Küsschen von Steffi für Andre - Tennis-Traumpaar erhält Medienpreis

Baden-Baden - Zum Schluss gab es von Steffi Graf ein Küsschen für Andre Agassi: Unter großem Applaus nahm das Tennis-Traumpaar am Sonntagabend in Baden-Baden den Deutschen Medienpreis 2007 entgegen. Die ehemaligen Tennisprofis wurden damit für ihr soziales Engagement gewürdigt. Beide kümmern sich seit Jahren mit Stiftungen um Kinder in Notlagen.

Graf und Agassi bedankten sich sichtlich gerührt für die Auszeichnung: "Sie ist eine sehr große Ehre für uns. Die Auszeichnung gilt den Kindern, für die wir uns einsetzen", sagte die aus dem nordbadischen Brühl bei Heidelberg stammende Ausnahmesportlerin mit leicht amerikanischem Akzent.

Das Paar präsentierte sich teils händchenhaltend - sympathisch und zurückhaltend; er in dunklem Anzug, sie mit bodenlangem Kleid im Empire-Stil, die hochgesetzte Taille mit silbernen Pailletten besetzt. Laudator und Daimler-Chef Dieter Zetsche ließ es sich nicht nehmen, der Tenniskönigin und nach Umfragen beliebtesten Deutschen ein Küsschen zu geben. Überreicht wurde die undotierte Ehrung - je eine Keramikskulptur für jeden von ihnen - von TV-Moderator Günther Jauch. Mit dem Medienpreis werden seit 1992 Persönlichkeiten geehrt, die die Gesellschaft oder die Politik wesentlich geprägt haben. Zuletzt wurde König Juan Carlos von Spanien ausgezeichnet.

Der Vorstandsvorsitzenden der Arcandor AG, Thomas Middelhoff, würdigte Agassi als "Ausnahmepersönlichkeit", der bei allem Fleiß sich selbst treu geblieben ist". Und: "Er steckt seine ganze Kraft in Hilfe für andere." Steffi Graf ist für Daimler-Chef Zetsche der "größte weibliche Tennischampion aller Zeiten". Graf verkörpere Klarheit und Zielstrebigkeit und habe bei allem Erfolg stets Bodenhaftung behalten. "Der Deutsche Medienpreis ehrt sich, in dem er Sie ehrt", meinte Zetsche zu Steffi Graf. Die beiden Preisträger blicken auf eine beispiellose Karriere zurück: Der 37-jährige Agassi hatte in seiner Laufbahn als Tennisprofi 8 Grand-Slam-Titel, 60 Einzeltitel und 1 olympische Goldmedaille gewonnen. Graf (38) führte insgesamt 377 Wochen die Weltrangliste an und gewann den "Golden Slam".

Nach dem Ende ihrer Laufbahn, so die Laudatoren, hätten sich die seit 2001 verheirateten Sportler in vorbildlicher Zurückhaltung für Tausende von benachteiligten Kindern engagiert. So kümmert sich die zweifache Mutter Steffi Graf mit ihrer Stiftung "Children for Tomorrow" um mental und emotional traumatisierte Kinder aus Krisengebieten. Die Stiftung ist unter anderem aktiv in Südafrika, Mosambik, Eritrea und dem Kosovo. Agassi hat ein wegweisendes Schulprojekt in Las Vegas für Kinder aus schwierigem sozialem Umfeld gegründet.

Zu dem illustren jährlichen Promi-Treff in der Kurstadt am Schwarzwald waren rund 200 Gäste aus der Medien- und Unterhaltungsbranche sowie aus Wirtschaft und Politik gekommen, darunter die Schauspielerin Veronica Ferres im tief ausgeschnittenen silbernen Glitzer-Kleid, der Fernsehjournalist Ulrich Wickert, die TV-Moderatoren Frank Elstner und Sabine Christiansen, der Showmaster Dieter Thomas Heck, Wolfgang Porsche und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sowie Frauen-Vorkämpferin Alice Schwarzer. Alle zeigten sich beeindruckt: "Ich wollte immer so sein wie sie", sagte etwa Ex-Schwimmerin Franziska van Almsick über Steffi Graf.

Der Medienpreis wurde von Karlheinz Kögel, dem Chef des Marktforschungsunternehmens Media Control und dem Last-Minute-Reiseveranstalter L'TUR, zum 16. Mal vergeben. Zu den Preisträgern gehörten unter anderen der Rocksänger und Afrika-Aktivist Bono, Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl, die Ex-Präsidenten Bill Clinton und Boris Jelzin sowie der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan.

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