Jacksons Vergangenheit wird vor Gericht aufgerollt

- Santa Maria - Die Jury im Missbrauchsprozess gegen Michael Jackson könnte schon am kommenden Montag frühere Vorwürfe sexueller Belästigung anhören. Staatsanwalt Tom Sneddon kündigte an, entsprechende Beweise Anfang nächster Woche im Gericht von Santa Maria zu präsentieren.

<P>Das berichtet die "Los Angeles Times". Richter Rodney Melville hatte der Anklage grünes Licht gegeben, andere junge Männer, die in der Vergangenheit angeblich von dem Popstar belästigt wurden, in den Zeugenstand des Gerichts zu rufen.</P><P>Ein Psychologe, dem sich das angebliche Opfer Jacksons aus dem laufenden Verfahren anvertraut hatte, war am Mittwoch nur kurz zu Wort gekommen. Während einer halbstündigen Befragung durch die Staatsanwaltschaft habe der Kinderpsychologe Stan Katz nicht über Einzelheiten des möglichen Missbrauchs gesprochen, berichtete die "Times". </P><P>Prozessbeobachter hatten Katz zuvor als wichtigen Zeugen der Anklage eingestuft. Ihm hatten sich der jetzt 15-jährige Junge und dessen jüngerer Bruder im Juni 2003 anvertraut. Der Experte kam dabei zu dem Schluss, dass Jackson den früheren Krebspatienten sexuell belästigt habe.</P><P>Katz gab vor der Jury zu Protokoll, dass jugendliche Missbrauchsopfer meistens die Wahrheit sagen und falsche Anschuldigungen eine Ausnahme seien. Der kurze Auftritt des Psychologen bot Jackson-Anwalt Thomas Mesereau nach Angaben der "Times" wenig Angriffspunkte.</P><P>Unterstützung bekam die Verteidigung aber durch die weitere Vernehmung einer Stewardess, die Jackson und die Familie des angeblichen Opfers auf einem Flug zwischen Kalifornien und Florida begleitet hatte. Sie habe dabei nicht beobachtet, dass Jackson dem damals 13-Jährigen Alkohol zu trinken gab. Der Junge habe ihr gegenüber damit angegeben, dass er von dem Popstar eine teure Uhr erhalten haben, gab Cynthia Bell zu Protokoll.</P><P>Bereits am Dienstag hatte sie vor der Jury geschildert, dass sie Jackson in der Luft Weißwein in einer Cola-Dose serviert habe - aber auf eigene Initiative. Der Sänger sei auf Flügen nervös gewesen und trank darum Wein, hatte jedoch Bedenken, dies vor den Augen der Kinder zu tun. Bell beschrieb den Teenager als laut und recht unausstehlich während des Fluges. Jackson und seine Kinder hätten sich dagegen höflich verhalten.</P><P>Jackson (46) ist angeklagt, den Jungen im Februar und März 2003 mindestens zwei Mal auf seiner "Neverland"-Ranch missbraucht zu haben. Ihm drohen 20 Jahre Haft, sollte er in allen zehn Punkten der Anklage schuldig gesprochen werden.</P>

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