Terroranschlag in Barcelona: Lieferwagen rast in Menschenmenge - mehrere Verletzte

Terroranschlag in Barcelona: Lieferwagen rast in Menschenmenge - mehrere Verletzte

"Ich bin dankbar für dieses Leben"

München - Boris Becker feiert "Bergfest" und ist mit sich und seinem Leben im Reinen. Vor seinem 40. Geburtstag am Donnerstag spricht der dreimalige Wimbledonsieger über die Probleme im Ternnissport, seine Kinder und über eine mögliche Hochzeit. Seinen Geburtstag wird der Wahl-Schweizer mit seiner Familie und etwa 50 Freunden in London feiern.

-40 - Schockt Sie diese Zahl, Herr Becker?

Nein, überhaupt nicht. Aber ich muss zugeben, dass ich erstmals mehr über einen Geburtstag nachdenke. 40 ist zwar auch nur eine Zahl, aber es bedeutet mir schon etwas mehr.

-Sie wollten an ihrem 40. Geburtstag Rückschau auf Ihr Leben halten. Würden Sie alles nochmal genauso machen?

Es ist Halbzeit, das stimmt. Und jetzt mit 40 ist mir mehr denn je bewusst, was für ein Leben ich bislang leben durfte. Die Höhepunkte, in privater und beruflicher Hinsicht. Natürlich auch die Tiefen, die ich meistern musste. Die gehören genauso dazu. Aber wenn ich das Ganze zusammenfasse, dann bin ich dankbar für dieses Leben. Das hat mir mit 15 keiner vorausgesagt, dass es so spannend wird.

-Und mit 17 in Wimbledon wohl auch nicht?

Nein, da auch nicht. Aber mit dem Wimbledonsieg ist man natürlich gebrandmarkt fürs Leben.

-Ihr Leben ist bestimmt von Reisen. Sie leben in der Schweiz, sind aber ständig auf Achse. Fällt es Ihnen schwer, sesshaft zu sein?

Es ist mittlerweile so, dass ich liebend gerne weniger reisen würde; dass es zunehmend richtig nervt. Ich hoffe, dass ich das ändern kann. Dass mich Familie und Freunde mehr besuchen und es nicht nur umgekehrt ist.

-Wo waren Sie gerade?

In Bahrain. Ich bin dabei, die Lizenzmarke Boris Becker zu vertreiben. Außerdem habe ich hier meine erste kleine Tennis-Akademie eröffnet. Wir haben mit acht Plätzen den Grundstock gelegt für das Boris Becker Tennis-Programm.

-Vermissen Sie das Leben eines Tennisprofis?

Ich bin dankbar, dass ich diesen Beruf habe ausüben dürfen. Ich bin aber genauso dankbar, dass ich es heute nicht mehr tun muss. Alles zu seiner Zeit. Aber ich bleibe natürlich am Ball, habe mir in Bahrain im Fernsehen auch den Masters Cup angesehen.

-In Deutschland hätten Sie Roger Federer & Co. nicht sehen können. Hier gab es keine Fernsehbilder von der ATP-WM.

So weit sind wir also schon gekommen, dass man nach Bahrain fahren muss, um eine Tennis-WM im TV verfolgen zu können.

-Ihre persönliche Mondlandung - wie oft denken Sie noch an Wimbledon 1985?

Ich werde fast täglich daran erinnert. Aber ich habe mir bis heute nie wieder das ganze Spiel angeschaut. Wenn ich Werbung mache oder durch die Welt reise, sehe ich den Matchball. Ich sehe mich als jungen Mann und muss schmunzeln, wie ich mich verändert habe.

-Beneiden Sie Steffi Graf um Ihr ruhiges Familienleben?

Ich finde, dass Andre und Steffi das wunderbar organisiert haben. Das hatte ich auch mal so. Ich wünsche ihnen, dass sie für den Rest ihres Lebens glücklich verheiratet bleiben. Wenn aber mal eine Krise kommt, dann ist das bei öffentlichen Personen wie ein Rattenschwanz. Dann kommt man leider nicht mehr davon. Dazu kommt, dass ich in München gelebt habe und Steffi weit weg in Las Vegas - ein Riesenunterschied.

-Warum haben Sie sich aus dem Tennis-Geschehen zurückgezogen?

Weil ich meine Aufgabe in Hamburg, die Rettung des Turniers, als erfüllt ansah. In den zwei Jahren mit mir als Daviscup-Teamchef standen wir im Viertelfinale, hätten natürlich gerne mehr gewonnen. Aber es war wohl nicht mehr möglich. Meine Zeit als Funktionär war gut. Vielleicht mache ich sowas mit 50 noch einmal. Die Messe ist ja noch nicht gelesen.

-Doping, illegale Wetten und ein angeblicher Giftanschlag auf Thomas Haas. Was ist los im Tennis?

Wir haben uns in Deutschland darüber beschwert, nichts mehr über den Tennissport zu lesen. Jetzt tun wir das - leider aus den falschen Gründen. Aber man muss unterscheiden: Martina Hingis ist positiv auf Kokain getestet worden, womöglich hat sie einen Fehler gemacht.

-Und was ist dran am Wettskandal?

Mir fehlt noch ein bisschen Fleisch. Da fehlen große Namen. Wenn ein Di Mauro, der auf Platz 150 der Weltrangliste steht, gesperrt wird, dann ist das schlimm, aber kein Skandal. Den Giftanschlag auf Haas glaube ich nicht. Grundsätzlich jedoch bin ich froh, dass in Deutschland wieder über Tennis gesprochen wird.

-Sie haben Ihr zweites Buch "Was Kinder stark macht" auf den Markt gebracht. Was war die Motivation, einen Eltern-Ratgeber zu schreiben?

Das Buch ist nicht nur ein Ratgeber, es hat auch biografische Züge. Viele, die keinen wirklichen Einblick in mein Leben haben, meinen sich dennoch ein Urteil über meine Familie und mich bilden zu müssen. Da wollte ich es mir nach sieben Jahren nicht nehmen lassen, mich selbst zu äußern.

-Brauchen Ihre Kinder, je älter sie werden, den Vater mehr?

Das behauptet jedenfalls meine Ex-Frau Barbara. Sie sagt mir immer ganz deutlich, dass vor allem mein Großer (Noah Gabriel, d. Red.) mehr Kontakt zu mir braucht als noch vor drei, vier Jahren.

-Ist das ein schönes Gefühl oder eher eine Belastung?

Kinder erziehen ist doch nicht eine einmalige Situation. Ich werde mein Leben lang Vater sein. Ich hoffe, das sieht die Mutter meiner Tochter auch irgendwann so. Aber so weit sind wir noch nicht.

-Für Sie beginnt das fünfte Lebensjahrzehnt. Wie geht es weiter?

Ich wäre froh, wenn ich im gleichen Tempo und mit der gleichen Freude und Leidenschaft alles bis 50 noch so weiter machen könnte. Das ist mein Ziel. Ich will jetzt nicht anfangen nachzulassen oder zu schwächeln. Ich hoffe aber, mehr Zeit mit meinen eigenen Kindern verbringen zu können.

-Und nun eine schwere Frage: Wann heiraten Sie wieder?

Oh ... oooh. Das ist wirklich eine ganz schwierige Frage. Also dieses Jahr schaffe ich es nicht mehr. Und was das nächste Jahr bringt ...? Aber ich habe es auf jeden Fall auf dem Zettel.

-Feiern Sie Weihnachten mit allen Kindern?

Das ist mein großer Wunsch. Sicher ist, dass ich mit meinen Söhnen feiern werde. Wenn dann auch noch meine Tochter dabei ist, wäre das Weihnachtsfest perfekt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Lütte“ Angelika Mann heiratet Partner
Die Sängerin Angelika Mann steht seit fast einem halben Jahrhundert auf der Bühne, auch als Kabarettistin, Schauspielerin und Moderatorin. Nun hat sie nach 18 Jahren …
„Lütte“ Angelika Mann heiratet Partner
Erste Nominierungen stehen fest
Am 7. September wird der Deutsche Radiopreis verliehen. Rund drei Wochen vor der Verleihung des achten Deutschen Radiopreises stehen die ersten Nominierungen fest. 
Erste Nominierungen stehen fest
Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai studiert in Oxford
Die renommierte Universität bestätigte jetzt die Zulassung der jungen Frau, die selbst nach einem Anschlag auf ihr Leben den Kampf für Kinder- und Frauenrechte nie …
Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai studiert in Oxford
Auf ein Glas Wein mit Jennifer Lawrence
In einem Gewinnspiel verlost "Panem"-Star Jennifer Lawrence einen Tag in den kalifornischen Weinbergen mit ihr. Teilnehmer müssen allerdings erst für ein politisches …
Auf ein Glas Wein mit Jennifer Lawrence

Kommentare