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Stefan Raab ist für Jürgen von der Lippe eine der letzten großen TV-Schaffenden.

Düstere Prognose für deutsche TV-Landschaft

Jürgen von der Lippe: Darum wird er Raab vermissen

Berlin - Jürgen von der Lippe, über Jahre eines der prägendsten TV-Gesichter, empfindet den Abgang von Entertainer Stefan Raab als schmerzlichen Verlust für die deutsche Showlandschaft.

„Für mich ist Stefan Raab der letzte große TV-Schaffende“, sagte von der Lippe (67) der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe keine Ahnung, warum er aufhört. Mit Günther Jauch ist es ja so ähnlich: Beide sind ja schon sehr lange im Geschäft - ich kann mir nur vorstellen, dass es beide leid sind, sich von Nicht-Frontschweinen anpinkeln zu lassen.“

Raab hatte vor knapp drei Wochen angekündigt, sich zum Jahresende aus dem TV-Geschäft zurückzuziehen. Günther Jauch gibt zum selben Zeitpunkt seine ARD-Polittalkshow auf, bleibt aber bei RTL unter anderem mit dem Klassiker „Wer wird Millionär?“ am Ball.

Von der Lippe kritisiert auch, dass zu viele neue TV-Formate nur noch im Teamwork zustande kommen. Das könne nicht gut gehen. Die Show kranke im allgemeinen daran, dass dem Einzelnen nichts mehr zugetraut werde. „Alles muss im Teamwork entstehen, zu viele Leute sitzen zusammen und beratschlagen über eine Sendung“, so von der Lippe, der früher viele Zuschauer in der ARD mit „Geld oder Liebe“ mobilisierte, „Untersuchungen belegen, das dies ineffektiv ist. Auch ein Rembrandt hat seine Schüler nicht gefragt, welches Rot er für einen Mantel verwenden soll.“

Heute wolle kein Produzent oder kein Sender die Verantwortung für die noch so kleinste Fehlentscheidung auf sich nehmen“, sagte der Moderator, dessen Markenzeichen einst die Hawaiihemden waren. „Die Autoren werden mit fünf, sechs Buchfassungen beauftragt und in den Wahnsinn getrieben. Ganz abgesehen von der Papierverschwendung.“ Wollte er als junger Mensch noch einmal mit „Geld oder Liebe“ anfangen wolle, so würde er es heute nicht mal mehr bis zum Programmdirektor schaffen.

Von der Lippe ist zwar im Fernsehen nicht mehr so präsent wie früher, aber nach eigener Aussage trotzdem ein gefragter Mann. „Ich bekomme zurzeit sehr viele Angebote, ich sage das meiste ab, weil es mich nicht interessiert.“ Jetzt hat Sat.1 sein Interesse geweckt. Dort startet der Showmaster an diesem Mittwoch (21.15 Uhr) mit der vierteiligen Reihe „Tiere wie wir“. Darin geht es darum, witzige und kuriose Umstände und Sprüche rund ums Tier aufzuspießen und zu erläutern.

dpa

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