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Schwabe gegen Ur-Bayer: Jürgen Klinsamnn (l.) verbietet Fred Fesl Wortspiele mit seinem Namen.

Jürgen Klinsmann verbietet Fredl Fesl Wortspiele

München - Er ist für jede Gaudi zu haben, seine Wortspiele sind legendär: Fredl Fesl ist ein Unikum, ein bayerisches Liedermacher-Urgestein. Eine seiner Spezialitäten: Bierige Wortspiele.

Egal, ob es um die Ernennung des „Biergermeisters“ geht, ägyptische „Bieramyden“ oder die „Bieraten“ – Fesl sorgt für Heiterkeit. Einer seiner Bier-Scherze landet jetzt jedoch unter dem Aktenzeichen 9 O 16992-08 vor Gericht. Jürgen Klinsmann geht mit Hilfe seines Anwalts Bernd Gabriel geht gegen ein Wortspiel mit seinem Mandanten vor. Oder anders gesagt: Er will dem Ur-Bayern den Mund verbieten.

Seit über zehn Jahren leidet Fredl Fesl an Parkinson. Von seinem Humor hat er dennoch nichts verloren. Er kreiert neue Lieder und Wortspiele – unter anderem für die Werbespots der Brauerei Kaiser Bräu, beheimatet in Neuhaus, nördlich von Nürnberg. Das Ergebnis: 22 Radio-Spots, die „vom Charakter her humorig, bierselig, lustig“ sein sollten, so Leo Wagner, Verkaufsleiter Marketing und Handel bei Kaiserbräu, zur tz.

Doch der Inhalt eines Einspielers sorgt jetzt für Aufregung – genauer gesagt nur ein einzelnes Wort: Klinsmann!

Ein Wortspiel soll Fesl – beziehungsweise der Brauerei – nun teuer zu stehen kommen. Eine seiner kleinen, lustigen Geschichten über den Gerstensaft handelt vom Reinheitsgebot. Der Wortlaut, mit dem Fesl für das Bier wirbt: „Frisch, sauber, rein, neudeutsch sagt man clean – und genau, woher meinen Sie, dass so Worte kommen wie Klinsmann oder Bierhoff.“

Klinsmann (44) im Wortspiel als Cleansmann – das reichte dem Bayern-Trainer zu einer Unterlassungsklage. Wagner fassungslos: „Der Name ist lediglich gefallen, das geht in keiner Weise gegen Klinsmann. Wir verstehen das nicht. Diese Formulierung ist Fesl im künstlerischen Wirken eingefallen.“ Und der Barde weiß nicht, ob er lachen oder weinen soll. „Das ist ja lächerlich. Ich habe mir überhaupt nichts Böses dabei gedacht. Ich hab’ halt einfach lustige, dumme, alberne Sprüche gemacht. So etwas habe ich noch nie erlebt“, erklärt der 61-Jährige der tz: „Der Brauereibesitzer ist Mäzen des heimischen Fußballvereins – und die sind alle begeisterte Klinsmann-Anhänger! Jetzt versteht er die Welt nicht mehr.“

Vor allem, da die Brauerei den Klinsi-Spot sofort aus der Werbekampagne nahm. Laut Leo Wagner war die Werbung bei Antenne Bayern „lediglich elf Mal on air“, danach wurde die Ausstrahlung gestoppt: „Noch vor der Unterlassungserklärung haben wir selbst gesagt: Stopp, lassen wir diese Werbung weg.“ Das einstweilige Verfügungsverfahren hatte also Erfolg – die Brauerei gab sofort nach und suchte zudem den Dialog mit Klinsmann. „Wir waren daran interessiert, dass es wegen solch’ einer Bagatelle keinen Prozess gibt – und eigentlich hat er okay gesagt und war einverstanden“, wundert sich Wagner. Kaiser Bräu bot dem FC Bayern sogar eine freiwillige Spende für die Jugendabteilung an.

Trotzdem kommt es kommenden Mittwoch, 9.30 Uhr am Lenbachplatz in Saal 501 zur Verhandlung. „Ich weiß nicht, ob sich da irgendein Jurist profilieren will“, meint Fesl: „Ich würd’ ihn fragen: Musst du jetzt auf dem Umweg über unseren Werbespot Geld für Jürgen Klinsmann verdienen?“

Anwalt Gabriel selbst wollte sich gegenüber der tz nicht äußern: „Ich unterliege der Verschwiegenheitspflicht und gebe keine Auskunft.“ Der Streitwert am Mittwoch:

50 000 Euro. Denn nach Ansicht von Klinsmanns Anwalt hat Fesl den Namen Klinsmann bewusst benutzt, um für Kaiser Bräu zu werben. „Wer Fredl Fesl kennt, der weiß, dass das nie seine Intention wäre“, sagt Leo Wagner ungläubig.

„Wenn die Brauerei tatsächlich eine Summe zahlen muss, die schmerzt, finde ich diese Entwicklung schlimm. Dann sind wir irgendwann nur no Streithanseln“, sagt Fesl und schüttelt den Kopf: „Wenn der Richter einen Funken Humor hat, dann versteht er das.“

Quelle: tz

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