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"Ich bin ein Star": Küblböck im Kakerlaken-Kampf

- Hamburg - Daniel Küblböck ist dem Wimmern nahe. Der 18-jährige "Superstar" mit der quäkenden Stimme liegt verkrampft in einem Glaskäfig, als über ihn rund 30 000 Kakerlaken nach unten abgelassen werden und ihm über den Körper, an die Nase und Ohren krabbeln. Einem besonders vorwitzigen Exemplar gelingt es sogar, sich den Weg in sein wichtigstes Organ, den Mund, zu mogeln.

<P>Für Daniel ist der Spuk nach einer Minute und sechs Sekunden vorbei. Dem Kölner Privatsender bescherten diese Momente des Ekel-TV mit dem bibbernden Bayern am Boden jedoch Gefühle des Glücks.</P><P>Am Sonntag schnellte bei der dritten Ausgabe der Showreihe "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" die Einschaltquote auf 6,28 Millionen Zuschauer hoch - in der so genannten werberelevanten Zielgruppe der Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren betrug der Marktanteil sogar 39,5 Prozent. "Wir haben mit aufbauenden Quoten gerechnet", sagt RTL-Sprecher Christoph Körfer. "Aber dass gleich zu Beginn die Marktanteile so hoch sind, erfreut uns besonders." Offenbar bahnt sich mit der Show, bei der zehn Prominente zwölf Tage im australischen Urwald verbringen, ein Aufschwung an, der mit der ersten "Superstar"-Staffel vergleichbar ist.</P><P>"RTL hat sich geschickt die öffentliche Aufmerksamkeit mit den üblichen Zutaten verschaffen: Man sammle einige Semiprominente, stelle sie in eine Sendung und lasse das bildungsbürgerliche Publikum sich darüber echauffieren", sagt Medienwissenschaftler Uwe Hasebrink vom Hamburger Bredow-Institut. Auch das Zusammenspiel mit dem Blätterwald klappt im Dschungel: Die "Bild"-Zeitung berichtet mit dem Susan-Stahnke-Tagebuch oder über andere Auffälligkeiten aus Australien: Am Montag titelte das Blatt gar: "Weinkrampf im TV - Küblböck von Kakerlaken gequält".</P><P>Auch andere Zeitungen beschäftigen sich mit dem Schicksal von Stahnke und Küblböck, Costa Cordalis, Werner Böhm, Caroline Beil, Antonia Langsdorf, Lisa Fitz, Mariella Ahrens, Carlo Thränhardt und dem mittlerweile ausgeschiedenen Dustin Semmelrogge. Denn auch die kritisch-distanzierte Auseinandersetzung mit TV-Formaten gehört inzwischen zum Wechselspiel von TV-Sendern mit den Zeitungen und trägt über kurz oder lang zum Erfolg einer Show bei. "Alle da lassen!" forderte beispielsweise die Berliner "taz".</P><P>Der Weg zum Ruhm und zu einem höheren Marktwert versüßt den Mitspielern die Strapazen. "Man kann das Ganze natürlich zynisch und menschenverachtend finden", schrieb "Die Welt". "Aber es zeigt auch, dass für den Weg zum Ruhm manchem kein Preis zu hoch ist." Dass die Kandidaten im Dschungel eigentlich gar keinen Gefahren ausgesetzt sind, weil das Gelände von der Produktionsfirma kontrolliert werde, meint die "Süddeutsche Zeitung": "Die Gefahr, erheblichen Schaden zu nehmen, ist so groß, wie in Venedig von der U-Bahn überrollt zu werden."</P><BR>

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