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Vom "Bett im Kornfeld" zum "König von Mallorca": Jürgen Drews.

So plant er seine Zukunft

Jürgen Drews wird 70: "... solange werde ich da sein"

München - Der König von Mallorca wird 70! Zu seinem Geburtstag verrät Jürgen Drews, was sein Geheimrezept ist und wie lange er die Leute noch mit Schlagern unterhalten will.

Jürgen Drews sitzt im Auto. Er klingt heiser und aufgedreht. "Wo fahren wir eigentlich hin grade?", fragt er seinen Fahrer. Sie sind irgendwo auf der Autobahn in Richtung Berlin. Promotiontour. Das neue Album "Es war alles am Besten" will beworben werden. "Dies ist keine Best-Of CD", stellt er klar. Ausschließlich neue Songs, wenn auch im vertrauten Klang. Bumm Bumm Bumm. Nur weil er heute 70 Jahre alt wird, höre er doch nicht auf, neue Sachen zu machen. "Ich will nicht aufhören. Wozu auch?"

Jürgen Ludwig Drews wird am 2. April 1945 in Brandenburg geboren, mitten in das Ende des Krieges hinein. Der Sohn des Wehrmachtsarztes Dr. Werner Drews spielt Banjo. Mit 15 gewinnt er einen Preis als bester Banjo-Spieler Schleswig-Holsteins. Er liebt den Jazz. Will nach Amerika. Und studiert dann doch erstmal Medizin in Kiel. Nach vier Semestern bricht Drews das Studium ab. "Meine Eltern hörten mich auf einem meiner Auftritte spielen und gaben mir ihren Segen", sagt er. Drews wird Sänger bei den "Les Humphries Singers".

"Ein Bett im Kornfeld" machte Jürgen Drews mit 31 Jahren zum Millionär

Doch dann kommt der Schlager in sein Leben. Er lässt ihn nur widerwillig rein, findet Schlager eigentlich total verstaubt. 1976 macht ihm der berühmte Schlagertexter Michael Kunze ein Angebot. Eine Coverversion eines amerikanischen Countrysongs. Aus "Let your Love flow" von den Bellamy Brothers wird "Ein Bett im Kornfeld" – und Drews mit 31 Jahren Millionär. Da versöhnt er sich mit dem Schlager. Doch in den 80ern wird es still um ihn. Drews zieht nach L.A. und will Rockmusik machen. Das klappt gar nicht mal so schlecht, als "J.D. Drews" schafft er es sogar in die Billboard Charts. In den 90ern kehrt er zurück und hat diese Idee, die ihn bis heute gut ernährt. Er macht den Schlager zur Partymusik und verlegt ihn aus dem Fernsehgarten in die Hallen von El Arenal. Der König von Mallorca ist geboren. Ganz wie mit dem Huhn und dem Ei fragt man sich bis heute, ob Mallorca mehr für Drews getan hat oder umgekehrt.

Der Titel seines neuen Albums "Es war alles am Besten" sei Programm, sagt er. Aber war es das? Hätte er rückblickend nicht doch irgendetwas anders gemacht? "Ich wollte eigentlich nie deutsch singen und mich lieber international orientieren." Denn deutsch singen, das hieße Deutschland, Österreich und Schweiz. Dann sei Schluss. "Aber der Schlager hat nun mal Spaß gemacht, so what?! Und meine Ramona (die Liebe seines Lebens und "geilste Braut von allen", Anm. d. Red.) hätte ich dann auch nicht kennengelernt." Dann also doch; alles am Besten.

Jürgen Drews: "Solange die Leute auf Partys grölen wollen, solange werde ich da sein"

Jürgen Drews als König von Mallorca.

Drews schafft es bis heute, das Alter seines Publikums konstant unter 30 Jahren zu halten. Die Vergreisung der klassischen Schlagergemeinde trifft ihn nicht. "Modernen, poppigen Schlager kannst Du auch auf Grillpartys spielen." Und das sei das Geheimrezept. "Solange die Leute auf Partys grölen wollen, solange werde ich da sein." Sein Banjo hat er immer noch. Manchmal holt er es auf der Bühne hervor und gibt kleine Jazz-Interpretationen. Denn das könne er auch, sagt er und lacht. Heiser und völlig überdreht.

Laura Selz

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