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Historiker untersuchen weiterhin die Vergangenheit des Vaters von Königin Silvia von Schweden.

Königin Silvia: Recherche zu Vater geht weiter

Stockholm - Der Historiker Erik Nordberg sieht die Untersuchungen zur Nazi-Vergangenheit des deutschen Vaters von Schwedens Königin Silvia noch nicht am Ende.

Einen Tag nach der Veröffentlichung erster Studienergebnisse sagte der Wissenschaftler am Mittwoch dem Fernsehsender TV4, die Untersuchungen seien ein “noch andauernder Prozess“. Der frühere Chef des schwedischen Nationalarchivs hatte seit Beginn des Jahres an dem Bericht mitgearbeitet.

Silvia und andere Familienmitglieder hatten die Studie angeordnet, nachdem im vergangenen Jahr in einem Dokumentarfilm im schwedischen Fernsehen behauptet worden war, der 1990 gestorbene Walther Sommerlath habe 1938 die Fabrik eines jüdischen Geschäftsmannes im Rahmen des sogenannten Arisierungsprogramms der Nazis übernommen. Die Nationalsozialisten hatten damals den Besitz von Juden enteignet.

Dem am Dienstag in Stockholm veröffentlichten Untersuchungsbericht zufolge trat Sommerlath im Dezember 1934 in Brasilien in die NSDAP ein. Der Bericht legt nahe, dass Sommerlath einem staatenlosen Juden aus Berlin die Flucht nach Brasilien ermöglichte. Demnach hatte er seine Anteile an einer Kaffeeplantage in Brasilien gegen die Metallfabrik des Juden Efim Wechsler in Berlin-Kreuzberg getauscht.

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Sommerlath habe “offenkundig“ Wechslers Fabrik übernommen, sagte Nordberg, aber “es scheint kein Geld geflossen zu sein“.

Johan Asard von der Dokumentarabteilung des Senders TV4 sagte, der Bericht untermauere die Behauptungen des gesendeten Dokumentarfilms, es sei “problematisch“, dass der Preis für die Berliner Fabrik sehr niedrig gewesen sei und der Verkauf “unter Zwang durchgeführt wurde“.

Auch der Geschichtsprofessor Thomas Lindqvist von der Universität Göteborg bezweifelte die Aussage, dass Sommerlath Wechsler mit einem Tauschgeschäft geholfen habe, Deutschland zu verlassen. Er wies auf den Zwang hin, dem der jüdische Fabrikbesitzer ausgesetzt war.

Die Entscheidung der Königin, die Mitgliedschaft ihres Vaters in der NSDAP zu untersuchen, wurde von schwedischen Medien positiv vermerkt. “Sie hat nicht einfach eine neue Seite aufgeschlagen, sondern zurückgeblättert um herauszufinden was wirklich geschah“, schrieb Kolumnist Mattias Sandberg im Massenblatt “Aftonbladet“.

dpa

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