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Der britische Schauspieler Bob Hoskins mit seiner Frau Linda.

Schauspieler litt an Parkinson

Bob Hoskins mit 71 Jahren gestorben

London - Er hatte als Fensterputzer angefangen und nie Schauspielunterricht genommen: Bob Hoskins machte eine Hollywood-Karriere wie aus dem Drehbuch. Der Brite starb mit 71 Jahren.

Er war nicht groß und schlank und auch keine klassische Schönheit - der britische Schauspieler Bob Hoskins brachte es mit seinem unverwechselbaren Spiel dennoch zu einer erklecklichen Fangemeinde. Seine wohl bekannteste Rolle war die des Privatdetektivs Eddie Valiant in „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (1988). Für seine Rolle in „Mona Lisa“ (1986) war er für den Oscar nominiert und wurde beim Filmfestival in Cannes zum besten Schauspieler gekürt. In der Nacht zum Mittwoch starb Hoskins mit 71 Jahren in einem Krankenhaus - seine Frau und seine Kinder saßen am Sterbebett.

Hoskins hatte sich 2012 wegen einer Parkinson-Erkrankung aus dem Filmgeschäft zurückgezogen. Eine Lungenentzündung schwächte ihn schließlich so stark, dass er den Kampf gegen die Krankheit verlor.

Er sehe aus wie ein Würfel, hatte Hoskins einst über sich selbst gesagt, und „nicht einmal meine Mutter würde mich schön nennen“. Doch machte keine schlechte Karriere für einen Jungen aus dem Londoner East End, der nach eigenen Angaben nie Schauspielunterricht genommen hat. Der Brite glaubte vielmehr er an sein „Naturtalent“. „Ich habe meine Karriere als Stalker angefangen“, verriet er einmal dem „Telegraph“. „Ich beobachtete, wie sich Frauen auf der Straße begrüßten. Ich dachte, wenn ich diesen Ausdruck einfangen könnte, diese Emotionen, würde mich das als Schauspieler interessant machen.“

Hoskins, in London aufgewachsen, verließ die Schule mit 15 und arbeitete zunächst als Portier, Lastwagenfahrer und Fensterputzer. 1968 begleitete er einen Freund zu einem Vorsprechen und bekam selbst die Hauptrolle. Zehn Jahre später trat er in seinem ersten Fernsehdrama „Pennies from Heaven“ auf.

Der Durchbruch gelang Hoskins in den 1980er Jahren mit einer beachtlichen schauspielerischen Bandbreite. Er gab den „kleinen Mann“, aber auch zwielichtige Gangster oder Politiker wie Churchill, Chruschtschow oder Mussolini. Daneben verstand er sich auch darauf, sensible, unglückliche und schwache Figuren zu spielen wie zum Beispiel in „Last Orders“ (2001).

Auftritte hatte Hoskins aber auch in Streifen wie „Brazil“ (1985), „Mermaids“ (1990), „Nixon“ (1995) und „Felicias Journey“ (1999). Er stand mit Jude Law, Julia Roberts und Dustin Hofman vor der Kamera. Zuletzt war er an der Seite der amerikanischen Schauspielerin Kristen Stewart als einer der sieben Zwerge in „Snow White and the Huntsman“ (2012).

Einmal machte der Schauspieler nach eigener Einschätzung einen Fehlgriff und trat in einem Streifen nur wegen des Geldes auf, in „Super Mario Bros.“ (1993). „Es war eine wahnsinnig unglückliche Erfahrung“, sagte Hoskins später. Könnte er etwas an seiner Vergangenheit ändern, würde er den Film ungeschehen machen, verriet er dem „Guardian“.

Im Sommer 2012 zog sich der Vater von vier Kindern wegen seiner Parkinson-Erkrankung zurück. Damals erklärte sein Agent, Hoskins freue sich auf den Ruhestand mit seiner Familie und er wolle allen großartigen Menschen danken, mit denen er über die Jahre zusammengearbeitet habe.

dpa

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