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Bon Jovi.

Kritik: Bon Jovis intime Show

Intime Show für Verzückte: Bon Jovis Radio- und Fan-Stunde im Kölner Club Limelight. Eine Konzertkritik:

Wir kennen uns jetzt schon so lange, und du hast dich überhaupt nicht verändert“, biederte sich Thomas Gottschalk an, was Jon Bon Jovi dann fast schon verlegen machte: „Deine Sehfähigkeit lässt nach“, kommentierte er. Die Fans im Kölner Club Limelight waren allerdings der Auffassung von Gottschalk, denn bei jeder Bewegung ihres Stars hob ein verzücktes Gekreische an. Am Rhein hatte die Band aus New Jersey zu einem intimen Radio- und Fan-Konzert geladen.

Man konnte sich also im engsten Kreise vergewissern, ob die Rocker noch gut in Form sind. Nächstes Jahr, am 12. Juni 2011, ist die Band nämlich im Münchner Olympiastadion. Auf die Anmoderation durch Thomas Gottschalk müssen die Fans an der Isar zwar dann vermutlich verzichten – aber sie werden es gut verschmerzen. Jon Bon Jovi ist gut bei Stimme, auch wenn für die weiblichen Fans meist andere Aspekte zählen. Hineingepackt in die Show am Rhein hatte die Band die größten Hits von „You Give Love A Bad Name“ über „Dead Or Alive“ zu „Keep The Faith“ und „That’s My Life“. Auf die darf man sich auch in München freuen, schließlich kommt die Tour gemeinsam mit einem Best-of-Album. Auf dem gibt es auch vier neue Stücke. Im Limelight stellten Bon Jovi die Ballade „What Do You Got“ vor, die als Single ins Rennen geschickt wird.

Mit einigen Soli auf gut einem halben Dutzend Saiteninstrumenten konnte Richie Sambora wieder beweisen, dass er einer der besten Gitarristen im Rockgeschäft ist. Ohne ihn wären Bon Jovi gewiss nicht dort, wo sie sich nach etwa 120 Millionen verkauften Tonträgern befinden. Dreh- und Angelpunkt der Band ist und bleibt freilich der Namensgeber, der seine Mannen auf der Bühne genauso in der Hand hält wie das Publikum davor. Dieses übernimmt oft und gerne den Gesang des Chorus: „Oh-Oh, We’re Living on A Prayer!“ Das Gebet blieb nicht ungehört. Bei der Zugabe „Bad Medicine“ des mit einer Stunde natürlich viel zu kurzen Auftritts wagte sich Jon Bon dann endlich mitten hinein – in die entzückte Fanschar.

"Bleibt euch treu, nur so hat man eine Chance"

Ist es schon wieder Zeit, mit einem Best-of-Album zurückzublicken?

Das passt jetzt ganz gut. Es ist auch eine gute Gelegenheit, einem jüngeren Publikum das Spektrum unserer Musik näher zu bringen. Es war mit der Plattenfirma schon länger ausgemacht, dass ein Best-of-Album erscheinen sollte, auf dem auch neue Lieder sind. Aber irgendwie standen die alle im Zeichen der politischen Entwicklungen. Das passt nicht zu einem Best-of. Also haben wir erst einmal ein anderes Album herausgebracht.

Sie haben für Al Gore und John Kerry vergeblich die Werbetrommel gerührt. Wie schafften Sie es bei Obama?

Keine Ahnung. Eigentlich sollten wir Künstler uns nicht zu sehr einmischen. Ich habe die Leute ja auch nur eingeladen, damit sie Obama zuhören. In unseren Konzerten spreche ich nie über Politik.

Welchen Tipp haben Sie für junge Musiker?

Bleibt euch treu, nur so hat man eine Chance auf eine bleibende Karriere.

Von Antonio Seidemann

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