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Jörg Kachelmann war vor Gericht erfolgreich.

Sie muss Schadenersatz zahlen

Jörg Kachelmann klagt erfolgreich gegen Ex-Geliebte

Frankfurt/Main - Mit einem Gutachten hatte sich Jörg Kachelmann einst gegen den Vergewaltigungsvorwurf seiner Ex-Geliebten verteidigt. Jetzt hat ein Gericht entschieden: Die Frau muss dafür zahlen.

Kachelmann siegt gegen Ex-Geliebte.

Der Wettermoderator Jörg Kachelmann hat Schadenersatz von seiner Ex-Geliebten erstritten. Das Oberlandesgericht Frankfurt verurteilte die Frau am Mittwoch zur Zahlung von mehr als 7000 Euro plus Zinsen. Die Kammer sei davon überzeugt, dass sie ihn „vorsätzlich, wahrheitswidrig der Vergewaltigung bezichtigte“, hieß es in der Urteilsbegründung. Das Landgericht Frankfurt hatte noch in erster Instanz einen Anspruch des Wettermoderators verneint.

Kachelmann hatte die Journalistin Claudia D. auf Erstattung von rund 13 000 Euro für Gutachten verklagt. Mit deren Hilfe hat sich der TV-Moderator im Strafprozess erfolgreich gegen ihren Vergewaltigungsvorwurf verteidigt. Das Landgericht Mannheim hatte den heute 58-Jährigen im Mai 2011 in einem spektakulären Verfahren von dem Vorwurf freigesprochen.

Im Zivilverfahren musste Kachelmann nachweisen, dass seine Ex-Geliebte ihn falsch beschuldigt hat. Ein vom 18. OLG-Senat bestellter Rechtsmediziner hatte in einem Gutachten erklärt, dass viel dafür spreche, dass sich die Radiomoderatorin selbst die Verletzungen beigebracht habe.

Claudia D. hatte im Februar 2010 der Polizei berichtet, sie sei von ihrem damaligen Freund Kachelmann vergewaltigt worden. Der Wettermoderator wurde dann im März 2010 nach der Rückkehr aus Kanada am Frankfurter Flughafen festgenommen und kam anschließend in Untersuchungshaft.

Der Senat des OLG Frankfurt hatte schon im Januar erkennen lassen, dass er die Klage für berechtigt hält. Zuletzt war es vor allem um die Frage gegangen, ob Kachelmann die von ihm geltend gemachten Kosten auch persönlich getragen hat. Ein für die Finanzen zuständiger Angestellter der Meteomedia AG bestätigte, dass Kachelmanns Schweizer Firma damals rund 7000 Euro für Gutachten vorgestreckt habe. Der Zeuge konnte aber nicht sagen, ob Kachelmann das Geld zurückerstattet hat, da der Zeuge im März 2011 das Unternehmen verlassen hatte.

Ex-Geliebte Claudia D.: „Justizskandal“

Nach der Entscheidung zeigte sich Kachelmann „dankbar“ für das Urteil. Es stehe nun zweifelsfrei fest, dass er wegen der falschen Beschuldigungen „Opfer eines Verbrechens“ geworden sei. Nach dem Freispruch in Mannheim im Mai 2011 seien Restzweifel geblieben. Nun habe er das Vertrauen in die deutsche Justiz zurückerhalten.

Claudia D. sprach von einem „Justizskandal“. Ihr vorzuwerfen, sie habe die Vergewaltigung nur erfunden, sei „ein katastrophales Fehlurteil“ eines „rein männlich besetzten Senats“, sagte sie in einer Erklärung, die sie verlas. Mit dem Urteil solle im „männerbündischen Täterstaat Deutschland“ ein Exempel statuieret werden, da Frauen im Kampf gegen sexuelle Gewaltattacken mutiger geworden seien. Die Richter nannte sie „armselige, feige Frauenverächter“.

Ex-Geliebter droht weiteres Ungemach

Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn wies darauf hin, dass wegen der Falschaussage, die zur U-Haft für Kachelmann führte, die Staatsanwaltschaft Mannheim oder Frankfurt aktiv werden könnten. Die Mannheimer Anklagebehörde prüft weitere Schritte. „Wir werden einen Prüfvorgang einleiten, ob möglicherweise der Anfangsverdacht einer falschen Verdächtigung gegen die Ex-Geliebte vorliegt“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dazu würden die schriftlichen Urteilsgründe vom Frankfurter Oberlandesgericht angefordert.

dpa

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