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Arbeitete früher als Garderobenfrau in Nachtclubs: Sandra Bullock. Nun ist sie erstmals für einen Oscar nominiert.

Vom Kellner zum Kinostar

Am Sonntagabend ist es wieder soweit: In Hollywood werden die Oscars verliehen. Wer nominiert ist, hat es längst geschafft im harten Filmgeschäft. Doch was haben die Superstars eigentlich gemacht, bevor sie von der Schauspielerei leben konnten?

Wenn bei der Oscar-Verleihung am Sonntagabend die nominierten Damen wie Sandra Bullock („The Blind Side“) oder Helen Mirren („Ein russischer Sommer“) in wunderschönen Abendkleidern über den roten Teppich schreiten, George Clooney („Up in the Air“) und Colin Firth („A Single Man“) in ihren Smokings wieder einmal wahnsinnig gut aussehen und Christoph Waltz für seine Rolle des Oberst Landa in Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“ hoffentlich einen der begehrten Goldjungs entgegennimmt, liegt ein Gedanke ganz fern: der, das es nicht immer so gewesen ist, dass die berühmten Schauspieler auch einmal ganz klein angefangen haben und sich mit teilweise miesen Jobs durchs Leben schlagen mussten.

als Rekrut bei der Polizeiakademie

Wir berichten, womit sich die Hollywoodstars vor ihrem großen Durchbruch ihre Brötchen verdient haben. Ist es möglich, es vom Versicherungsvertreter zum Oscar-Preisträger zu bringen? Ja. Zumindest wenn man George Clooney heißt. Der sammelte in seinem ersten Job Erfahrung, wie man mit auswendig gelernten Texten Geld verdienen kann. Das Unternehmen, für das er damals Klinken putzte, war von seinen Künsten allerdings nicht begeistert: „Der erste Kunde, dem ich eine Lebensversicherung verkauft hatte, starb am nächsten Tag.“

Im weitesten Sinne mit Schauspielerei hatten auch Jeremy Renners berufliche Anfänge zu tun. Der „Hurt Locker“-Held ließ sich als Prügelknabe verpflichten. Die Polizeiakademie brauchte fürs Training ihrer Rekruten Leute, die Verbrecher darstellten und überwältigt werden mussten.

Meryl Streep arbeitete als Kellnerin in einem Landhotel

Bei Colin Firth verlief der Einstieg etwas harmloser: Er schnupperte als Schneider in der Kostümabteilung des Londoner Nationaltheaters erste Bühnenluft. Jeff Bridges („Crazy Heart“) brauchte sich in seiner Jugend keinen Job zu suchen. Sein legendärer Vater Lloyd ließ sich von seinem Sohn zu Dreharbeiten um die Welt begleiten und setzte ihn als Statist in seiner Kult-Serie „Abenteuer unter Wasser“ ein.

Morgan Freeman („Invictus“) schlug sich dagegen als Hausmeister an einem College durch: „In meiner Freizeit konnte ich dort kostenlos studieren,“ preist er die Vorzüge seines Jobs noch heute.

Oscar-Anwärterin Sandra Bullock hatte es wenigstens mit schicken Klamotten zu tun: Sie arbeitete als Garderobenfrau in verschiedenen Nachtclubs, während sich Meryl Streep („Julie & Julia“), ihre Rivalin um den Oscar für die beste Hauptdarstellerin, als Kellnerin in einem Landhotel verdingte. Darin könnte man sich Helen Mirren gut als Gast vorstellen. In jüngeren Jahren lockte sie aber als Marktschreierin im Vergnügungspark des englischen Seebades Southend Besucher in die Fahrgeschäfte. Die 24-jährige Carey Mulligan, nominiert für ihre Rolle in „An Education“, wurde an drei Schauspielschulen abgelehnt und schlug sich mit einem Putzfrauenjob durch.

Mit schmutzigen Toiletten hat auch Stanley Tucci („The Lovely Bones“), der als härtester Konkurrent von Christoph Waltz gilt, seine Erfahrungen gemacht. In jungen Jahren war er für die Säuberung der Plumpsklos in Ferienlagern zuständig.

Die blieben Gabourey Sidibe, nominiert als beste Hautdarstellerin im Drama „Precious“, Gott sei Dank erspart. Bei ihrer Arbeit für eine Wohltätigkeitsorganisation kümmerte sie sich lediglich um die Unterbringung armer Kinder, die in Urlaub geschickt wurden. Sie ist übrigens die einzige, die dieser Beschäftigung immer noch nachgeht.

Und wie sah die Sache bei den Regisseuren aus? Auch die brauchten einen langen Anlauf, um ihr Hollywood-Ziel zu erreichen. James Cameron („Avatar“) verdingte sich als Lastwagenfahrer, um bei Raststopps an seinen Drehbüchern schreiben zu können. Und Quentin Tarantino („Inglorious Basterds“) begann sein Filmstudium als Platzanweiser im Pornokino.

Dierk Sindermann

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