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Mit einem Lächeln auf den Lippen trifft die Infantin Cristina am Gerichtsgebäude ein.

Schüsselzeuge belastet ihren Mann

Infantin Cristina will von nichts gewusst haben

Madrid - Im Korruptions-Prozess um ihren Mann geht sie spanische Infantin Cristina nun in die Offensive und greift den Ermittlungsrichter an.

In der Korruptionsaffäre um ihren Ehemann geht Cristina, Schwester des spanischen Königs Felipe, in die Offensive. Der „verblüffende“ Versuch des Ermittlungsrichters, sie für illegale Geschäfte ihres Mannes mit zur Verantwortung zu ziehen, habe aus Sicht ihrer Verteidiger keine rechtliche Grundlage, berichtete die Zeitung „El País“ am Donnerstag. Offenbar gehe es Richter José Castro allein darum, seine Vorwürfe „um jeden Preis“ aufrechtzuerhalten, sagte Cristinas Anwalt Miquel Roca.

Am Mittwoch hatten die Anwälte der 49 Jahre alten Prinzessin beim zuständigen Gericht in Palma de Mallorca Einspruch gegen die Entscheidung des Richters eingereicht, sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Iñaki Urdangarin (46) wegen Geldwäsche und Steuerbetrugs anzuklagen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen und 14 weiteren Angeklagten mehrjährige Haftstrafen.

Urdangarin und seinem ehemaligen Geschäftspartner Diego Torres wird zur Last gelegt, über die gemeinnützige Nóos-Stiftung sechs Millionen Euro aus der Staatskasse veruntreut und das Geld anschließend in der Firma Aizoon gewaschen zu haben. Cristina, die Schwester des Königs, war bis 2006 Mitglied im Direktorium der Stiftung, das ihr Ehemann bis 2006 leitete. Außerdem gehört dem Paar zu gleichen Teilen das Unternehmen Aizoon. Aus Sicht der Ermittler hat Cristina von den illegalen Geschäften gewusst und profitiert. Ob es tatsächlich zum Prozess gegen die Herzogin von Palma de Mallorca kommt, ist noch offen. Auch der Sonderstaatsanwalt für Korruptionsdelikte, Pedro Horrach, hält Cristina für unschuldig. Die letzte Entscheidung liegt nun beim Gericht in Palma.

Schlüsselzeuge belastet Cristinas Gatten schwer

In der Korruptionsaffäre um den Schwager von Spaniens König Felipe VI. hat ein Schlüsselzeuge Iñaki Urdangarin schwer belastet. Aus einem am Donnerstag von der Staatsanwaltschaft freigegebenen Dokument geht hervor, dass der Buchhalter als Kronzeuge gegen den Mann von Infantin Cristina ausgesagt hat. Marco-Antonio Tejeiro, der bis 2008 für die Buchführung der Stiftung Nóos zuständig war, gab demnach an, dass diese Rechnungen für nicht geleistete Dienste ausstellte.

Tejeiro erwähnt in seiner achtseitigen schriftlichen Erklärung, dass die Stiftung zwei Kongresse auf den Balearen und in Valencia veranstaltete, für die sie von der öffentlichen Hand sehr viel mehr Gelder erhalten habe als sie tatsächlich kosteten.

dpa/AFP

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