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Die Staatsanwaltschaft in Neuseeland hat die Klage gegen Schlagzeuger Phil Rudd von der Hardrockband AC/DC wegen versuchter Anheuerung eines Auftragskillers zurückgezogen.

Trotz zurückgezogener Klage

AC/DC-Schlagzeuger wütet gegen Polizei

Wellington - AC/DC-Schlagzeuger Rudd atmet auf: Die Staatsanwaltschaft sieht keine Beweise, dass der Drummer einen Auftragskiller anheuern wollte. Nun ist der Musiker wütend auf die Polizei.

Die spektakuläre Anklage gegen AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd (60) wegen versuchten Auftragsmordes hat einer juristischen Prüfung nicht standgehalten. Ankläger in Neuseeland zogen die Klage am Freitag nur 24 Stunden nach dem ersten Gerichtstermin mangels Beweisen zurück.

Das Mitglied der legendären Hardrockband („Highway To Hell“, „Hells Bells“) sei nun wütend auf die Polizei, sagte sein Anwalt Paul Mabey im Rundfunk. „Er war weltweit Publicity ausgesetzt, die ihn mit einem Mordkomplott in Zusammenhang gebracht hat“, sagte er. „Er wurde in den 1980er Jahren mal wegen Alkohols am Steuer verurteilt, sonst nichts.“ Mabey schloss Schadensersatzforderungen nicht aus.

Im neuseeländischen Rechtssystem bereitet die ermittelnde Polizei die erste Anklage vor Gericht vor. Sie legt dem Richter ihre Beweise vor. Erst dann übernimmt die Staatsanwaltschaft den Fall. Im Fall Rudd kamen die Unterlagen am Freitag zur Staatsanwaltschaft in der Stadt Tauranga auf der neuseeländischen Nordinsel. Der zuständige Jurist Greg Hollister-Jones kam schnell zu dem Schluss, dass die Beweislage zu dünn war.

„Herr Hollister-Jones hat entschieden, dass es unzureichende Beweise gab, um mit einer Klage ... fortzufahren“, teilte sein Büro mit. Er habe bei Gericht sofort beantragt, den Anklagepunkt wegen versuchter Anheuerung eines Auftragskillers fallen zu lassen. „Ich bin erstaunt, dass die Staatsanwaltschaft bei einer so schwerwiegenden Anklage nicht vorher konsultiert wird“, sagte Mabey.

Stehen blieb die Anklage wegen Drogenbesitzes sowie wegen einer Morddrohung. Dies ging nach den Worten des Anwalts auf einen angeblichen Anruf bei einem Bekannten zurück. Der wandte sich offenbar an die Polizei. „Herr Rudd wird sich gegen den Vorwurf verteidigen“, teilte Mabey mit. „Anklagen wegen Besitzes von Drogen sind unbedeutend.“ Der nächste Gerichtstermin ist der 27. November.

Rudd war nach einer Durchsuchung seines Hauses am Donnerstag in Tauranga vor Gericht geladen worden. Dem Schlagzeuger wurde vorgeworfen, er habe versucht, einen Auftragskiller anzuheuern, um zwei Menschen ermorden zu lassen. Um wen es sich dabei gehandelt haben soll, wurde vor Gericht zunächst nicht bekannt. Rudd war dann gegen Zahlung einer Kaution auf freien Fuß gesetzt worden.

Die australische Band AC/DC hatte die Festnahme später auf ihrer Webseite knapp kommentiert: „Gerade haben wir aus den Nachrichten von Phils Inhaftierung erfahren. Wir geben dazu keinen Kommentar ab. Phils Abwesenheit wird keinen Einfluss auf die Veröffentlichung unseres neuen Albums „Rock or Bust“ und die bevorstehende Tour im nächsten Jahr haben.“ Australische Zeitungen hatten in den vergangenen Wochen über eine mögliche Trennung der Band von Rudd spekuliert.

Rudd war von 1974 bis 1983 bei AC/DC, schied dann aber, angeblich nach einem Streit mit Bandmitgründer Malcolm Young, aus. 1994 stieß der Schlagzeuger wieder dazu. Er veröffentlichte gerade sein erstes Solo-Album: „Head Job“. Der gebürtige Australier lebt seit mehr als 30 Jahren in Neuseeland und betreibt in Tauranga das Restaurant „Phil's Place“.

dpa

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