Hollywoodstar Charles Bronson gestorben

- Los Angeles - Hollywoodstar Charles Bronson ist tot. Der US-Schauspieler, der in Western-Klassikern ("Spiel mir das Lied vom Tod", "Die glorreichen Sieben") und Thrillern wie "Ein Mann sieht rot" meist wortkarge, brutale Typen verkörperte, starb nach einem längeren Alzheimerleiden im Alter von 81 Jahren. Er erlag den Folgen einer Lungenentzündung im Prominenten-Krankenhaus Cedars Sinai von Los Angeles.

Seine dritte Frau, die 40 Jahre jüngere TV-Produzentin Kim Weeks, war bis zuletzt an der Seite des Schauspielers, teilte Bronsons Sprecherin Lori Jonas mit. <P>Der italienische Filmproduzent Dino De Laurentiis, der mit Bronson "Ein Mann sieht rot" (1974) und den Mafia-Film "Die Vallachi-Papiere" (1972) produziert hatte, würdigte den Gestorbenen als "großen Schauspieler". Bronson habe den "harten Typ auf der Leinwand" gemimt, im Leben sei er aber ganz sanft gewesen. "Bronson war ein einfacher Mann, ganz ohne Starallüren. Er machte seine Arbeit mit großer Bescheidenheit, wie ein Maurer", sagte De Laurentiis.</P><P>Bronson war am 3. November 1921 als Charles Buchinsky, das elfte von 15 Kindern eines aus Litauen eingewanderten Bergwerkarbeiters, in Ehrenfeld im US-Bundesstaat Pennsylvania zur Welt gekommen. Mit seinem slawisch breiten Gesicht und den schmalen Augen fehlte ihm das typische Aussehen eines Hollywood-Stars. Dafür vermittelte er durch seinen rauen Individualismus und sein gerades Auftreten nach Worten von Regisseur John Huston den Eindruck "einer Handgranate unmittelbar vor der Explosion".</P><P>Der Mann mit dem markanten Gesicht spielte seit den 50er Jahren in fast 100 Filmen mit. Europa wurde 1968 auf ihn aufmerksam, als er in dem britisch-französischen Thriller "Adieu l'Ami" an der Seite von Alain Delon spielte. Sein schweigsamer Auftritt in dem Western "Spiel mir das Lied vom Tod" von Sergio Leone machte ihn schließlich zum internationalen Star. Den größten Publikumserfolg feierte Bronson 1974 mit dem umstrittenen Thriller "Ein Mann sieht rot", von dem bis 1993 vier Fortsetzungen gedreht wurden. In dem Selbstjustiz-Krimi wird er als unbarmherziger Rächer seiner ermordeten Familie selbst zum Mörder.</P><P>Auf der Leinwand war er häufig an der Seite seiner zweiten Ehefrau, der Schauspielerin Jill Ireland, zu sehen. Mit ihr war Bronson 22 Jahre lang verheiratet bis zu ihrem Tod 1990 wegen Brustkrebs. Ireland beschrieb ihren Mann einmal als "wild und primitiv", einen Mann, "der sagt und tut, was kein feiner Engländer jemals fertig bringen würde". Unter seiner harten Schale aber verberge er "eine unglaubliche Zartheit und eine enorme Tiefe von Gefühlen", sagte Ireland in einem Interview vor ihrem Tod. Sie starb vier Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Auftritt in dem Film "Der Mordanschlag" (1986).</P><P>Bronson stand danach nur noch selten vor der Kamera. 1993 konnte man den ergrauten Star für die Kapitänsrolle in "Der Seewolf" gewinnen. Als Mordinspektor in der Serie "Family of Cops" trat er 1998 zum letzten Mal auf. Dafür zog er seine sieben Kinder groß. 1998 ging er noch eine Ehe mit der Fernsehproduzentin Kim Weeks ein. Das Paar war nur selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Der in den 70er Jahren als "populärster Schauspieler" mit einem Golden Globe geehrte Star war trotz seiner Hollywood-Erfolge ein verschlossener Außenseiter, der sich am liebsten auf sein Anwesen in Malibu und eine Ranch in Vermont zurückzog.</P><BR> 

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