Keine Zeit für den Ruhestand

- Den Haag - Die niederländische Königin Beatrix bereitet sich zu ihrem 65. Geburtstag am Freitag nicht auf den Ruhestand vor. Sie hat gerade dann alle Hände voll zu tun mit der wichtigsten Aufgabe, die dem gekrönten Staatsoberhaupt geblieben ist: Sie muss die Weichen zur Bildung der neuen Regierung stellen. Zum Feiern ist später Zeit, etwa an ihrem amtlichen Geburtstag, dem Königinnentag am 30. April.

<P>Sie hat aber die Staatsrente beantragt, die der Königin vom 65. an zusteht wie jedem ihrer Untertanen. Das Geld wird jedoch einem guten Zweck zugeführt, wie dies schon ihr verstorbener Mann, Prinz Claus, getan hat, versichert das Königshaus.</P><P>Die Monarchin steht zwar über der Tagespolitik, in die sie sich offiziell nicht einzumischen hat. Von ihrem Auftrag hängt es aber zu einem Großteil ab, wer nach einer Wahl die Möglichkeiten für die neue Regierung erkunden und dann auch aktiv nutzen darf. Von Beatrix ist bekannt, dass sie ihre Aufgaben ernst nimmt. Sie lege größten Wert auf ihre verfassungsrechtlich verbrieften Rechte, um Rat gefragt zu werden, auf Entwicklungen zu verweisen und Anregungen zu geben, heißt es in Den Haag. Über den Inhalt der Akten wisse sie genau Bescheid, wenn sie den Regierungschef zur wöchentlichen Audienz empfängt. Was im Gespräch mit der Königin erörtert wird, bleibt geheim. Daneben ist Repräsentation des Staates nach außen und nach innen ihr Geschäft - bei Staatsbesuchen und -empfängen ebenso wie bei Eröffnung wichtiger Einrichtungen oder bei Arbeitsbesuchen in den Provinzen.</P><P>Wenn man nach der Zahl der Schaulustigen bei öffentlichen Auftritten urteilen kann, erfüllt sie ihr Amt zur Zufriedenheit. Beobachter der Gesellschaft sehen es als eine ihrer wichtigsten Leistungen an, dass nach einigen Unruhen noch zu ihrer Thronbesteigung 1980 das Königshaus heute unumstritten ist.</P><P>Wenn die Staatsräson es verlangt, weiß sie auch, sich zu fügen. So akzeptierte sie die Regelung, die der sozialdemokratische Regierungschef Wim Kok vor einem Jahr zur Hochzeit von Kronprinz Willem-Alexander und Maxima Zorreguieta aus Argentinien traf. Wegen der Kritik in der Bevölkerung an der Tätigkeit von Brautvater Jorge unter der argentinischen Militärjunta waren die Eltern von Maxima zum Verzicht auf ihre Teilnahme an der Hochzeitsfeier überredet worden.</P><P>Königin Beatrix erfüllt ihr Amt in einem anderen Stil als ihre Mutter Juliana. Die damalige "Mutter des Vaterlands" wurde abgelöst von einer mehr auf Abstand und Form bedachten königlichen Chefin mit Fachkenntnis. In den vergangenen Jahren wurde die Monarchin gelegentlich daran erinnert, dass sie früher fröhlicher war. Aber die einstige "Prinzessin mit dem Lächeln" hatte dazu in den vergangenen Jahren nicht viel Anlass. Ihr Mann, Prinz Claus, den sie als wichtigsten Partner und Berater gepriesen hat, litt immer schwerer an verschiedenen Krankheiten. Im Oktober vergangenen Jahres starb er. Die Trauer im ganzen Land und die bewegenden Nachrufe für den aus Deutschland stammenden Prinzgemahl zeigten, wie stark die Niederländer weiterhin mit ihrem Königshaus leben.</P><P> </P><P><BR> </P>

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