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Hugh Laurie als Dr. Gregory House

Keine Heilung für Dr. House

München - RTL zeigt die letzte Staffel der amerikanischen Kultserie um den ebenso genialen wie gemeinen Doc mit dem Stock.

Diagnose? Exitus! Dr. Gregory House, der wohl bekannteste Fernseharzt seit Professor Klaus Brinkmann aus der ZDF-„Schwarzwaldklinik“, kuriert bald seinen letzten Patienten. Die amerikanische Serie um den fiesen Doc mit dem Stock, der mit seinen sarkastischen Sprüchen weder Kollegen noch Patienten schont, leidet an akutem Quotenschwund – im deutschen Fernsehen ist der Marktanteil von einst bis zu 35 Prozent auf zuletzt durchschnittlich 18,2 Prozent beim jungen Publikum abgerutscht.

Jetzt haben die Verantwortlichen den unheilbar kranken Patienten aufgegeben. „Dr. House“ wird eingestellt, von heute an (21.15 Uhr) zeigt RTL jeweils dienstags die achte und letzte Staffel der Serie um den vom britischen Fernsehstar Hugh Laurie (52) gespielten Mediziner. Nach acht Jahren und insgesamt 177 Folgen endet damit eine vielfach preisgekrönte und international erfolgreiche Serie.

Das Publikum liebte Dr. House, dieses echte Ekel, das so ganz anders war als die Halbgötter in Weiß aus vielen anderen Arztserien. Großartig war der Wortwitz, wenn der ebenso geniale wie gemeine Mediziner auf den Gefühlen seiner Mitmenschen herumtrampelte und dabei die unglaublichsten Diagnosen stellte, die sich aber in der Regel als völlig richtig und meist sogar lebensrettend erwiesen. Auch in der Fachwelt stießen die (Krankheits-)Geschichten auf großes Interesse. Mediziner in den USA und Europa lobten die Fälle als „gut recherchiert“.

Doch zuletzt waren der Serie viele Fans davongelaufen – die Storys um außergewöhnliche Krankheitsbilder waren Routine geworden, das Privatleben des tablettensüchtigen Zynikers mit dem Hinkebein war in den Fokus gerückt. Eine Neuausrichtung, auf die viele Fans allergisch reagierten. Zuletzt kam daher die Meldung vom Aus nicht wirklich überraschend. Im Mai soll das große Serienfinale in den USA zu sehen sein. RTL zeigt die 22 Folgen der letzten Staffel in zwei Hälften – die ersten neun Episoden laufen in den kommenden Wochen, der Rest wird dann im Herbst ausgestrahlt.

Bevor endgültig Schluss ist, darf der Doc in den letzten Episoden aber noch einmal spektakulär heilen und sich von seiner schönsten, sprich gemeinsten Seite zeigen – zunächst allerdings nicht im Krankenhaus. Weil er vorsätzlich mit dem Auto ins Haus seiner Ex-Freundin gerast war, sitzt Dr. Gregory House zu Beginn der achten Staffel hinter Gittern. Doch auch im Knast sind seine medizinischen Künste gefragt. Als ein Mithäftling an rätselhaften Symptomen leidet und der Gefängnisarzt sich nicht von House helfen lassen will, lässt sich der Mediziner sogar absichtlich verprügeln, um auf die Krankenstation zu kommen und seinem Patienten nahe zu sein.

Für den Kölner Privatsender stellt sich nun die Frage, wie es künftig am Dienstagabend weitergehen soll. Ein vielversprechender Nachfolger für „Dr. House“ ist im Moment nicht in Sicht, und auch der nachfolgende 22.15-Uhr-Sendeplatz, wo einst der liebenswert neurotische Privatdetektiv „Monk“ ermittelte, kränkelt. Die derzeit laufende heitere Arztserie „Royal Pains“ zündet nicht wie vom Sender erhofft.

Von Cornelia Wystrichowski

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