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Oliver Kalkofe mit offenen Worten zum Thema Fremdenfeindlichkeit.

Komiker bezieht Stellung gegen Fremdenhass

Kalkofe: "Gewalt war schon immer Sprache der Dummen"

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München - Til Schweiger, Joko und Klaas - sie alle wettern gegen Flüchtlingshass. Nun setzt sich auch Komiker Oliver Kalkofe für mehr Menschlichkeit ein - mit einer Rede, die Tausende begeistert.

Brennende Flüchtlingsheime, angepinkelte Migranten-Kinder, Hassparolen im Netz - der fremdenfeindliche Mob, der gerade in Deutschland wächst, beunruhigt viele Menschen. Komiker Oliver Kalkofe hat sich - wie viele Promis - des Problems angenommen und eine bemerkenswerte Rede ins Netz gestellt. Diese verzeichnet nach 14 Stunden bereits 18.000 Klicks und knapp 1700 Likes. Auf Kalkofes Facebook-Seite sind es über 7500.

Bevor er zum eigentlichen Thema kommt, nimmt Kalkofe seinen Kritikern selbstironisch den Wind aus den Segeln: "Ich bin [...] einer dieser längst vergessenen, mediengeilen Z-Promis, die für ein bisschen Aufmerksamkeit absolut alles tun", sagte er. Dann reißt er "ganz weit die Fresse auf", wie er selbst sagt, und "springt auf den medialen Mainstream-Zug der naiven Gutmenschen" auf. Wer sowieso nicht zuhören kann oder will, der könne nun abschalten oder einen "orthographisch tollkühnen Pöbel-Kommentar" unters Video klatschen.

"Wenn das bedeutet, Deutscher zu sein, gebe ich meinen Ausweis gerne ab"

Dann geht's los. Kalkofes Ziel: Er will andere dazu motivieren, so wie er selbst den furchtbaren Ereignissen in Deutschland weiter schweigend zuzusehen. Der 50-Jährige kenne diese Geschehnisse nur aus dem Geschichtsunterricht, erzählt er. Er habe sich niemals träumen lassen, so etwas einmal selbst miterleben zu müssen. 

Und er erklärt, dass es hier nicht darum gehe, welche Meinung man zum Thema Flüchtlinge habe oder was die Politik so alles verbockt hätte. Es gehe um die Menschen, die vor Krieg und Hunger geflohen sind, an einen Ort, an dem sie nun "von Parolen grölenden Vollidioten gewalttätig bedroht werden". Kalkofe stellt im Hinblick auf die krassen Ausschreitungen erschüttert fest: "Wenn das bedeuten sollte, ein aufrechter Deutscher zu sein, gebe ich gern meinen Ausweis ab." Brandstiftung, Körperverletzung und Demütigung seien keine Ausdrucksmittel der freien Meinungsäußerung sondern Verbrechen.

Lobeshymnen auf Facebook und Co.

Kalkofe schafft es in seinem Kommentar, nicht nur auf eine Seite zu schimpfen, er fordert Linke wie Rechte auf, sich des Problems wie Menschen anzunehmen. Denn wer Gewalttätigkeit mit Gewalttätigkeit bestrafe, der habe es nicht verstanden, was es heiße, Mensch zu sein. Und allen, die immer noch sagen: "Na und, mir wurde doch auch nie was geschenkt", hält Kalkofe dagegen: "Verstand, Vernunft und Mitgefühl gab es für jeden von uns - zumindest theoretisch absolut kostenfrei. Da kann man die doch auch ruhig mal benutzen. Oder?"

Die User auf YouTube, Facebook und Co. sind sich überwiegend einig: "Danke für diesen Kommentar." Nur ein Mitbürger, der erstaunlicherweise augenscheinlich selbst Migrationshintergrund aufweist, beschimpft Kalkofe wenig wortgewandt als "Arschloch". Dafür erntet er zwar fünf Likes aus seinem Freundeskreis, jedoch einen noch viel größeren Shitstorm: "Argumentativ jetzt etwas dünn geraten", meint ein User. "Sie sind durchgefallen und müssen Facebook leider verlassen".

sb

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