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Andrew Garfield trifft bei der Weltpremiere von "The Amazing Spider-Man 2" in London auf einen verkleideten Fan.

Andrew Garfield im Interview

So mutig ist "Spiderman" wirklich

Los Angeles - Andrew Garfield spielt in "The Amazing Spider-Man 2" (ab 17.4. im Kino) den Superhelden. Im Interview erzählt er, dass er privat noch nie auf wirklich böse Menschen gestoßen ist.

Preisfrage: Was hat sich am “Amazing Spider-Man” zwischen Teil 1 und Teil 2 (Kinostart in Deutschland: 17.4.2014) verändert?

Antwort: Zwei Dinge.

Nr. 1 bekommen die Fans mit: Der Superhelden-Outfit hat größere Augen auf der Kopfmaske. Nr. 2 ist für Darsteller Andrew Garfield reserviert: "Der Kostüm-Designer hat es so umgemodelt, dass ich damit leichter pinkeln kann."

Da wir schon auf intimem Fuß stehen. Wie fühlt man sich so in einem hautengen Trikot?

Garfield (schmunzelt): Nackt. Befreiend nackt. Und das Schöne ist, niemand kann es sehen.

Ganz schön offen für einen Menschen, der eher als introvertiert gilt.

Garfield:  Praktisch über Nacht durch diese Rolle weltbekannt geworden zu sein, da habe ich mich oft nicht wohl in meiner Haut gefühlt. Ich sehe mich als ganz normaler Typ und würde am liebsten wie Spiderman eine Verkleidung tragen, in der mich niemand erkennt.

Sie beneiden also Peter Parker?

Garfield:Klar. Der hat die totale Freiheit unter der Maske zu Heulen. Oder schlechte Witze zu reißen - wie ich es auch oft tue.

Was macht Spider-Man zum wahren Helden?

Garfield: Dass er seine eigenen Bedürfnisse zum Wohl der Allgemeinheit zurueckstellt. Jeder der das tut, ist ein Held. Und Spider-Man setzt sich fuer alle mit demselben Einsatz ein. Egal ob sie schwarz, weiss oder gelb sind, homo-, hetereo- oder bisexuell sind.

Verändert sich Ihre eigene Personality, wenn Sie in Ihre Rolle eintauchen?

Garfield: Sobald die Kameras rollen, versetze ich mich in Peters Kopf. Ich fühle mich dann selbst freier und mutiger.

Wie mutig sind Sie privat? Haben Sie sich auch schon mal mit Bösewichten auseinander setzen müssen?

Garfield:  Ich bin gottseidank noch nie auf wirklich böse Menschen gestoßen. Ich denke aber, dass in jedem von uns eine böse Seite steckt und eine gute. Bei manchen überwiegt die eine, bei manchen die andere Seite.

Was fängt man mit solchen Wissen an?

Garfield:  Wenn man weiß, dass in jedem eine gute Seite steckt, kann man versuchen, Frieden zu stiften. Während meiner Schulzeit und auch auf der Schauspielschule war ich immer der Schlichter. Ich habe mich zwischen kämpfende Fraktionen geworfen und vermittelt. Einmal habe ich deswegen auch einen aufs Maul bekommen...aber das gehört dazu.

Ihr Filmheld hasst als Aussenseiter die Highschool. Wie war es bei Ihnen?

AG: Ich kann ihm das nachfühlen. Ich mochte Schule überhaupt nicht. Sport und Kunst ja. Aber mit akademischen Kram konnte man mich jagen.

Womit kann man Sie locken?

Garfield: Man muss mir einen Hamburger unter die Nase halten. Am liebsten einen von der kalifornischen Fastfood-Kette „In n’ Out“.

Dabei könnten Sie sich die teuersten Fresstempel erlaubten. Was hat sich durch „Spider-Man“ in Ihrem Leben geändert? 

Garfield: Kaum was. Nur dass ich nun mein Kokain von der Haut von Prostituierten schnupfe (lacht). Es ist alles eine Sache von Perspektive. Aus meiner Sicht bin ich immer noch der Teenager, der nicht wusste, wer er wirklich ist. Ich bin Schauspieler geworden und habe nie geglaubt, jemals erfolgreich zu sein. Ich habe mit meinen alltäglichen Problemen zu kämpfen. Und wenn mir dann plötzlich Leute gegenüber stehen, die mich als jemand anderen sehen….

…sprich Fans, die Sie für einen wahren Helden halten.

Garfield: Genau. Dann denke ich “Ich welcher Realität leben die?” Zuerst versuche ich ihnen auf subtile Art und Weise verstehen zu geben, dass ich nicht der bin, für den sie mich halten. Und wenn das nicht klappt, dann posiere ich halt für ein Foto.

Das kann doch nicht so schlimm sein.

AG: Nein, das gehört natürlich dazu. Aber das Gefühl zu haben, ständig beobachtet zu werden, macht mir schon zu schaffen. Wenn ich irgendwo Essen bin, dann sehe ich, wie Fremde mich heimlich fotografieren und meinen Standort auf Twitter veroeffentlichen.

Wann haben Sie ihren Star-Status zum ersten Mal richtig begriffen?

Garfield: Als ich mit meinen Neffen vor Weihnachten bei „Toys R Us“ shoppen war und vor einem Riesen-Regal Spiderman-Actionfiguren stand. Die unter der Maske alle so aussahen wie ich. Ich brauchte erst einmal ein paar Minuten allein, um das zu absorbieren.

Aber der Ruhm muss auch Vorteile haben!

Garfield: Klar. Ich darf jetzt schon zum zweiten Mal eine Rolle spielen, vor der ich bereits seit meinem dritten Lebensjahr getraeumt habe. Und diesmal hat es alles sehr viel mehr Spass gemacht, weil bei Teil 2 alles einfacher von Hand ging. Beim ersten Mal war ich so überwältigt, dass ich kaum geschlafen habe.

Wohin entfliehen Sie dem Rummel um ihre Person?

Garfield: Am liebsten weit weg vom Land. Ich mag die Weite des Ozeans.

Das Interview führte D. Sinderman

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