Ein "kochender Mensch" als TV-Unterhalter

- Berlin - "Was habe ich alles für Gesprächspartner gehabt, von den blödesten Leuten wie Monica Lewinsky oder Zlatko bis zum Dalai Lama und dem Literaturnobelpreisträger Günter Grass." Alfred Biolek blickt auf eine Jahrzehnte lange Fernsehkarriere zurück, die er nun abgeschlossen hat und die natürlich die Hauptrolle in seinen Erinnerungen spielt.

Am Sonntag stellte er das Buch ("Bio - Mein Leben", Kiepenheuer & Witsch) zusammen mit dem jungen Mitautor Veit Schmidinger im Berliner Renaissance-Theater erstmals der Öffentlichkeit vor. Vom Verleger als "Legende der Fernsehunterhaltung" (Boulevard Bio) vorgestellt, bekennt der 72-jährige Biolek zunächst einmal, überhaupt nicht fernzusehen und die "90 Prozent Schundjournalismus in Presse und Fernsehen" interessierten ihn sowieso nicht. Aber "von Beruf Menschenfreund" habe er doch im Fernsehen auch viele schöne Erlebnisse gehabt und so blicke er auf ein erfülltes Leben zurück.

Seinem Memoirenband ist Hermann Hesses "Stufen"-Gedicht vorangestellt und er schließt mit dem Satz: "Und nun verlasse ich ohne Bedauern die große Stufe Fernsehen". Im Interview sagt er am gleichen Tag (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung): "Man muss loslassen können...Meine Zeit ist jetzt zu Ende."

Populär wurde Bio vor allem auch durch seine Kochsendungen "alfredissimo". Er sei aber kein Koch, betont er bei der Buchvorstellung. "Ich bin ein kochender Mensch." Der aber immer ins Showgeschäft wollte und auch wusste, "man muss in den Wald gehen, wenn man Pilze finden will". 1950 unterschrieb er die Einladung zu einer Familienparty mit den Worten: "Freddy - Oberschüler, Schauspieler, Komiker, Brillenträger, Sänger". Das dauerte aber alles seine Zeit. Als er mit "Bio's Bahnhof" bekannt wird, war er schon 44. "Richtig prominent wurde ich erst mit dem "Boulevard" und wohlhabend erst mit dem Kochen." Mit dreieinhalb Millionen Kochbüchern ist Bio wohl der erfolgreichste Kochbuch-Autor der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Obwohl sein Leben mit dem Beruf untrennbar verbunden ist, unterscheidet der in Köln und Berlin lebende Bio zwischen "offen oder öffentlich", "privat oder persönlich". Von Rosa von Praunheim 1991 als Homosexueller geoutet zu werden, tat zunächst einmal weh, wie er noch heute sehr gut in Erinnerung hat. Aber es war auch eine Befreiung für ihn. Im Buch geht er auf das Thema ein, ohne privat zu werden. Er habe nie ein Versteckspiel betrieben. "Ich bin in einschlägige Lokale gegangen und habe mich mit jungen, gut aussehenden Männern öffentlich gezeigt." Ja, er habe manchen von ihnen auch Türen geöffnet, "durchgehen mussten sie selbst", betont Bio.

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