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Hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs: Der Schauspieler John Hurt.

„Alien“ und „Der Elefantenmensch“ machten ihn berühmt

Schauspieler John Hurt gestorben

London - Der britische Schauspieler John Hurt ist tot. Der Charakterdarsteller erlag kurz nach seinem 77. Geburtstag einem Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Auf der Leinwand starb der britische Schauspieler John Hurt unzählige Tode. Legendär wurde die Szene aus dem Science-Fiction-Horrorfilm „Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ von 1979, in der Hurt als Weltraumoffizier Kane zum Opfer eines außerirdischen Parasiten wird.

Jetzt ist Hurt tatsächlich gestorben. Er erlag diese Woche im Alter von 77 Jahren einem Krebsleiden in seinem Zuhause in der englischen Grafschaft Norfolk.

Doch obwohl er viel häufiger als Nebendarsteller auftrat als in der Hauptrolle, wird er mit weit mehr als einer einzigen Szene in Erinnerung bleiben. Hurt wirkte im Laufe seiner über 50-jährigen Karriere als Schauspieler in mehr als 120 Kino- und Fernsehfilmen mit. Sie lesen sich wie eine Liste unter dem Titel „Muss man gesehen haben“.

Er wurde vor allem wegen der einfühlsamen Weise geschätzt, mit der er sich in die Filmrollen hineinversetzen konnte - und machte sich damit unersetzlich. Selbst wenn er nur in einer kleinen Nebenrolle zu sehen war. Seine markanten Gesichtszüge halfen ihm dabei. Die britische Tageszeitung „The Guardian“ schreibt, Hurt habe die Gabe gehabt, allen Filmen an denen er beteiligt war, „Tiefe und Struktur“ zu verleihen.

Er ist auch „Harry-Potter“-Fans bekannt

Jüngeren Kinofans ist Hurt als der Zauberstab-Verkäufer Garrick Ollivander in den "Harry Potter"-Filmen bekannt. Berühmt wurde er aber vor allem durch David Lynchs Film "Der Elefantenmensch" aus dem Jahr 1980. Die tragische Rolle des von einer Krankheit entstellten sensiblen John Merrick brachte ihm eine Nominierung für einen Oscar für die beste Hauptrolle sowie den britischen Filmpreis Bafta ein. Die Dreharbeiten waren für Hurt allerdings eine Tortur - allein für die Maske benötigte er zwölf Stunden.

John Hurt wurde am 22. Januar 1940 im Herzen Englands, nahe Chesterfield, als Sohn eines Pastors und einer Amateur-Schauspielerin geboren. Er studierte zunächst Kunst, begann aber 1960 eine Schauspielausbildung an der Royal Academy of Dramatic Art. Neben Bühnenstücken übernahm er auch kleinere Rollen im Fernsehen, sein großes Vorbild war dabei Alec Guinness und dessen Fähigkeit, die Schauspielkunst aus dem Theater auf den Bildschirm zu übertragen.

Oscar-Nominierung für Rolle in "Midnight Express"

1978 brachte ihm seine Nebenrolle in "Midnight Express" seine erste Oscar-Nominierung sowie einen Bafta-Filmpreis und einen Golden Globe ein. Ein Jahr später übernahm er die Rolle des Alien-Opfers Kane. Die blutige Szene, in der ein Alien aus seinem Brustkorb schlüpft, ist in die Kino-Annalen eingegangen. In Mel Brooks' "Spaceballs" parodierte er später selbst die Szene.

John Hurt spielte in rund 140 Filmen mit. Oftmals übernahm er Nebenrollen, eindringlich spielte er Exzentriker und unter Psychosen Leidende. Einige Rollen habe er nur angenommen, um Geld zu verdienen, gestand er freimütig. "Ich bin für alle Genres zu haben - im Grunde genommen bin ich ein Schauspieler zum Mieten", sagte er einmal. Für seine Verdienste wurde er im Juli 2015 von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.

Hurt wollte den Krebs besiegen

Nach einem erfolgreichen Kampf gegen Alkoholprobleme hatte Hurt einen Monat zuvor öffentlich gemacht, dass er an Krebs leidet. Er zeigte sich optimistisch, ihn besiegen zu können. 

16 Jahre lang war Hurt mit dem französischen Model Marie-Luise Volpelière-Pierrot verlobt, über ihren tragischen Unfalltod im Jahr 1983 kam er lange nicht hinweg. Hurt war insgesamt vier Mal verheiratet und hatte zwei Kinder.

Angst davor, zu sterben, hatte John Hurt nicht, wie er in einem Interview des britischen Magazins „Radio Times“ kurz nach Bekanntwerden seiner Erkrankung sagte. Er hatte es ja auch schon oft geübt.

AFP/dpa

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