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Tel Aviv hat Caitlyn Jenner als Ehrengast zur Gay-Pride-Parade eingeladen, sie könne "als Botschafterin für die Transgender-Gemeinschaft dienen".

Gay-Pride-Parade in Tel Aviv

Jenner als Ehrengast bei der Gay-Pride-Parade

Tel Aviv - Die Gay-Parade in Tel Aviv steht dieses Jahr im Zeichen der Solidarität mit Transgender-Menschen. Wer passt da besser als Galionsfigur als Bruce Jenner nach seiner Verwandlung zu Caitlyn Jenner?

Die israelische Küstenstadt Tel Aviv hat Caitlyn Jenner (65) als Ehrengast zur diesjährigen Gay-Pride-Parade eingeladen. Man habe dem früheren Zehnkampf-Olympiasieger Bruce, der künftig als Frau leben will, eine Einladung geschickt, bestätigte eine Sprecherin der Stadtverwaltung am Donnerstag. „Wir haben aber noch keine Antwort bekommen“, sagte Hannah Confino.

Jenner hat mit Fotos in der Zeitschrift „Vanity Fair“ und einem Namenswechsel großes Aufsehen erregt. Sie könne „als Botschafterin für die Transgender-Gemeinschaft dienen“, erklärte Sprecherin Confino. Die Parade steht in diesem Jahr im Zeichen der Solidarität mit Transgenders. Bei Transgender-Menschen geht es um die Identität und die Abweichung von klassischen Geschlechterrollen. Sie fühlen sich nicht wohl in der Rolle, die ihnen wegen äußerer Geschlechtsmerkmale bei der Erziehung zugewiesen wurde.

Dragqueen Conchita Wurst ist ebenfalls dabei

Zu der Veranstaltung am Freitag kommender Woche wird auch die bärtige Dragqueen Conchita Wurst aus Österreich erwartet. Die Veranstalter rechnen bei der diesjährigen Parade mit einer Rekordzahl von 180 000 Teilnehmern. Schon in den Tagen vor der Gay-Pride-Parade laufen in Tel Aviv viele Aktivitäten für Schwule, Lesben und Trans-Menschen.

Israel hat sich bereits in der Vergangenheit offen gegenüber Transgender-Menschen gezeigt. Die als Mann geborene Popsängerin Dana International hat den jüdischen Staat zweimal beim Eurovision Song Contest vertreten. 1998 gewann sie den Wettbewerb in Birmingham mit dem Song „Diva“.

Caitlyn Jenner eine "riesige Inspiration"

Die Stadtverwaltung veröffentlichte den Einladungsbrief an Jenner auf Facebook. Ratsmitglied Yaniv Waizman schrieb darin, er sei „tief beeindruckt von Ihrem Mut und Ihrer Bereitschaft, als Ihr echtes Ich zu leben“. Weil Jenner ihren intimen Weg mit allen Schwierigkeiten offengelegt habe, sei sie „hier in Tel Aviv eine riesige Inspiration und eine Person, zu der wir alle aufschauen“. Angesichts der vielen Hürden für Transgenders auf der ganzen Welt habe Jenner mit ihrer mutigen Offenbarung „ganz sicher Leben gerettet“.

Eine Fernseh-Dokumentation zeigt Einblicke in Jenners Leben. In Deutschland ist der Achtteiler „I am Cait“ beim Pay-TV-Kanal „E! Entertainment“ vom 9. August an zu sehen, wie der Sender mitteilte. Die Macher versprechen „einen intimen Einblick in sein Privatleben, seine Ängste und Träume“.

dpa

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