Jackson: "Nicht schuldig" - Nächster Gerichtstermin 13. Februar

- Santa Maria - Bei seinem ersten Auftritt vor Gericht im Verfahren wegen angeblichen Kindesmissbrauchs hat Popstar Michael Jackson seine Unschuld beteuert. "Nicht schuldig", sagte der 45- Jährige am Freitag mit leiser Stimme, als der Richter ihn aufforderte, zur Anklage Stellung zu nehmen. Mehrere 100 Fans unterstützten Jackson vor dem Gerichtsgebäude in der kalifornischen Kleinstadt Santa Maria lautstark. In Sprechchören und auf Plakaten forderten sie ein Ende des Verfahrens.

<P>Mit einer Standpauke von Richter Rodney Melville begann für den einstigen "King of Pop" der erste Gerichtstermin in dem weltweit für Aufsehen sorgenden Verfahren. "Das ist eine Beleidigung des Gerichts", rügte der Richter Jacksons fast 20-minütige Verspätung. "Ich erwarte, dass Sie bei den nächsten Gerichtsterminen pünktlich sind." Richter Melville setzte den nächsten Gerichtstermin, bei dem es um eine detaillierte Anhörung des Falls vor der Eröffnung des Hauptverfahren geht, auf den 13. Februar fest.</P><P>Jackson hatte nach seiner verspäteten Ankunft einigen Fans sogar noch die Hände zur Begrüßung gereicht und mit gespreizten Fingern das Victory-Zeichen gezeigt. Der einstige "King of Pop", im Anzug und mit einer weißen Armbinde, musste zwei Mal einen Metalldetektor passieren, ehe Sicherheitskräfte ihn in den Gerichtssaal führten. Die Eltern und Geschwister des Stars, unter ihnen Jermaine und Janet Jackson, waren ebenfalls erschienen.</P><P>Für Multimillionär Jackson, dessen Alben weltweit rund 165 Millionen Mal verkauft wurden, steht viel auf dem Spiel. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 45-jährigen vor, im Februar und März vergangenen Jahres einen damals 13-jährigen Jungen sieben Mal sexuell missbraucht zu haben. In zwei Fällen soll er das Kind unter Alkohol gesetzt haben. Bei einer Verurteilung drohen dem Pop-Star mehr als 20 Jahre Haft und damit das Ende seiner Künstlerkarriere.</P><P>Jacksons Anwalt Mark Geragos hatte kurz vor dem Gerichtstermin, der nur der Auftakt für ein vermutlich Monate langes Verfahren ist, im Namen seines Mandanten alle Vorwürfe des Kindesmissbrauchs zurückgewiesen. Jacksons Erscheinen wurde von einem massiven Sicherheitsaufgebot und einem Medienauftrieb begleitet. Derweil wurde bekannt, dass Jackson die Anreise seiner Fans mit Bussen zu Protestaktionen im Rahmen der "Karawane der Liebe" bezahlt hat. Beistand erhielt er am Freitag aus dem fernen Moskau: Dort bekundeten mehrere Dutzend Fans vor der US-Botschaft ihre Unterstützung.</P><P>Vor dem Gerichtssaal drängten sich Moderatoren und Kamerateams von rund 40 amerikanischen und ausländischen Stationen. Bereits vor Sonnenaufgang waren am Freitag zahlreiche Fans mit Spruchbändern wie "Keine Beweise!" und "Michael ist unschuldig!" erschienen. Einige sangen Jackson-Songs wie "Beat It" und forderten in Sprechchören die Einstellung des Verfahrens. Der 45-Jährige lud seine Fans noch für Freitag (Ortszeit) zu einer Party auf seine Neverland-Ranch ein.</P><P>Zum Großaufgebot von Polizei und FBI gehörten auch Scharfschützen, die in der Umgebung des Gerichtes in Stellung gingen. Spezialisten mit Sprengstoffspürhunden suchten die Gegend nach Bomben ab. "Wo es so einen Menschenauflauf und so viel Medienaufmerksamkeit gibt, muss man sich gegen Terroristen schützen", sagte ein Behördensprecher. Kommentatoren verglichen die Medienaufmerksamkeit für das Verfahren mit jener für den Doppelmord-Prozess gegen US-Footballstar O.J. Simpson, der knapp zehn Jahre zuvor begonnen hatte. Simpson war seinerzeit nach einem Monate langen Prozess frei gesprochen worden.</P><P>Ähnlich wie damals der Football-Star ist auch Jackson dazu übergangen, sein Verteidiger-Team zu vergrößern. Staranwalt Geragos, zu dessen Mandanten zahlreiche Hollywood-Größen gehören, arbeitet seit Freitag auf Wunsch Jacksons mit dem ebenfalls in Prozessen gegen Prominente sehr erfahrenen Verteidiger Ben Brafman zusammen. Brafman hatte unter anderem einen Freispruch für den Rapper Sean "P.Diddy" Combs erwirkt, der in New York wegen Bestechung und unerlaubten Waffenbesitzes vor Gericht stand.</P><P>Zahlreiche Busse, die Fans des einstigen "King of Pop" nach Santa Maria brachten, waren am Vortag sowie in der Nacht von Los Angeles und von Las Vegas aus gestartet. Zunächst hatte es geheißen, ein "anonymer Spender" habe die Busse bestellt. Doch am Freitag enthüllte der TV-Sender CNN, dass Jackson selbst für die Transportkosten des Fanrummels aufkommt.</P>

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