Jodie Foster bei der Arbeit

- Berlin - Kein roter Teppich, keine tief ausgeschnittene Abendrobe, keine kreischenden Fans: Jodie Foster ist zum Arbeiten nach Berlin gekommen. In ihrer reichlich späten "Mittagspause" nahm sich der Hollywoodstar aus "Das Schweigen der Lämmer" am Mittwochabend Zeit, um neugierige Fragen zu beantworten. Die zierliche 42-Jährige kommt direkt vom Dreh, hat sich schnell eine schlichte Reißverschluss-Jacke und eine schwarze Hose übergezogen und ist blendend gelaunt.

Die winterliche Hauptstadt ist Schauplatz einiger Szenen ihres neuen Psychothrillers "Flightplan". Berlin und die Filmstudios in Potsdam-Babelsberg werden immer attraktiver für die Profis aus Hollywood. Vor Foster drehten hier schon Matt Damon, Charlize Theron und Jackie Chan. Als nächster hat sich Tom Cruise angekündigt.<BR><BR>Foster dreht an diesem Abend unter der Regie des Deutschen Robert Schwentke ("Eierdiebe", "Tattoo") im Oskar Helene Heim, einem ehemaligen Krankenhaus in Zehlendorf. "Es ist ein psychologisches Drama", beschreibt Foster den Film. Sie spielt eine in Berlin lebende Amerikanerin, die gerade ihren Mann verloren hat. Zusammen mit ihrer Tochter will sie zurück in die USA fliegen, doch auf dem Flug verschwindet das Kind spurlos. Keiner der Passagiere scheint die Kleine allerdings gesehen zu haben, die Angst der Mutter wird als Wahnvorstellung abgetan. "Ich mag es, Mütter zu spielen, es ist ein Teil meines eigenen Lebens", erzählt Foster, die selbst zwei Kinder hat.<BR><BR>Die zweifache Oscar-Preisträgerin, Star aus Filmen wie "Taxi Driver", "Angeklagt" und "Panic Room", sieht sich selbst nicht auf das dramatische Fach abonniert. "Ich liebe Thriller", sagt Foster. "Aber ich würde auch gerne einmal in einer romantischen Liebeskomödie spielen, dafür fehlen allerdings die Angebote", so die Schauspielerin. "Um ehrlich zu sein: Ich wirke wohl nicht wie der besonders romantische Typ."<BR><BR>In Berlin steht sie aber vorerst noch einmal für einen Thriller vor der Kamera. Neben dem Dreh im Krankenhaus gab es Außenaufnahmen auf künstlich verschneite Berliner Straßen. Eine Charlottenburger Familie stellte außerdem ihre Altbauwohnung zur Verfügung und zog dafür ins Hotel. "Ich habe noch nie zuvor einen Film in Deutschland gedreht, aber es macht Spaß", meint Foster. "Jedes Mal wenn ich nach Berlin komme, dann sieht es anders aus." Zur Entspannung habe sie sich das Pergamon-Museum angesehen oder sei einfach durch die Straßen der Stadt gelaufen. Besonders angetan habe es ihr außerdem die deutsche Spezialität Schnitzel.<BR><BR>Einen zweiten Dreh in Deutschland hat Foster sozusagen schon in Planung. Sie arbeite immer noch an einem Filmprojekt über die Fotografin Leni Riefenstahl, sagt Foster. "Sie ist eine sehr komplizierte Frau, es ist ein sehr kompliziertes Drehbuch, es ist ein sehr komplizierter Film." Deshalb kann sie auch noch nicht sagen, wann mit den Dreharbeiten begonnen wird, die sie dann auch wieder nach Deutschland führen werden. Für "Flightplan" dreht Foster Ende nächster Woche noch einige Szenen auf dem Flughafen Leipzig, der im Film dann für den Berliner Flughafen ausgegeben wird. Am 27. Oktober 2005 kommt der Film dann in die Kinos. 

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