Kreative Pause beendet?

- Hamburg - Bei der ARD freut man sich auf Harald Schmidt. Zwar ist der Vertrag für eine Late-Night-Show mit dem Kult-Spaßmacher noch nicht unterschrieben, aber der ARD-Vorsitzende Jobst Plog ist zuversichtlich: "Die Verhandlungen sind aussichtsreich. Ich persönlich denke, wir schaffen es. Und das wird sich in wenigen Tagen herausstellen", sagte er im NDR-Medienmagazin "Zapp".

<P>Geplant ist ein 30-Minuten-Format immer mittwochs und donnerstags um 23 Uhr nach den "Tagesthemen". Als Starttermin ist der 23. Dezember angepeilt - genau ein Jahr nach Schmidts spektakulärem Ausstieg bei Sat.1. Die Kosten für die Sendung will die ARD durch Einsparungen an anderer Stelle finanzieren, etwa im Sportbereich oder bei Fernsehfilmen. Die Federführung der neuen Sendung soll der WDR übernehmen; produziert wird in Köln. Wie die neue Show heißen wird, steht noch nicht fest.</P><P>Mit dem Sendeplatz unmittelbar nach den "Tagesthemen" würde Schmidt in der ARD die Talkshows von Reinhold Beckmann am Montag und Sandra Maischberger am Dienstag ergänzen. Auf diesen Aspekt wies am Montag auch der Hamburger Medienwissenschaftler Siegfried Weischenberg in einem dpa-Gespräch hin. Zusammen mit Johannes B. Kerner im ZDF biete das öffentlich-rechtliche Fernsehen künftig im Spätabendprogramm von Montag bis Donnerstag einen "kompletten Einkaufskorb" mit Talkern, die im Privatfernsehen tätig waren oder - wie Maischberger - noch sind, aber jetzt für ARD oder ZDF arbeiten.</P><P>Nach Medienberichten soll auch Schmidts Partner Manuel Andrack in der neuen Show mit dabei sein. Der Entertainer hatte Ende 2003 nach acht Jahren seine "Harald Schmidt Show" eingestellt und eine "kreative Pause" angekündigt. Seine Nachfolgerin bei Sat.1, Anke Engelke, hatte erst vor einer Woche mit ihrer "Late Night" nach nur fünf Monaten wegen schlechter Quoten aufgehört.</P><P>Das Comeback würde Schmidt zu dem Sender zurück führen, bei dem er seine Fernsehkarriere begonnen hat. Der Schauspieler und Kabarettist hatte Ende der 80er Jahre zunächst im WDR und dann in der ARD mit "MAZ ab!" und "Schmidteinander" erste TV-Erfolge gefeiert.</P><P>NDR-Intendant Plog nannte die Verpflichtung Schmidts ein Stück "Grundversorgung". "Das ist einfach ein Typ, der sehr gut sortiert ist im Kopf, der sehr schnell ist, sehr pointensicher, dem sehr viel einfällt, der sehr viel Gespür hat, sehr viel Intuition. Ich sage das ja alles nicht erst heute, ich fand seine Sendung auch bei Sat.1 toll. Und von daher gesehen: Wir knüpfen an gesicherte Erfahrungen an und wir werden das schon zusammenkriegen", sagte der ARD-Vorsitzende.</P>

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