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Jung-Schauspieler Johannes Hallervorden ist der 16-jährige Sohn von Schauspieler und Komiker Hallervorden.

Schauspielkarriere geht richtig los

Johannes Hallervorden: nicht nur „Sohn von Didi“

Berlin - Er trägt einen berühmten Namen und spielt in einer erstaunlich erfolgreichen Fernsehserie mit: Johannes Hallervorden. In gewisser Weise ist der 16-Jährige der Traum von Deutschlehrern.

Er hat einen berühmten Vater. Johannes Hallervorden (16) geht seinen eigenen Weg. Zum Interview im Berliner Schlosstheater kommt er allein und setzt sich konzentriert an einen Tisch im Foyer. Gerade hat der Sohn von Dieter Hallervorden (79) in „Binny und der Geist“ seine erste Hauptrolle im Fernsehen, an Heiligabend tritt er in einer ZDF-Show auf. Seine Schauspielkarriere geht jetzt richtig los.

Im Disney Channel spielt er den Geisterjungen Melchior. Die 13 Jahre alte Binny (Merle Juschka) lernt ihn nach dem Umzug in der alten Berliner Villa ihrer Eltern kennen und erlebt mit ihm Abenteuer. Eine Kinderserie, die Detektiv- und Spukgeschichte verbindet.

Melchior kommt aus dem Jahr 1899, ist lustig und etwas altmodisch. Die Rolle passt zu Johannes Hallervorden, der gut überlegt, wie er etwas formuliert und niemals eine knisternde Chipstüte mit ins Theater nehmen würde. Er ist in der Bretagne, der zweiten Heimat der Hallervordens, und in Berlin aufgewachsen. Im „Wühlmäuse“-Kabarett und im Schlossparktheater, den beiden Bühnen seines Vaters, kennt er wohl jeden Winkel. Fernsehen guckt er wenig. „Ich gehe im Durchschnitt bestimmt zwei- oder dreimal die Woche ins Theater.“

Was Johannes sagt, ist der Traum von Deutschlehrern auf Klassenfahrt, die sich beim Kulturprogramm mit gelangweilten Schülern plagen. Die Bühne fasziniert ihn. „Theater ist ein Medium, in dem wir ganz anders empfinden und erfahren als beim Film. Wenn man einen Film sieht, sagt man: Ach ja, schön. Aber staunen werden wir nur im Theater.“ Das Schlossparktheater will Johannes irgendwann mal übernehmen. Aber erstmal steht das Abitur an, dann soll eine Schauspielausbildung folgen. Was er nächstes Jahr an Drehs und Auftritten plant, verrät er noch nicht.

Produzentin von "Binny und der Geist": Er hatte keinen Promi-Bonus

Für „Binny und der Geist“ absolvierte er eine Auswahl mit mehreren Runden. Produzentin Steffi Ackermann (UFA Fiction) beteuert: „Johannes Hallervorden hatte keinen Promi-Bonus. Er war einfach der Beste beim Casting.“ Er habe etwas ganz Eigenes in die Figur des Melchior gebracht. „Er wirkt fast wie aus der Zeit gefallen. Das passte perfekt!“

Die Serie ist liebevoll gemacht und schlägt ein: Für die Ausstrahlung im Ausland wird das Format in 13 Sprachen synchronisiert. Manchmal wird Johannes auf der Straße erkannt. Für Handyfotos zu posieren, gehört für ihn dazu. Was er nicht mag, ist, wenn Leute ihn einfach so, ohne zu fragen, knipsen. „Wir sind ja nicht im Zoo bei den Affen. Die kann man fotografieren, ohne sie zu fragen.“

Auf seiner Facebook-Seite ist zu sehen, was Johannes alles interessiert, vom Statement zum Nahostkonflikt über Frühlingsbilder bis zur Theaterinszenierung. „Ich lese viel Zeitungen und sehe mindestens einmal am Tag Nachrichten. Und wenn ich eine Meinung habe, sage ich die auch gerne.“ Er eckt damit an. „Immer! Egal, was man politisch sagt, es ist immer falsch.“

Johannes ähnelt Vater Didi Hallervorden in Stimme und Mimik

Wie ist es, Sohn einer Fernseh- und Kabarettlegende zu sein - von jenem Mann, der als blödelnder „Didi“ Inventar der Bundesrepublik ist? Die beiden ähneln sich, in der Stimme und der Mimik. Wenn sie übereinander sprechen, schwingt Wärme mit. In seiner Biografie beschreibt Dieter Hallervorden, der in zweiter Ehe verheiratet ist, die „überschwängliche Freude“, als er mit 63 noch einmal Vater wurde. Gerade ist Hallervorden senior wieder überall: Er hat die Hauptrolle in Til Schweigers Alzheimer-Film „Honig im Kopf“.

Johannes weiß, dass die Leute erstmal skeptisch gucken, was der Junior kann, nach dem Motto: noch so ein Promi-Zögling. Er sagt: „Wir sind zwei verschiedene Menschen und haben auch zwei verschiedene Arten zu spielen, denn ich bin genauso wenig Parodist wie mein Vater. Mein Vater ist ein absolutes Original und genauso arbeite ich auch - ich kopiere nicht, sondern schreibe meine eigene Geschichte.“ Oder auch so formuliert: „Es ist sowohl kompliziert als auch sehr, sehr schön.“

dpa

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