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Mieze von der Band MIA. kommt wieder nach München.

20. Jubiläum der Band

Interview mit MIA.: „Suchen weiter nach DEM Song“

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Seit über 20 Jahren tourt und begeistert die Band MIA. Im kommenden Jahr kommt sie wieder nach München. Wir haben gefragt, wie sie ihre Texte findet.

München - Als Schüler zusammengefunden rockt die Band MIA. seit 20 Jahren die Bühne und begeistert mit ihren tiefen Songs, was sie mit ihrer anstehenden NIE WIEDER 20-Tour ordentlich feiern werden. Im Interview haben wir sie gefragt, welche Herausforderungen sich hinter ihren Songs bzw. dem Songwriting verbergen.

Ihr habt viele tolle Songs geschaffen – lyrisch wie melodisch, die Eure Fans vor allem auf Konzerten ordentlich feiern. Da man vermutlich beim Songschreiben immer wieder etwas Neues entdecken kann, ist es sicher schwer, zu entscheiden, wann ein Song mal fertig ist. Wann sagt Ihr: Nun ist der Song genauso, wie wir ihn haben möchten?

MIA.: Das ist eine ganz wunderbare Frage, weil wir uns dabei oft zwischen zwei altbekannten Polen bewegen. Einerseits wünschen wir uns für die meisten unserer Songs einen reduzierten, auf das Wesentliche beschränkten Ausdruck, aber andererseits ist die Verlockung, dann doch nach kleinen Add-ons oder Verbesserungen zu suchen, sehr groß. Denn manchmal entstehen aus diesen Kleinigkeiten genau diejenigen Wendungen und Stimmungen, die einem Stück unverwechselbar guttun. Wenn wir einen Song schon eine Weile beim Wickel haben, orientieren wir uns zwischendurch öfter mal am allerersten Demo, um wieder in den "Reset"-Modus zu kommen, aber ansonsten und überhaupt kommt es einfach immer auf den Song an. 

Diese Herausforderung des Songschreibens ist sicher nicht immer Freude. Wann entwickelt sich Songwriting zum Frust und was macht Ihr dann?

MIA.: Frustrierend ist es meist, wenn man nach einer ehrlichen Bestandsaufnahme feststellt, dass viele Tage oder Wochen Arbeit an einem Song noch keine substantielle Verbesserung bedeuten.  Am besten ist es dann, wenn man dann noch andere Kandidaten hat, an denen weiter gewerkelt wird. Wenn das nicht möglich ist, hilft frische Luft oder eventuell ein Kinobesuch.

Was ist Euer Ansporn für einen Song? Was muss er alles haben, damit er zu einem MIA.-Song wird?

MIA.: Er muss sich an irgendeiner winzigen Stelle vertraut anfühlen, darf aber trotzdem nicht nach Wiederholung klingen. Außerdem suchen wir natürlich weiter nach "dem Song"...

An neuen Songs bzw. Alben zu arbeiten, bedeutet auch, sich zu entscheiden, was man sagen möchte und wie man es sagen möchte. Veränderung, Entwicklung und der Wunsch, mal Neues auszuprobieren, aber gleichzeitig auch seiner Richtung treu zu bleiben, gehen damit einher. Wie geht Ihr an diese Dinge heran? Passiert das ganz natürlich, also seid Ihr völlig aufgeschlossen für das, was da kommen mag? Oder geht Ihr schon mit konkreten Ideen ein Album an?

MIA.: Die initialen Ideen, aus denen unsere Songs entstehen, sind in Gestalt, Umfang und Herkunft erst einmal total unterschiedlich. Inhaltliche Ansätze, konkrete Worte, Wortgruppen oder auch musikalische Motive kommen einfach angeflogen. Dagegen kann man überhaupt nichts machen und das ist auch gut so. Das muss so sein… bzw: So ist das einfach! Wir können es nicht ändern.  Entscheidend beeinflussbar ist dann schon eher der Filter, der die Richtung bestimmt, die ein Song bekommen soll.  Da haben wir schon alles Mögliche ausprobiert - vom totalen Dogma bis zum totalen Freestyle war alles dabei. Das wird im Prinzip für jedes Album neu entschieden (und dann gern auch wieder umgeworfen). Ganz verkürzt betrachtet, gibt es zwei Hauptanforderungen, denen wir immer wieder begegnen und an denen wir uns immer wieder abarbeiten: Erstens, wie bekommen wir unsere vier verschiedenen Referenzsysteme unter einen Song-Hut? Zweitens, wie klingt der perfekte MiA.-Song, wie muss sich das für uns anfühlen? Und sind wir mit dem Song, an dem wir gerade arbeiten, der Beantwortung dieser Frage ein Stück näher gekommen? Alles in allem kann man sagen, dass die Hauptarbeit bei einem MiA.-Album darin besteht, aus Unordnung Ordnung zu machen, ohne das Entstehen weiterer Unordnung zu verhindern.

MIA.

Wann: 28. April 2018, 20 Uhr 

Wo: Backstage Werk 

Tickets: ab 36 Euro, erhältlich an allen bekannten Vorverkaufsstellen

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