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Österreich schickt Nadine Beiler (l.) gegen unsere Titelverteidigerin Lena ins ESC-Rennen.

Lena kämpft gegen "Boom Boom", "Da Da Dam" und "Ding Dong"

Düsseldorf - Lena Meyer-Landrut hat es nicht leicht: 42 Konkurrenten wollen sie vom Grand-Prix-Thron stoßen - dafür nutzen sie jedes legale Mittel.

Die Eurovision-Länder bieten haufenweise krachende Songtitel gegen die zierliche Titelverteidigerin auf: von “Boom Boom“ über “Da Da Dam“ bis “Ding Dong“.

Doch die 19-Jährige hat auch einige Trümpfe in der Hand: ihre Lässigkeit, ihren ungewöhnlichen Mystik-Song “Taken By A Stranger“, die gute Startnummer 16 im hinteren Teil des Finales und die Gewissheit, dass 18 ihrer Konkurrenten schon nach den Halbfinalrunden nach Hause fahren müssen. Denn nur die jeweils besten zehn der beiden 19er-Semifinals dürfen beim Finale am 14. Mai in Düsseldorf auftreten - plus die direkt qualifizierten großen Geldgeber des Wettbewerbs, die “Big Five“: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und - nach längerer Abstinenz wieder beim Song Contest vertreten - Italien.

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Ein Duo aus einem kleinen, ärmeren Land dürfte aber ziemlich sicher auch beim Finale dabei sein: Ell und Nikki aus Aserbaidschan gehören für den Grand-Prix-Experten und Blogger Jan Feddersen mit ihrem “wehmütigen“ Lied “Running Scared“ zum Favoritenkreis. Moment mal, Aserbaidschan? Genau: Im vergangenen Jahr war ihre Landsfrau Safura mit viel Sex und großer Stimme Top-Kandidatin auf den Sieg. Am Ende wurde sie immerhin Fünfte.

Die Finnen rechnen sich nach ihrem bisher einzigen Sieg mit Lordi im Jahr 2006 auch wieder Chancen aus. Mit Paradise Oskar alias Axel Ehnström würde im Fall eines Siegs ein “Junge mit der Gitarre“ die Nachfolge von “Fräuleinwunder“ Lena antreten. Der Titel “Da Da Dam“ klingt zwar erst einmal gaga, aber für den teils selbstironischen Text heimst der Künstler durchaus Lob ein. Er besingt einen Jungen, der aufbricht, um die Welt zu verbessern.

Junges Gemüse schicken auch andere Länder ins Rennen. Für Schweden tritt der 20-jährige Eric Saade an, der kurzzeitig mit der Boygroup What's Up! Karriere machte. Blogger und “taz“-Journalist Jan Feddersen bescheinigt ihm, genau jenen Typus Mann zu verkörpern, “den schwedische Medien gern haben: ein bisschen jungenhaft, sehr entertainmentbewusst und außerdem nicht zu verstörend“.

Ob das auch für das Duo Jedward aus Irland gilt? Wohl kaum. Die beiden 19 Jahre alten eineiigen Zwillinge John und Edward Grimes wurden durch die britische Castingshow “The X Factor“ bekannt - und kassierten dafür eine Menge Häme. Im Gedächtnis bleiben die Jungs dank ihrer raketenartigen Frisuren allemal.

Nicht mehr ganz so frisch sind die drei Männer von 3JS. Nach ihrem ulkigen Vadder-Abraham-Song “Ik ben verliefd (Sha-la-lie)“ im vergangenen Jahr setzen die Niederländer diesmal auf gefühligen Mainstream-Pop (“Je Vecht Nooit Alleen“), was so viel bedeutet wie: “Du kämpfst nicht allein.“ Ob 3JS damit allerdings im Finale landen können? Spaß werden sie bei ihrem kurzen Trip nach Düsseldorf aber auf jeden Fall haben: Die gesamte Delegation werde während des Contests auf einem Hausboot, sprich Partyboot, unterkommen, verriet Moderatorin Judith Rakers bei der Auslosung der Startreihenfolge für die Halbfinals am Dienstag.

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Der Leiter der deutschen ESC-Delegation, Torsten Amarell, hält das Rennen um den Sieg für ziemlich unberechenbar. Es sei für jeden Künstler schwierig, den europäischen Musikgeschmack zu treffen - der reiche schließlich von Aserbaidschan bis Island.

Aber auch Amarell hat seine Favoriten. “Ich finde zum Beispiel ganz stark, was unsere Nachbarländer Österreich und Schweiz dieses Jahr ins Rennen schicken“, sagt er. Österreich tritt mit Nadine Beiler, die Schweiz mit Anna Rossinelli an - beides junge Frauen mit starker Stimme, wie Amarell findet.

Folgt auf Lena also ein neues Fräuleinwunder? Oder schlägt eine echte Grand-Prix-Ikone nochmal zu? Dana International eroberte beim Guildo-Horn-Grand-Prix 1998 mit ihrem starken Song “Diva“ die Herzen der Eurovisions-Gemeinde im Sturm. Nun will sie es für Israel noch mal wissen. Doch ihr jetziger Beitrag klingt eher nach altbekannter Grand-Prix-Kost - und der Titel ist auch nicht gerade Hit-verdächtig: “Ding Dong“ - läuten da etwa schon die Abschiedsglocken fürs Halbfinale?

dpa

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