+
Ihr flogen die Herzen nicht nur zu Lebzeiten zu: Lady Di  berührt viele Menschen auch weit über ihren Tod hinaus.

Serie zum 20. Todestag

Adelsexperte im Interview über Lady Di: „Sie besaß ein besonderes Talent“

Vor 20 Jahren starb Lady Di. Noch heute erinnern sich viele Menschen wehmütig an die Prinzessin der Herzen. Adelsxperte Rolf Seelmann-Eggebert erklärt im Interview, warum das so ist.

München - Knapp 40 Jahre lang war Rolf Seelmann-Eggebert (80) als ARD-Adelsexperte bei jedem Großereignis in Europas Königshäusern dabei. Er ist den Royals so nahe gekommen wie kaum ein anderer Journalist. Im tz-Interview spricht er über Dianas Vermächtnis für die Prinzen ­William und Harry.

William und Harry haben vor Kurzem zum ersten Mal so offen und persönlich wie nie über den Tod ihrer Mutter gesprochen. Was - oder sollte man besser fragen, wer - hat dies bewirkt?

Rolf Seelmann-Eggebert: Es ist der 20. Jahrestag ihres Todes. Und ich habe den Eindruck, dass die Prinzen den Anlass nutzen möchten, alles das, was immer noch offen war, einmal darzulegen. Das haben sie mithilfe eines Fernsehfilms einerseits getan. Andererseits ist im KensingtonPalast ein kleiner Garten eingerichtet worden. Auf eine Büste wird gewartet. Und das in einem Augenblick, in dem William mit seiner Familie dort einziehen wird. Nun soll an seinem Wohnort eine Erinnerung an die Mutter beziehungsweise Großmutter seiner Kinder entstehen und dafür sorgen, dass Dianas Botschaft nicht verstummt.

Seelmann-Eggebert: Meinen Sie mit Botschaft vor allem diese Herzlichkeit mit der sie auf Menschen zuging?

Seelmann-Eggebert: Wenn sich die Menschen weltweit an Diana erinnern, dann hat das sehr viel damit zu tun, dass sie ein Kommunikationstalent besonderer Art besaß. Sie hat sich um Menschen gekümmert, um die sich sonst niemand kümmerte - um Obdachlose, Aidskranke, Kriegsverletzte, denen es wirklich schlecht ging. Sie hat sie mit einem Lächeln beschenkt, das im Gedächtnis geblieben ist.

Sie haben William, Kate und die Kinder bei deren Deutschlandbesuch begleitet. Die Familie wirkte herzlich und nahbar. Werten Sie die Gestaltung ihrer Auftritte als Hommage an Diana?

Seelmann-Eggebert: Persönlich bin ich der Meinung, dass dieses Verhalten nichts mit Diana zu tun hatte. William und Kate waren auf Drängen des eigenen Auswärtigen Amtes in Deutschland. Es war eine Charmeoffensive im Hinblick auf den Brexit. Die Briten haben verstanden, dass sie viele Europäer vor den Kopf gestoßen haben. Und sie halten dagegen, indem sie Menschen auf die Reise schicken, die sich bei uns besonderer Beliebtheit erfreuen.

Die Queen hatte zu Diana nie ein besonders inniges Verhältnis. Nun zum 20. Todestag dieser erneute Hype um die Ex-Schwiegertochter, die sie quasi noch aus dem Jenseits verfolgt. Wie geht Eliza­beth II. damit um?

Seelmann-Eggebert: Inzwischen - nicht zuletzt aus Liebe zu ihren Enkeln - eher gelassen. Wobei man schon sagen muss, dass sie den Schrecken dieser Woche 1997 für den Rest ihrer Tage nicht vergessen wird. Diana ist damals eine große Herausforderung gewesen. Als die Todesnachricht kam, bedurfte es vieler Berater und der britischen Regierung, bevor die Queen überhaupt bereit war, das Minimum zu tun, was das Volk von ihr erwartete: die Standarte vor dem Buckingham-Palast auf Halbmast zu setzen, eine Rede zu halten und der Ex-Schwiegertochter den nötigen Respekt zu zollen. Wobei man sagen muss: Bis zu dem Zeitpunkt, als Diana öffentlich Zweifel hegte, dass Charles ein guter König werde, hat die Queen immer zu Diana gehalten, die Tür stand immer offen. Erst dann sagte sie: Enough is enough - genug ist genug. Die Queen gelangte zu der Einsicht, dass die Ehe am Ende ist und geschieden werden muss. Das war sozusagen ihr Werk. Daraus resultierte ihre scheinbar harte Haltung nach dem Tod der Prinzessin.

Hat man am Hof daraus Lehren für die Zukunft gezogen?

Seelmann-Eggebert: Die jungen Royals, die in Deutschland unterwegs waren, haben Dinge während dieser Reise gemacht, die vor zehn Jahren unvorstellbar gewesen wären. Da waren Showelemente wie diese Ruderregatta dabei! Es gab Szenen, die vor zehn Jahren unmöglich gewesen wären.

Die Söhne haben einen Film gedreht, um zu zeigen, was für eine liebevolle Mutter Diana war. Glauben Sie, dass Charles als Vater in der Öffentlichkeit manchmal schlechter wegkommt, als es ihm eigentlich zustünde?

Seelmann-Eggebert: In der Öffentlichkeit sicher. Nicht umsonst fragt man sich, ob nicht gleich William der Königin auf den Thron folgen sollte. Man sollte sich da aber keiner Illusion hingeben. So wie die Dinge heute stehen, wird Charles dieses Amt übernehmen. Und er ist darauf auch besser vorbereitet. Ich denke auch, dass es sehr klug von ihm war, keine Auftritte für sich oder gar Camilla in dem Film einzufordern. Er hat die Bühne allein den Jungs und ihrer Mutter überlassen.

Kennt sich im englischen Königshaus bestens aus: Rolf Seelmann-Eggebert ist der Adelsexperte der ARD.

Das Verhältnis zwischen Charles und seinen Söhnen ist also herzlicher, als man das in der Öffentlichkeit wahrnimmt?

Seelmann-Eggebert: Das stelle ich mir so vor. William hat auch erklärt, er sehe keinen Grund und keine Freude daran, den Vater in der Thronfolge zu überspringen. Und wenn man gemeinsame Auftritte der beiden sieht, wirken sie immer wie ein Herz und eine Seele. William und Harry haben auch das Verhältnis zu Camilla relativ früh geklärt, sodass da kein Groll zurückgeblieben ist.

Als William seine Kate geheiratet hat, wurde die Braut oft mit Diana verglichen. Man fragte sich, ob es für einen zweiten Diana-Effekt reichen würde.

Seelmann-Eggebert: Was Kate mit ihrer verstorbenen Schwiegermutter verbindet, ist das Kommunikationstalent. Sie kann auf Leute zugehen, sie vermag schwierige Situationen wegzulächeln, sie hat ein natürliches Auftreten und ist mindestens genauso sehr wie Diana Brücke zwischen Königshaus und Bevölkerung. Insofern ist Kate schon eine perfekte Nachfolgerin. Was sie außerdem auszeichnet: Sie kann ihren Mann stark unterstützen. Das hatte Charles, als er Diana heiratete, nicht mehr nötig. William freut sich noch, wenn man ihm den Rücken streichelt und sagt: ,Du hast deine Sache gut gemacht’.

Diana war damals selbst noch sehr jung und konnte das Charles deshalb nicht geben?

Seelmann-Eggebert: Sie wusste, dieser Mann ist perfekt in all’ diesen Fragen. Sie musste sich ihre eigene Rolle suchen. Und das hat sie dann so erfolgreich getan, dass Charles überrascht gewesen sein dürfte, wie sehr sie ihm am Ende die Show gestohlen hat.

Das dramatische Ende einer Flucht vor den Paparazzi: Die Limousine ist im Pariser Alma-Tunnel an einen Pfeiler geknallt - wenig später erliegt Lady Di ihren Verletzungen.

Wäre sie stolz auf ihre Söhne?

Seelmann-Eggebert: Ganz bestimmt. Sie waren ein Herz und eine Seele, und es hätte sie wohl nichts daran hindern können, das auch zu bleiben. Ich denke auch, dass Diana mit ihrer Schwiegertochter sehr zufrieden gewesen wäre. Jetzt geht es nur noch darum, dass Harry fündig wird.

Wie stehen die Chancen für Meghan Markle?

Seelmann-Eggebert: Es ist sehr selten, dass der Hof an die Presse appelliert, die beiden ihrem Privatleben zu überlassen. Dahinter steckt mindestens die Warnung: Passt auf, es kann sich hier um eine künftige Prinzessin handelt.

Interview: Sabine Schwinde

Lesen Sie auch:

Deutschlands größter Fan will Diana ein Denkmal setzen

Lady Diana und die Männer: Verraten und verlassen

Der 31. August 1997: Der Tag, an dem Englands Rose starb

Vor 30 Jahren besuchte Lady Di Bayern - das rettete fast ihre Ehe

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Helene Fischer: Nanu? Bauch-Wölbung zu erkennen - das sagt sie dazu
Helene Fischer zeigte sich auf einer Geburtstagsfeier eines Unternehmers verändert. Nun äußerte sich die Sängerin über ihre Zukunftspläne, auch ihr Aussehen wird dabei …
Helene Fischer: Nanu? Bauch-Wölbung zu erkennen - das sagt sie dazu
Lena Meyer-Landrut macht in München skurrile Entdeckung - und fühlt sich verfolgt
Am Montagabend stand Lena in der Münchner Tonhalle auf der Bühne. Zuvor machte sie aber eine skurrile Entdeckung und ließ die Fans auf Instagram daran teilhaben.
Lena Meyer-Landrut macht in München skurrile Entdeckung - und fühlt sich verfolgt
Cathy Hummels legt mit neuem Bikini-Foto aus Miami nach - Fans mustern es ganz genau
Cathy Hummels war mit ihrem Mann Mats Hummels (30) und Söhnchen Ludwig (1) im Urlaub. Nun meldet sie sich aus Miami zurück. Der heiße Schnappschuss bringt Fans …
Cathy Hummels legt mit neuem Bikini-Foto aus Miami nach - Fans mustern es ganz genau
Kim Kardashian erntet heftigen Shitstorm für neue Unterwäsche-Marke: „Hab ein wenig Respekt“
Für ihre neue Unterwäschemarke erntet Kim Kardashian im Netz reichlich Kritik. Zumindest in Japan finden viele den Namen des Labels unangebracht.
Kim Kardashian erntet heftigen Shitstorm für neue Unterwäsche-Marke: „Hab ein wenig Respekt“

Kommentare