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Miley Cyrus mit unserem Reporter Dierk Sindermann.

Popsternchen

Interview: Das macht Miley Cyrus, wenn Trump Präsident wird

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Los Angeles - Miley Cyrus gehört zu den Teeniestars der letzten Jahre - kaum eine sorgt für so viele Schlagzeilen wie sie. Im Interview spricht sie über Liam Hemsworth und über Donald Trump. 

Klar ist, dass Liam Hemsworth 2012 Miley Cyrus einen Heiratsantrag machte. Klar ist auch, dass die Fast-Ehe nur ein Jahr dauerte. Unklar ist, was seit der Wiedervereinigung in diesem Jahr abgeht. Weder der australische Frauen-Schwarm noch die amerikanische Multitalent-Göre wollen etwas zum Gerücht sagen, dass sie wieder verlobt sind. Was tut man da? 

Zu einem Trick greifen. Man beginnt seine Frage einfach mit "Ihr Verlobter" und wartet ab, ob sie das dementiert. Was Miley nicht tat. Und dann fragt man weiter.

Sie sind so temperamentvoll und Ihr Verlobter eher introvertiert. Wie passt das zusammen?

Cyrus: Schon sehr viel Temperament, aber das hebt er sich für mich auf. Er ist ein sehr ausgeglichener Typ, was er als Schauspieler auch sein muss. Er ist wie eine leere Leinwand, die man beliebig bemalen kann. Ich bin keine Schauspielerin oder Sängerin oder irgendwas. Ich bin nur ich und kann so sein wie ich mag. Ich bin eine Leinwand, die bereits voller Farben und Kleckse ist.

Welche Vorzüge hat Liam noch?

Cyrus: Er ist ein Multitalent. Er surft, er fotografiert und er ist ein Künstler. Er malt unheimlich gute Bilder.

Sie verbringen viel Zeit bei Liam in Australien….

Cyrus: …und ich werde da vielleicht ganz hinziehen.

Nach einer Hochzeit?

Cyrus: Nein, falls Donald Trump im November zum Präsidenten gewählt wird. Ich bin so froh, dass ich jemanden habe, der in Australien wohnt und bei dem ich bleiben kann. Liam kommt von einer kleinen Insel, Phillip Island. Da laufen Kühe am Strand rum. Es fühlt sich ein bisschen an wie mein Heimatstaat Tennessee, deshalb mag ich es da auch so sehr.

Schauspiel-Comeback dank Woody Allen

Nach dem Ende Ihrer Serie im Disney-Kanal haben Sie sich hauptsächlich auf Ihre Musikkarriere konzentriert. Jetzt geben Sie Ihr großes Schauspiel-Comeback in Woody Allens neuer Amazon-Serie „Crises in Six Scenes“. Warum?

Cyrus: Ehrlicherweise hatte ich gar nicht vor, wieder zu schauspielern. Als ich das Angebot bekam, wollte ich es eigentlich ablehnen. Nur war es mir zu peinlich, einen Woody Allen anzurufen und ihm zu sagen „Sorry, ich will lieber mit meinen Schweinen spielen“. (lacht)

Wie bitte?

Cyrus: Ja, ich habe zwei Hausschweine. Pig Pig und Puddles. Pig Pig hatte mir jemand auf meiner Tournee geschenkt. Sie hat mit in den Hotels geschlafen. Ich musste sie immer im Schrank verstecken, wenn die Hotelangestellten ins Zimmer kamen. Puddles habe ich vor einigen Monaten dann als Gefährten für Pig Pig adoptiert. Weil ich außerdem noch sieben Hunde und meine zwei Mini-Pferde Pumpkin und Dumplin habe, brauchte ich mehr Platz. Deshalb habe ich mir eine Farm in Nashville gekauft. Ich war dort gerade erst hingezogen, als ich das Angebot von Woody Allen bekam.

Waren Sie aufgeregt, als Sie plötzlich einer Hollywood-Legende beim Vorsprechen gegenüber saßen?

Cyrus: Ursprünglich nicht. Weil ich mir gesagt habe „Wenn’s nicht klappt, dann freue ich mich darauf, mit den Schweinen zu spielen“. Doch dann bekam ich das Drehbuch und war von der Figur, die ich spiele, wie besessen. Es war so, als würde ich in einen Spiegel schauen. Die Frau im Skript war ich – nur in einer anderen Ära.

Allen hat Ihr Talent in Interviews sehr gelobt.

Cyrus: Das wurde mir auch erzählt. Am Set wartet man auf ein Lob von Woody aber vergebens. Man muss ein großes Selbstvertrauen haben, um mit einem Regisseur wie ihm zusammen zu arbeiten. Denn wer Bestätigung und Schulterklopfen nach einer Szene erwartet, der ist bei ihm fehl am Platze.

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Woher kommt Ihr Selbstbewusstsein?

Cyrus: Ich glaube das liegt in meiner verrückten Natur. Ich bin keine selbstbewusste Person, aber ich weiß, wie ich meine Unsicherheiten gar nicht erst hochkommen lasse. Anstatt mich darauf zu konzentrieren, schön zu sein, versuche ich lieber witzig rüberzukommen und Leute zum Lachen zu bringen. Das gibt mir dann immer einen großen Schub Selbstsicherheit.

Sie sind es gewöhnt, auf Ihren Welttourneen die Superstar-Behandlung zu bekommen. Wie groß war die Umstellung, plötzlich einer von vielen am Set zu sein?

Cyrus: Glauben Sie mir, ich brauche keine Mega-Garderobenwagen mit Whirlpool, Kaviar und Fußmassagen. So etwas finde ich total albern. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und konnte mich auf meine Leistung konzentrieren. Es gab nichts Wichtigeres für mich als Woodys Vertrauen in meine Leistungsfähigkeit nicht zu missbrauchen.

"Die Leute denken, ich bin eine Partymaus"

Wie sind Sie, wenn Sie nicht im Rampenlicht stehen?

Cyrus: Die Leute denken, ich bin eine Partymaus, die jede Nacht bei Drake oder irgendwelchen Rappern Party macht. In Wirklichkeit habe ich am liebsten meine Ruhe. Ich verkrieche mich zuhause, schmuse mit meinen Tieren und mache Ashtanga Yoga. Das ist so etwas wie meine Religion geworden.

Wenn die Kameras auf Sie gerichtet sind, dann provozieren Sie aber schon gerne.

Cyrus: Was ich tu, tu ich aus Überzeugung. Und wenn manches als extrem rüberkommt, dann ist es mir lieber, als farblos und unscheinbar zu sein. „Sie war unscheinbar“ wird hoffentlich nie auf meinem Grabstein stehen. Wenn ich mich für etwas entscheide, dann tu ich es mit Leib und Seele oder gar nicht. Viele halten mich deshalb für „fucking crazy“, ich glaube aber, dass ich viel ausgeglichener bin als es den Anschein hat.

Stört Sie Ihr Crazy-Ruf dann?

Cyrus: Ach Quatsch. Ich bin ja nicht wirklich geisteskrank. Wenn crazy heißt, dass ich all das tu, was mir Spaß macht, dann stimmt es.

D. Sindermann

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