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Klaas Heufer-Umlauf (31) steht am Mikro, dahinter ist sein Bandkollege Mark Tavassol (41) im Studio.

TV-Moderator kann auch anders

Klaas Heufer-Umlauf geht fremd: Band-Auftritt in München

München - Die meisten kennen Klaas Heufer-Umlauf nur als Teil des TV-Duos Joko & Klaas. Doch der TV-Star singt auch. Am Montag tritt er mit seiner Band "Gloria" in München auf.

Der eine ist bekannt als Moderator, der andere bediente den Bass bei der Band "Wir sind Helden". Gemeinsam nannten sich Klaas Heufer-Umlauf und Mark Tavassol ganz einfach "Gloria" und veröffentlichten soeben ihr zweites Album unter dem Titel "Geister". Das ist feinsinniger deutscher Pop, mit poetischen Texten, die sich Gedanken machen über blinden Gehorsam oder das Vergessen brauner Vergangenheit. Am Montag treten Gloria im Muffatcafé auf. Das Konzert ist natürlich ausverkauft. Am 3. Oktober kommen sie noch einmal in den Club Strom. Wir sprachen mit Tavassol und Heufer-Umlauf.

Steht das Album „Geister“ in der Tradition des schwierigen zweiten Albums?

Mark Tavassol: Eigentlich nicht. Es war sogar recht easy für ein zweites Album. Bei der ersten Platte haben wir uns ja viel Zeit gelassen, weil wir uns auch selten getroffen haben. Das ist nicht immer vorteilhaft. Bei "Geister" waren wir hochkonzentriert. Wir haben auch davon profitiert, dass wir zu sechst als Band unterwegs waren. Das hat es auch für uns greifbarer gemacht, was "Gloria" eigentlich ausmacht.

Klaas Heufer-Umlauf: Ja, Gloria ist nicht irgendeine Band, die deutsche Popmusik mit deutschen Texten macht. Es ist die beste Band, die ich jemals hatte (lacht).

Ihr nehmt euch wohl nicht zu ernst?

Klaas Heufer-Umlauf: Ach wo. Ich verstehe ja jedes Vorurteil. Viele haben gedacht, wie soll das gehen, dass der jetzt Sänger ist? Wer passt denn schon zu dem Bild, was andere von einem haben? Das ist ja bei mir auch nicht anders. Aber wenn die Leute die Platte gehört haben, verstummen die Stimmen.

Wäre es einfacher gewesen, auf Englisch zu singen?

Klaas Heufer-Umlauf: Klar, Englisch ist ein guter Schutzwall. Für uns ist es aber unumgänglich, auf Deutsch zu singen. Das sind ja unsere Gedanken in den Texten. Ich würde es mir nicht zutrauen, das in einer anderen Sprache zu schreiben. Ich kann natürlich Englisch, aber die Nuancen sind wichtig. Das kann dann peinlich werden.

Ihr habt politische Themen wie etwas das Vergessen um den Holocaust. Gab es da auch einmal Diskussionen von Labelseite her?

Mark Tavassol: Nee. Da gab es keine Einmischung von unserem Label. Da hält sich Grönland dran. Und das ist gut so.

Die Texte sind andererseits auch sehr poetisch.

Mark Tavassol: Ja, wir verwenden eine sehr bildreiche Sprache und nehmen dabei in Kauf, dass nicht jedem sofort klar ist, worum es geht. Zum Beispiel bei dem Lied, wo das Haus als Zeuge bei den Stolpersteinen dient.

Klaas Heufer-Umlauf: Man kann natürlich immer auf Nummer sicher gehen. Aber wir wollten die Schönheit nicht aufgeben, nur um sofort verstanden zu werden.

Was steht bei euch im Zentrum, der Text oder die Musik?

Mark Tavassol: Das entsteht oft gleichzeitig. Aber der Text ist schon sehr zentral. Dadurch entsteht ja eigentlich erst der Song. Das klappt natürlich nicht immer. Die, die funktionieren, kommen auf unser Album, die anderen verkaufen wir an Pur.

Antonio Seidemann

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