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"Hunger Games”-Heldin Jennifer Lawrence verrät im Interview, aus welchem Holz ihr Traummann geschnitzt sein muss.

Interview mit "Hunger Games"-Heldin

Jennifer Lawrence: "Fühle mich wie Freiwild"

München - Jennifer Lawrence ist ein Profi. Trotz Erkältung schleppt sie sich zum Interview. Im Gespräch verrät sie, wie sie sich ihren Traummann vorstellt und warum sie sich manchmal wie Freiwild fühlt.

Vorsicht, Ansteckungsgefahr! Jennifer Lawrence hustete und krächzte sich schwer erkältet durch das Interview! Es waren die Tribute, die sie dem miesen Wetter in London zollte. Dennoch war die “Hunger Games”-Heldin sich bewusst, was sie der Premiere von “Mockingjay Teil 1” (läuft am 20. bei uns an) beizusteuern hatte: Glanz und Sexappeal. Letzteres mit einem Kleid, das tiefen Einblick gewährte. So tief, dass es Nippel-Alarm und Blitzlicht-Gewitter auslöste. Hatten die Paparazzi damit (mal wieder) bei J.Law die Grenze ihrer Privatsphäre überschritten? Oder anders gefragt:

Hat der Star-Rummel Sie Ihre Unschuld gekostet?

Jennifer Lawrence: Unschuld gekostet würde ich jetzt nicht sagen. Aber es ist schon ein Gefühl der Entfremdung, wenn du von der Welt anders angeschaut wirst. Ich fühle mich nämlich immer noch so wie vorher. Und es schockt mich, wenn ich aus dem Fahrstuhl komme und alle in der Lobby drehen sich nach mir um und raunen.

Nervt es, dass sich die ganze Welt für Ihre Privatsphäre interessiert?

Jennifer Lawrence: Ich weiß, dass ich das große Glück im Leben habe, etwas tun zu dürfen, was ich liebe. Doch besonders mit moderner Technologie, die gegen Prominente eingesetzt wird, fühlt man sich wie Freiwild. Es lässt einen nicht kalt, wenn man ständig verfolgt wird. Hinter jedem Privatfoto, was von mir veröffentlicht wird, stecken drei Stunden Katz- und Mausspiel mit den Fotografen. Das zehrt sehr an der Substanz.

Wo ziehen Sie für sich die Grenze und machen klar „Jetzt reicht’s“?

Jennifer Lawrence: Ich bin realistisch genug zu wissen, dass es unrealistisch ist, mein Privatleben vor der Welt verstecken zu können. Doch wenn jede Regel des Anstands gebrochen wird und einem völlig die Eigenkontrolle geraubt wird, dann ist das unmenschlich. Das darf einfach nicht sein. Und dann mache ich auch schon mal meinen Mund auf.

Kommen Ihnen dann vor Wut auch mal die Tränen?

Jennifer Lawrence: Wenn ich mal heule, dann wird es wirklich schlimm. Aber grundsätzlich weine ich sehr selten. Es ist für mich einfacher, vor der Kamera Tränen zu vergießen als im wahren Leben.

Wenn Sie nicht weinen können, wie verarbeiten Sie dann traurige Momente?

Jennifer Lawrence: Da müssen Sie meinen Therapeuten fragen (lacht). Auf verschiedene Art und Weise. Wenn etwas wirklich sehr traurig ist, dann bricht es schon aus mir heraus.

Oft ist ja der Partner Schuld, wenn es Tränen gibt. Den Gerüchte zufolge sind Sie allerdings gerade Single.

Jennifer Lawrence: Ich rede nicht über Gerüchte.

Grundsätzlich scheinen Sie eine Schwäch für englische Männer zu haben.

Jennifer Lawrence (fängt an zu stammeln): Das, das...ja, das hat echt so den Anschein...oh Gott. Ich weiß nicht. Sie sind halt so charmant. Mist, jetzt fang ich an zu schwitzen und werde auch noch rot (lacht). Ach, ich liebe alle Männer gleich viel.

Was muss ein Mann mitbringen, um Boyfriend-Material zu sein?

Jennifer Lawrence: Er muss gemütlich sein, ich bevorzuge sogar ein wenig langweilig. Ich hasse es, mich zu streiten. Ich will jemand, der sich mit mir meine liebsten Reality-Shows anschaut und der sich nicht verstellt. Dann muss ich es auch nicht.

Lesen Sie, was im Internet über Sie geschrieben wird?

Jennifer Lawrence: Das fällt mir im Traum nicht ein. Ich bin überhaupt nicht an Internet oder Social Media interessiert. Selbst bei meinen Emails hinke ich total hinterher. Ich habe Hunderte von ungelesenen auf meinem Account.

Benutzen Sie nach dem Hacker-Skandal eigentlich Ihr iPhone so wie vorher oder haben Sie neue Vorsichtsmaßnahmen getroffen?

Jennifer Lawrence: Es fällt mir immer noch schwer, über diese furchtbaren Ereignisse zu reden. Und ich denke, dass ich auch alles gesagt habe, was nötig ist. Können Sie mich lieber was anderes fragen?

Können Sie wenigstens verraten, wie man ein solches Trauma verarbeitet?

Jennifer Lawrence: Ich glaube, dass mein Sinn für Humor mir geholfen hat, diese ganze schreckliche Sache zu überstehen. Mein Vater hat mir schon von früh an beigebracht, wie wichtig es ist, sich nicht ganz ernst zu nehmen. Wer über sich selbst lachen kann, der findet auch Humor in allen Lebenslagen. Ich lache wirklich jeden Tag über irgend etwas.

Haben Sie eine Eigenschaft, über die Sie sich täglich ärgern? 

Jennifer Lawrence: Meine Vergesslichkeit. Ich reise ja ständig wegen meines Jobs durch die Welt. Und ich vergesse andauernd mein Ladekabel fürs Mobiltelefon. Ich habe sogar schon mal meinen Pass zu Hause liegen lassen und meine Zahnklammer.

Noch mal zurück zum Humor. Könnten Sie sich vorstellen, in einer Comedy-Serie mitzuspielen?

Jennifer Lawrence: Ich liebe Fernsehen und insbesondere Sitcoms. Ich bin mit „Friends“ groß geworden. Das hat mich inspiriert, Schauspielerin werden. Allerdings würde ich lieber eines Tages Regie bei einer Serie führen, als vor der Kamera zu stehen. Das ist ein großer Traum von mir.

Sie könnten als Mega-Star so einfach aus dem Rampenlicht treten und sich hinter die Kamera stellen?

Jennifer Lawrence: Klar, weil ich mich nicht als Star sehe. Ich sehe mich als ganz normale Frau, die ihre Arbeit verrichtet und danach nach Hause geht. Ich bin oft selbst total hin und weg, wenn ich einen Star sehe.

Wann denn das letzte Mal?

Jennifer Lawrence: Als mich neulich Lorde am Set besucht hat.

Sie sind als taffe, erfolgreiche Frau für viele Girls eine echte Heldin. Setzt Sie das unter Druck, sich besonders gut zu benehmen?

Jennifer Lawrence: Ich stehe sowieso immer unter Druck. Wegen allem und jedem (lacht). Aber im Ernst, es ist mir wichtig, mit gutem Beispiel voran zu gehen und als Frau andere Frauen zu unterstützen. Leider ist es ein Fakt, dass wir zu unseren Geschlechtsgenossinnen oft am gemeinsten sind. Das darf eigentlich nicht sein.

Ist Ihre Vorbildfunktion der Grund, warum man Sie nie im Hollywood-Nachtleben sieht?

Jennifer Lawrence: Nein. Ich habe einfach keinen Bock auf Clubs. Auch wenn es keine Paparazzi gäbe, würde ich nicht bis morgens um die Häuser ziehen und andere Dinge anstellen. Was meine Rolle als Vorbild angeht, da habe ich andere Probleme. Weil ich nicht nachdenke, bevor ich meinen Mund aufreiße. Aber ich arbeite dran.

Woran noch?

Jennifer Lawrence: Nicht zu enttäuscht zu sein, wenn Leute mir in den Rücken fallen. Ich habe neulich einer Freundin zum Geburtstag eine französische Bulldogge gekauft. Von einem alten Bekannten, mit dem ich mich sehr gut verstanden habe. Dann erfuhr ich, dass er heimlich Bilder von mit gemacht und an die Klatschpresse verkauft hat. Es ist so frustrierend, dass ich jetzt bei jeder Person misstrauisch sein muss. So bin ich von Natur aus nicht angelegt, aber ich habe keine andere Wahl. Zumindest bis die Leute aufhören, sich wie Arschlöcher zu benehmen.

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