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Hugh Jackman ist nur auf der Leinwand furchtlos.

Interview zu "Eddie the Eagle"

Hugh Jackman: Der schlimmste Moment seines Lebens

Los Angeles - Seine Paraderolle ist „Wolverine“, der Superheld mit den Metallkrallen. Im wahren Leben ist Hugh Jackman, der in seinem neuesten Film einen Skisprung-Trainer spielt, allerdings nicht so mutig.

Hugh Jackman: Ich war als Kind ein Hasenfuß. Besonders Höhen waren für mich der Tod. Was ein Problem ist, wenn man ältere Geschwister hat, die ständig von Klippen ins Meer springen und klettern gehen. Ich weiß noch, wo ich mich zum ersten Mal überreden lassen habe, einen Felsen zu erklimmen. Auf halber Höhe war ich vor Angst plötzlich wie gelähmt und habe angefangen zu weinen. Alle meine Freunde haben gelacht. Es war der schlimmste Moment in meinem Leben. Da habe ich geschworen, dass mir das nie wieder passieren wird.

Und wie haben Sie die Phobie überwunden?

Jackman: Ich habe mich danach jeden Tag vom höchsten Sprungbrett im Schwimmbad gestürzt – bis die Höhenangst weg war. Als Erwachsener habe ich natürlich auch manchmal noch Angst vor Dingen. Doch die geht durch Meditation weg.

Sie sind ein Superstar in der Branche. Bekommen Sie eigentlich alle Rollen, die Sie wollen?

Jackman: Von wegen. Ich bekomme ständig Ablehnungen. Formuliert wird das nach dem Motto „Wir wollen in eine andere Richtung gehen – Brad Pitt“. (lacht)

Sie haben den berechtigten Ruf, der netteste Kerl in Hollywood zu sein. Fahren Sie jemals die Krallen aus wie Wolverine?

Jackman: Von Natur aus bin ich ein geduldiger Mensch. Aber wenn ich wütend werde, dann bin ich wie ein Druckkessel. Irgendwann folgt die Explosion.

Das ist das Geheimnis seiner Ehe

Sie feiern dieses Jahr Ihren 20. Hochzeitstag. Eine Ewigkeit für Hollywood-Verhältnisse. Ihre Frau hat mal gesagt, das Geheimnis des Erfolges ist, dass sie nicht mit Angelina Jolie drehen dürfen.

Jackman: Das war ein Scherz (lacht). Deb hat einen wundervollen Sinn für Humor. Sie ist eine sehr selbstbewusste Frau, die übrigens in ihrer Schauspielkarriere mehr Sex-Szenen hatte als ich. Der Schlüssel des Erfolgs ist, dass wir eine sehr ehrliche Beziehung haben, in der jeder er selbst sein darf. Wir spielen uns nie was vor und deshalb haben wir eine besonders intime, tiefe Beziehung zu einander. Wir teilen alles miteinander – nicht nur den Erfolg und die guten Sachen.

Sie pendeln zwischen Amerika und Australien. Was ist eigentlich Ihr Hauptwohnsitz?

Jackman: Im Moment New York. Dort gehen die Kids auch zur Schule. Aber wir verbringen so oft es geht auch Zeit Down Under. Das ist halt Heimat.

Treffen mit dem Held seiner Jugend

Sie sind seit über 20 Jahren im Business. Haben Sie einen Karriere-Highlight?

Jackman: Als ich 2001 mit John Travolta in „Swordfish“ vor der Kamera stand. Bei der ersten Probe mit ihm bin ich fast vor Ehrfurcht erstarrt. Ich hatte als Teenager „Grease“-Poster an den Wänden und habe Johns Part gesungen und von Olivia Newton John geträumt (lacht). Plötzlich steht dieser Held meiner Jugend vor mir. Nach dem Shooting haben wir dann zusammen “Well’a Well’a, Tell Me More…” im Duett geträllert – ich den Part von Sandy, John seinen als Danny. (lacht).

In Ihrem neuen Film spielen Sie den Trainer des untalentierten, aber umso eifrigeren Skispingers „Eddie the Eagle“. Wenn Sie wie Eddie bei den Olympischen Spielen antreten könnten, welche Sportart würden Sie bevorzugen?

Jackman: Ich weiß, es klingt doof aus dem Munde eines Mannes, der mit Hautkrebs zu kämpfen hat, aber Beach-Volleyball würde mir am meisten Spaß machen. Ich habe mir ein paar Spiele bei der Olympiade in Sydney angeschaut und hatte viel Spaß.

Kampagne gegen Hautkrebs

Sie sind zum Sprecher einer Kampagne geworden, die Kinder in Australien vor Hautkrebs warnt.

Jackman: Das ist dringend notwendig. Wir haben die höchste Rate von Melanomen in der Welt. Sie ist drastisch zurück gegangen, seitdem es das Gesetz vorschreibt, dass jedes Schulkind auf dem Spielplatz in Australien einen Hut tragen muss. Und an den Stränden sieht man immer mehr Zelte, damit Kleinkinder im Schatten spielen können. Als ich ein Kind war haben wir uns halt ständig verbrannt und wenn wir uns gepellt hatten, ging‘s dann wieder ohne Sonnencreme raus. Meine Eltern hatten eher Sorge, dass ich nach dem Essen eine halbe Stunde nicht in den Pool durfte – weil sie das als lebensgefährlich ansahen. Totaler Quatsch.

Sind Ihre Kinder sportlich wie der Vater?

Jackman: Eher nicht. Mein Sohn Oscar ist sehr kreativ veranlagt und liebt die freie Natur. Meine Tochter Ava will Sängerin oder Tänzerin werden und notfalls noch Küchenchefin oder Tierärztin (lacht). Mal sehen, was draus wird. Als wüsste man schon mit 15 und 10, was man werden will. Also ich wusste das in dem Alter nicht.

EDDIE THE EAGLE Trailer

Sindermann

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