießen, lauten die Vorwürfe.

"Promi-Fotografen sind sicher nicht die nettesten Leute in der Welt", räumt Frank Griffin von der Foto-Agentur Bauer-Griffin in der "Los Angeles Times" ein. Ähnlich wie zu Goldrauschzeiten würde die Aussicht auf schnell verdientes Geld viele Amateure anlocken. Doch den Vorwurf einer Verschwörung etablierter Fotografen weist er entschieden zurück. Auch Boris Nizon von der Agentur Fame Pictures nimmt seine Mitarbeiter als "gesetzestreue" Profis in Schutz. Der Lohan-Vorfall sei ein Unfall gewesen. Schließlich baue die Schauspielerin fast jeden Monat einen Unfall, meint Nizon.

Die Paparazzi-Kontroverse ist offenbar ein Alarmsignal für Klatschblätter: Die Zeitschrift "Us Weekly" verbietet seit Juni den Abdruck von Fotos, die durch "rücksichtslose Methoden" entstanden sind, berichtete die Zeitung "USA Today". Nach dem Wunsch einer kalifornischen Abgeordneten soll der Westküstenstaat ein eigenes Paparazzi-Gesetz bekommen. Die Demokratin Cindy Montanez schlägt vor, dass die Opfer von gefährlichen Schnappschuss-Jagden auf Schadenersatz klagen können und außerdem das Bild-Honorar des Fotografen abkassieren. Der Gesetzgeber will im Herbst über den Vorschlag beraten.

Nach Lohans schlagzeilenträchtiger Kollision appellierte Kollegin Sandra Bullock an die Vernunft der Promi-Fotografen. Vielleicht nimmt die Hetzjagd jetzt ein Ende, hofft die Schauspielerin. Polizeidetektiv Jeff Dunn will auf Nummer Sicher gehen. Er ermittelt in Sachen Lohan und Witherspoon mit besonderem Blick auf die Verschwörungstheorie. "Wir werden so hart wie möglich durchgreifen", wurde der Beamte von der "New York Times" zitiert.

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