Kurt Graunke gestorben

- München - Der Dirigent und Komponist Kurt Graunke ist am Sonntag im Alter von 89 Jahren in München gestorben. Ausgebildet als Geiger, Klarinettist und Komponist gründete Graunke kurz nach Kriegsende das "Symphonie-Orchester Graunke", das später in Münchner Symphoniker umbenannt und durch Konzertreisen weit über Bayern hinaus bekannt wurde. Graunke stand 1989 zum letzten Mal am Pult des Orchesters. Die Beisetzung findet am Donnerstag (9. Juni) auf dem Münchner Waldfriedhof statt, wie die Familie am Dienstag mitteilte.

Graunke hat das Musikleben Münchens nach dem Zweiten Weltkrieg als Dirigent entscheidend mitgeprägt. Mit dem von ihm ins Leben gerufenen Symphonieorchester brachte er die ersten Live-Konzerte in ein noch zerstörtes München. Schon am 25. September 1945 spielte er im zerbombten München mit seinen Musikern im Prinzregententheater bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung des Bayerischen Roten Kreuzes und wurde so erstmals der Öffentlichkeit bekannt. Im darauf folgenden Jahr war das Orchester bei Radio München zu hören. Ab 1948 trat das Graunke-Orchester regelmäßig öffentlich auf.<BR><BR>Kunstminister Thomas Goppel (CSU) würdigte die Leistungen des Musikers, der 1945 das große Wagnis unternommen habe, in einer Großstadt vom Range Münchens als privater Unternehmer ein symphonisches Orchester zu begründen. Besonders hervorzuheben sei auch, dass Graunke stets bemüht war, jungen Nachwuchskünstlern Gelegenheit zu geben, sich bei öffentlichen Konzertauftritten zu bewährend und künstlerisch weiterzubilden.<BR><BR>Der am 20. September 1915 in Stettin geborene Graunke hatte als Zwölfjähriger den ersten Geigenunterricht erhalten, bevor er 1933 in seiner Heimatstadt zweiter Konzertmeister am Städtischen Orchester wurde. Nach einem Studium an der Berliner Hochschule für Musik unternahm er noch während des Krieges seine ersten Tourneen als Geigensolist. Durch die Kriegswirren kam Graunke über Würzburg nach München, nachdem er sein Violinstudium 1941 in Berlin mit Bestnote abgeschlossen hatte. Mehr als 40 Jahre führte er das "SymphonieOrchester Graunke", das sich heute "Münchner Symphoniker" nennt.<BR><BR>Neben der Tätigkeit als Orchesterchef fand Graunke immer wieder Zeit für sein kompositorisches Schaffen. Außerdem gab er zahlreiche Gastdirigate bei namhaften Orchestern wie den Münchner und Berliner Philharmonikern. Er komponierte neun Symphonien im traditionellen Stil, ein Violinkonzert und weitere kleinere Orchesterwerke. Zu seinem 85. Geburtstag hatte er einen Liederzyklus fertig gestellt. In seiner sportlich aktiven Zeit war Graunke ein leidenschaftlicher RadRennfahrer. Noch mit 76 Jahren nahm er an einem Senioren- Weltcup teil. 

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