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Königin Silvia auf einem Foto aus dem Jahr 1990 mit ihren Eltern. Im Zweiten Weltkrieg war ihr Vater, der Unternehmer Walther Sommerlath, Mitglied der NSDAP gewesen 

„Er half bewusst Juden“

Königin Silvia verteidigt ihren Nazi-Vater

Stockholm - Königin Silvia hat ihren deutschen Vater gegen Vorwürfe verteidigt, das 1990 gestorbene Ex-NSDAP-Mitglied habe sich am Vermögen eines verfolgten jüdischen Unternehmers bereichert.

In einem am Donnerstag vom Königshaus veröffentlichten Video auf der Internetseite des schwedischen Hofes sagte die 1943 in Heidelberg geborene Silvia, sie sei „erleichtert“ über das Ergebnis eigener Nachforschungen zu Vorwürfen, nach denen der 1990 gestorbene Unternehmer Walther Sommerlath sich am Vermögen des verfolgten jüdischen Unternehmers Efim Wechsler bereichert habe.

Die Königin veröffentlichte umfassende Materialien zur Nazi-Vergangenheit ihres deutsch-brasilianischen Vaters und betonte, er habe 1939 einem verfolgten Juden „bewusst und aktiv“ zur Flucht nach Brasilien verholfen. „Ich habe keinen Grund, mein Bild von meinem geliebten Vater zu ändern“, schreibt Silvia im Nachwort des gleichzeitig im Internet veröffentlichten Buchs „Das vergessene Dokument“. Das Buch zeichnet die Beziehung ihres Vaters mit dem aus Berlin nach Brasilien geflohenen Fabrikanten Wechsler nach.

Der Sender TV4 hatte 2010 den Vorwurf erhoben, dass Sommerlath die Fabrik von Wechsler im Zuge der sogenannten Arisierung günstig übernommen und sich danach als Rüstungslieferant an der Kriegsführung der deutschen Nationalsozialisten bereichert habe.

Die Ehefrau von König Carl XVI. Gustaf hatte ihren Vater zunächst verteidigt und sagte unter anderem in einem Interview: „Man muss psychologisch verstehen, wie das war, als Deutschland sich plötzlich wieder aus der Asche erhob. Und diese Freude darüber, dass das Vaterland wieder da war. Deshalb stützte mein Vater Deutschland und wurde Parteimitglied.“ Das brachte ihr viel Kritik ein.

Nach Tadel in schwedischen Medien und auch aus Deutschland beauftragte Silvia brasilianische Anwälte sowie den Ex-Chef des schwedischen Nationalarchivs, Erik Norberg, mit eigenen Nachforschungen, wie die Übernahme der Wechsler-Fabrik durch ihren Vater ablief. Sommerlath war in der Nazi-Zeit aus Brasilien nach Deutschland zurückgekehrt.

Im Nachwort zu Norbergs Buch über diese Zeit schreibt die Königin jetzt: „Durch das geschickt ausgedachte und durchgeführte Tauschgeschäft (mit Wechsler) half mein Vater de facto, bewusst und aktiv einem staatenlosen jüdischen Mann, Deutschland zu verlassen. Er verschaffte ihm die Voraussetzungen, die nötig waren, um ein neues Leben in Brasilien anzufangen.“

dpa

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