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Kritik an Kleidungsstil von Kate Moss

- London - Sie ist ein Model, und sie sieht gut aus, und zwar seit durchgängig 18 Jahren schon. Heute, mit 32, befindet sich Kate Moss vielleicht auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.

Die Kokain-Affäre aus dem vergangenen Herbst ist überstanden. Eben hat sie neue Millionen-Verträge mit einer Reihe von Luxusmarken unterschrieben. Und am kommenden Freitag ist sie auf dem Titelbild der neuen "Vogue" zu sehen - zum dritten Mal innerhalb von sechs Monaten. Eigentlich könnte es der Engländerin kaum besser gehen.

Aber bei all dem Erfolg scheint in Sachen Imagepflege doch etwas schief gegangen sein. Die Frau, die in Modefragen früher nie etwas verkehrt machen konnte, muss sich erstmals Kritik an ihrem Kleidungsstil gefallen lassen: Vom Klatschblatt "Grazia" bis zur seriösen Presse fragen sich die britischen Blätter derzeit, wie um Himmels Willen sich die Stil-Ikone neuerdings anzieht. Aus der Trendsetterin, so der Vorwurf, ist eine Frau geworden, die sich kleidet wie der Durchschnitt.

Die Tageszeitung "Guardian" veröffentlichte eine Fotoserie von gleich sechs "Bad Fashion Days", die sich Moss in den vergangenen Monaten geleistet haben soll. Dazu gehörte zum Beispiel der Auftritt in einem etwas altbackenen Jäckchen mit zu kurzen Ärmeln, das "Guardian"-Stilkritikerin Paula Cocozza an einen Vergnügungsabend in einem der britischen Seebäder erinnerte, in denen der Rentneranteil eher hoch ist.

Moss' Standard-Outfit in diesem Sommer sind jedoch Hot Pants mit Stiefeletten. Dazu meint "Grazia"-Modeexpertin Angela Buttolph: "Sie zieht kaum noch etwas anderes an. Die Leute sind von diesem Look nur noch gelangweilt." Zur Last gelegt wird dem Top-Model auch, dass sie sich immer noch vom Outfit ihres Ex-Freundes Pete Doherty (enge Jeans, weißes T-Shirt, schwarze Jacke) inspirieren lässt - auch wenn sie sich von dem Skandalrocker offiziell längst getrennt hat.

Für die 32-Jährige ist das Gemäkel an ihrem Kleidungsstil eine völlig neue Erfahrung. Bislang konnte sie immer anziehen, was sie wollte, und andere taten es ihr nach. Auf diese Weise wurden flache Ballettschuhe und einiges andere zum Trend. Zur Kritik äußern wird sie sich aber vermutlich nicht: Moss gibt grundsätzlich keine Interviews. Bis zum Werbespot mit einem Mobilfunk-Anbieter, mit dem sie nach der Kokain-Affäre wieder ins Geschäft kam, wussten die meisten Briten nicht einmal, wie ihre Stimme klingt.

Das ist auch ein Grund dafür, warum die Branche die neue Kritik am ihrem Kleidungsstil so wichtig nimmt. "Ihre Sprache ist ihre Kleidung", meint Cocozza. "Wenn sie ihren Einfluss behalten will, muss sie ihre Rock'n'Roll-Outfits ablegen." Allerdings hat Moss auch gute Gründe, warum ihr das Gemäkel egal sein kann: ihre neuesten Verträge mit Luxusmarken wie Longchamp, Stella McCartney oder Calvin Klein, die sich auf mehr als neun Millionen Euro belaufen.

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