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Ungeheuerliche Vorwürfe macht Wetter-Experte Jörg Kachelmann dem WDR-Intendanten Tom Buhrow.

Kachelmann attackiert WDR-Intendanten

"Buhrow für Unwetter-Tote mitverantwortlich"

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München - Es ist ein ungeheuerlicher Vorwurf: Nach dem schweren Unwetter in Nordrhein-Westfalen macht Jörg Kachelmann den WDR-Intendanten persönlich für den Tod mehrerer Menschen mitverantwortlich.

Am Pfingstmontag war vor allem über Nordrhein-Westfalen ein schweres Unwetter getobt, dem mehrere Menschen zum Opfer fielen. Eine Tragödie, die nach Meinung von Wetter-Experte Kachelmann vermeidbar gewesen wäre, wenn der WDR seine Zuschauer früher gewarnt hätte. Er macht dem Intendanten des Senders, Tom Buhrow, schwere Vorwürfe.

Auf seinem Twitter-Account hatte der Meteorologe seine über 20.000 Follower bereits um 8.47 Uhr morgens vor dem Unwetter gewarnt.

In einem offenen Brief an den Sender-Chef schreibt der 55-Jährige auf seinem Blog wetterkachelmann.wordpress.com: "Den Wetterdiensten war frühzeitig klar, was passieren würde. Ich gehe als Meteorologe ungern Risiken ein und lehne mich zum Fenster raus, wenn ich nicht sicher bin. Gestern Pfingstmontag konnte man es sein.“

Abends um 20.03 Uhr folgt das Update des Wetter-Experten auf dem Kurznachrichtendienst, dass es "wie erwartet losgehe in NRW".

Der WDR2 aber, der den ganzen Tag über nichts zum Thema Wetter getweetet hatte, gab erst eine knappe halbe Stunde nach Kachelmann, um 20.29 Uhr, eine Unwetterwarnung heraus.

Zu dem Zeitpunkt hatte der Sturm jedoch bereits losgelegt. “Obwohl das Unwetter schon Dutzende Kilometer NRW teilweise verwüstet hat, tun Sie, als ob erst etwas bevorstehen würde", wettert Kachelmann gegen den Fernseh-Chef. "Als ob das, was Sie da tweeten, eine Warnung wäre. Es war eine zynische Nachhersage.”

Kachelmann: "Treten Sie zurück, Tom Buhrow"

Tom Buhrow.

Kachelmann wirft dem Sender Planlosigkeit und Untätigkeit vor, "wenn es um Leib und Leben Ihrer Gebührenzahler geht" und schnauzt Buhrow an: "Sie und Ihr Sender waren gestern entweder faul, inkompetent, ignorant oder alles zusammen."

Schließlich fordert der Wetter-Experte den 55-Jährigen unmissverständlich auf: "Treten Sie zurück, Tom Buhrow." Durch sein "Fehlverhalten" sei der Intendant "mitverantwortlich, dass Menschen verletzt und getötet wurden." Er ist überzeugt: „Diese Menschen hätten nicht sterben müssen, hätten alle mitgeholfen, die Zuschauer in NRW live erreichen zu können und rechtzeitig zu warnen".

So reagiert der WDR

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) bestreitet hingegen, zu spät vor dem heraufziehenden Sturm gewarnt zu haben. Eine Sprecherin des beschuldigten Senders sagte, der WDR habe am Pfingstmontag ab 6 Uhr morgens durchgehend Unwetterwarnungen und Schlechtwetterprognosen gemeldet. "Die Unwetterwarnungen, die WDR-Radios vom Deutschen Wetterdienst vorlagen, haben wir wie üblich in allen Nachrichtensendungen übernommen", so Kristina Bausch. Ab dem Vormittag sei auf der Homepage des WDR eine Unwetterwarnung gestanden. "In der Mittagszeit gab es zudem einen Unwetterhinweis via Twitter. Darüber hinaus stellte der WDR im Videotext den ganzen Tag über aktualisierte Unwetterwarnungen bereit." Sie fügte hinzu: "Wie nach jedem Katastrophen- oder Kriseneinsatz werden wir auch in diesem Fall nacharbeiten, was wir künftig gegebenenfalls noch besser machen können."

Kachelmann befindet sich im Dauerstreit mit der ARD, seitdem diese ihn, so sieht er es zumindest, nach den Vergewaltigungsvorwürfen aus dem März 2010, fallen ließ. Diese erwiesen sich am Ende eines schlagzeilenträchtigen Prozesses als haltlos, Kachelmann wurde freigesprochen.

hn

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