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Tiger Woods erntet Lob und Kritik für seine Reue.

Lob und Kritik für Tiger Woods

Los Angeles - Tiger Woods zeigt Reue. Er entschuldigt sich für seine Fehltritte und erhält dabei Rückendeckung, erntet aber auch Kritik. Die Medien gehen teilweise hart mit ihm ins Gericht.

Tiger Woods' Mutter ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass ihr Sohn mit seiner reumütigen Beichte den richtigen Ton getroffen hatte. Kultida Woods gab dem Golf-Star nach seinem öffentlichen Mea Culpa volle Rückendeckung. “Ich bin so stolz auf Dich. Denke nie, dass Du alleine dastehst. Mom wird immer für Dich da sein und Dich lieben“, habe sie ihm nach der Pressekonferenz im Hauptquartier der US-Profigolfer-Vereinigung in Palm Beach Gardens in Florida zugeflüstert, sagte sie “People.com“ zufolge am Samstag.

Nach seiner dreizehneinhalbminütigen Beichte vor einem weltweiten Fernsehpublikum hatte Woods seine Mutter fest umarmt. Jeder Mensch mache Fehler, aber wir lernen daraus, nahm die Mutter den Sportler in Schutz. “Es ärgert mich sehr, wie die Medien ihn behandelt haben, als sei er ein Verbrecher (...) er hat niemanden umgebracht, er hat nichts Illegales getan.“ Doch die US-Medien und die Öffentlichkeit sind nach Woods Auftritt gespalten. George Stephanopoulos, Kommentator beim US-Sender ABC, lobte die Rede als “eine der beeindruckendsten öffentlichen Entschuldigungen einer Persönlichkeit des öffentlichen Lebens“.

Tiger Woods und Elin: Bilder einer (gescheiterten) Ehe

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Scharfe Kritik musste Woods hingegen von dem prominenten Sportreporter Buzz Bissinger einstecken, der den Golfer kürzlich in dem Magazin “Vanity Fair“ porträtiert hatte. “Ich glaube, er hat nichts bewirken können. Es war typisch Tiger, so beherrscht und kontrollierend wie gehabt“, sagte Bissinger in der Sendung “Entertainment Tonight“. Er habe keine “menschliche Wärme“ ausgestrahlt. Man habe den Eindruck, dies sei ein ausgeklügelter Plan für Woods' Rückkehr zum Golf gewesen. Der gefallene Golf-Star habe “sehr demütig, sehr ehrlich, aber leider zu stark einstudiert gewirkt“, bewertete ein Experte für Körpersprache beim Sender CBS den Auftritt des Sportlers.

Man konnte Schuldgefühle sehen

“Die Entschuldigung war stark inszeniert. Ich denke, diese zu sehr einstudierte Form hat Tiger Woods eher geschadet“, sagte Joe Navarro dem Sender am Samstag. Ava Profota, Spezialistin für Sex-Sucht, befand dagegen, dass dem zweifachen Vater echte Schuldgefühle anzusehen waren. “Man konnte sehen, wie er am Schlucken war. Er hatte einen Kloß im Hals und weinte fast“, sagte sie der Zeitschrift “People“. “Er wirkte wie ein Roboter“, urteilte die 39-jährige Herb Rhee in der Zeitung “New York Daily News“ über Woods. “Die Leute, besonders Frauen, werden seine Produkte nicht mehr kaufen wollen“, prophezeite der Golf-Fan. “Wenn man jetzt Tiger Woods hört, denkt man an Betrüger, nicht Golfer“.

“Ich denke, die Rede war von seinem Agenten geschrieben“, sagte der 44 Jahre alte Sanford Martin. “So sehr er sich auch bemühte, vom Herzen zu reden, so hörte es sich doch kalt und leer an.“ “Ich war dumm und egoistisch“, hatte Woods in seiner Rede gesagt und angekündigt, eine Sexsucht-Therapie fortzusetzen. “Ich habe meine Fans enttäuscht. Für sie ist das eine persönliche Enttäuschung.“ Ende November waren Affären und Details aus Woods' Privatleben in die Schlagzeilen geraten. Der milliardenschwere Golf- und Werbe-Star hatte daraufhin eine Auszeit begonnen. Einen Zeitpunkt für seine mögliche Rückkehr zum Profi-Sport gibt es nicht. Mehrere Sponsoren begrüßten seinen Beicht-Auftritt vor den Kameras. “Tiger hat sich entschuldigt und seine Situation erklärt“, sagte eine Sprecherin des Sportartikelherstellers Nike. “Nike steht ganz hinter ihm und seiner Familie. Wir freuen uns, wenn er zum Golfspielen zurückkehrt“.

dpa

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