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2015 veröffentlichte Leah Remini, bekannt aus „King of Queens“, ihre Biografie, in der sie ihre Erfahrungen mit Scientology beschrieb. Jetzt legt die Aussteigerin nach.

Leah Remini berichtet von Missbrauch und Schlägen

„King of Queens“-Star rechnet mit Sekte ab

New York - Ein wenig erinnert das Szenario an den ungleichen Kampf von David gegen Goliath. US-Schauspielerin Leah Remini erhebt in Form einer achtteiligen Dokumentation massive Vorwürfe gegen Scientology.

Es geht um zerstörte Familien, um Missbrauch, um Schläge,um Gehirnwäschen. Da wundert es nicht, dass die Sekte mit massiven juristischen Mitteln dagegen vorzugehen versucht. Bislang vergeblich.

Remini (“King of Queens“) war acht Jahre alt, als sie gemeinsam mit ihrer Mama Scientology beitrat. 30 Jahre war sie dort eines der Vorzeigemitglieder, spendete Millionen Dollar und warb für die umstrittene Organisation, ehe sie 2013 endlich den Mut aufbrachte, die Sekte zu verlassen.

Der Auslöser: Sie hatte es gewagt, nach der verschwundenen Ehefrau von Scientology-Chef David Miscavige zu fragen. Verhöre, Gehirnwäsche, Überwachung waren die Folge. Die 46-Jährige, inzwischen erbitterte Gegnerin der Sekte, hat über ihre Erfahrungen das Buch „Troublemaker: Surviving Hollywood and Scientology“ geschrieben.

Achtteilige Doku mit dem Titel „Scientology und die Folgen“

Jetzt legt sie mit einer achtteiligen Dokumentation nach: „Scientology and Aftermath“ (Scientology und die Folgen) heißt die Reihe. Die vom Kabelsender A&E produzierte Serie hat es in sich. Am Dienstag wurde der erste Teil ausgestrahlt. Er ist bereits hochexplosiv: Ein Ex-Mitglied namens Amy Scobee berichtet, sie sei als 14-Jährige von einem höheren Mitglied sexuell missbraucht worden. Scientology habe davon gewusst, aber nichts unternommen.

Der Chef der selbst ernannten „Kirche“, David Miscavige, soll mehrfach handgreiflich geworden sein – er soll Zweifler gewürgt und geschlagen haben. Mitglieder, deren Familien der Sekte nicht angehören, sollen systematisch entfremdet worden sein.

Remini teilt gegen Tom Cruise aus

Auch Vorzeige-Scientologe Tom Cruise wird von Remini nicht verschont. In einem Vorabinterview mit dem Hollywood Reporter berichtet sie, wie ungerecht sie es fand, dass ein Superstar mit Millionen-Einkommen als perfekter Scientologe gepriesen wurde: „Tom wurde immer schon besonders hofiert, weil man sichergehen will, dass er nie aussteigt.“ Der „Mission Impossible“-Star gelte unter Sektenmitgliedern gar als „Messias“, weil „ihnen eingetrichtert wird, dass Tom ganz allein die Fähigkeit hat, unseren Planeten zu verändern“.

Remini fordert von Scientology 1,5 Millionen Dollar Wiedergutmachung für erlittenes Leid. Scientology nennt das eine „provokante Masche“. Die Doku sei eine „billige Reality-TV-Show einer Schauspielerin, deren Karrierezenit seit zehn Jahren überschritten ist“.

ds/kb

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