Kylie Minogue stellt neues Album in Berlin vor

Berlin - Sie hat eine Krebstherapie und eine Trennung hinter sich. Die vergangenen zwei Jahre waren schwer für Kylie Minogue (39). Davon ist ihr wenig anzumerken, als sie am Donnerstag in einem Berliner Hotel-Ballsaal ihr neues Album "X" vorstellt.

Es ist ihr Comeback-Auftritt in Deutschland. Auf die Frage, wie sie es schaffe, so gut auszusehen, scherzt die australische Sängerin, das liege am Rampenlicht: "Spotlights, Baby!" Am lockersten wirkt sie, wenn sie über das neue Album spricht. Aber auch halb-private Fragen sind erlaubt. Kylie Minogue weiß seit mehr als 20 Jahren, wie das Showgeschäft funktioniert. Die Sängerin erzählt, dass sie froh sei, dass es ihr wieder gut gehe - sie fühle sich, als ob sie wieder atmen könne.

Das Styling wirkt perfekt. Stilettos machen die kleine Pop-Diva größer als ihre etwa 1,55 Meter - dazu ein blonder Bob, schwarzes Kleidchen und eine quietschgelbe Lederjacke. Einen neuen Mann an ihrer Seite gibt es nicht. Wie wohl alle kinderlosen weiblichen Stars, die auf die 40 zugehen, wird sie bei der Pressekonferenz auf Babys angesprochen. "Ich kann nur sehr allgemein sagen, dass eine Familie in der Zukunft toll wäre", sagt sie. Das sei aber nicht wirklich planbar. Später kokettiert Kylie Minogue ein bisschen mit ihrer Schüchternheit, wenn es um das Kennenlernen von Männern geht. Vier Jahre lang war sie mit dem französischen Schauspieler Olivier Martinez liiert.

Von ihren Familienmitgliedern, die ihr nach der Brustkrebs-Diagnose im Jahr 2005 beistanden, schwärmt die 39-Jährige: "Sie waren immer da." Ihren Körper habe sie während der Krankheit anders wahrgenommen als vorher. Das Image sei dabei das allerletzte auf ihrer Prioritätenliste gewesen. "Es hat mich natürlich dazu gebracht, alles infrage zu stellen." Nun ist die Krankheit erst einmal überstanden. Zu Weihnachten freut sich Minogue besonders, ihren kleinen Neffen zu sehen. Auch auf Tour würde sie gerne wieder gehen, nennt aber nichts Konkretes.

Minogue hat nach Angaben ihrer Plattenfirma rund 40 Millionen Alben verkauft, bei den Kritikern spielt sie mittlerweile etwa in einer Liga mit Megastar Madonna. Zum Fernsehstar wurde die zierliche Australierin mit der Serie "Neighbours" (Nachbarn). Mit seichten Pophits wie "Locomotion" eroberte sie in den 80er Jahren die Hitparaden. Richtig ernst genommen wird sie seit den 90er Jahren, als sie zum Beispiel mit Nick Cave das Duett "Where The Wild Roses Grow" aufnahm.

Im Oktober 2001 erschien das Album "Fever", die Single "Can't Get You Out Of My Head" ist seitdem in Discos und Schwulen-Clubs ein Dauerbrenner. Ihre Welttournee "Showgirl" musste die Sängerin wegen der Brustkrebsdiagnose absagen. Vor einem Jahr konnte Minogue ihr Bühnencomeback mit "Showgirl - Homecoming" feiern. Das Londoner Victoria and Albert Museum widmete der Pop-Ikone dieses Jahr eine eigene Ausstellung - mitsamt der berühmten goldenen Hotpants (Größe 34).

"X" ist Minogues zehntes Studioalbum, außerdem startet eine Doku mit dem Titel "White Diamond" in den Kinos. Auch Guy Chambers, der große Hits von Robbie Williams produzierte, mischt bei dem Album mit, wie in dem Lied "Sensitized" zu hören ist. Die Ballade "Cosmic" hat Minogue am Ende der Therapiezeit geschrieben. Im Video der rockigen Single "2 Hearts" räkelt sie sich mit blonden Locken vor dem Mikrofon. Das erinnert an Gwen Stefani und Madonna: Ein bisschen Marilyn Monroe scheint bei weiblichen Weltstars zum guten Ton zu gehören.

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