Lothar & Liliana: Scheidung ungültig?

München - Am Montag feiert Lotahr Matthäus seinen 50. Geburtstag. Doch dem Rekord-Nationalspieler droht Ungemach: Ärger mit der Justiz.

Hoch soll er leben – am kommenden Montag feiert Lothar Matthäus seinen 50. Geburtstag. Doch der Fußball-Rekordnationalspieler hat da noch so eine unangenehme Sache am Hals, die ihm die Feierlaune vermiesen könnte: Matthäus droht Ärger mit der Justiz. Das Bezirksgericht in Hallein bei Salzburg muss derzeit prüfen, ob seine Blitzscheidung ungültig ist.

Dafür hat Lothars Ex-Frau Liliana (23) gesorgt. Der tz liegt eine schriftliche Erklärung des Models aus München vor. Darin heißt es: „Der Anwalt meiner Eltern hat mit einem österreichischen Kollegen meine Scheidungspapiere routinemäßig überprüft. Dabei haben sie festgestellt, dass die Scheidung nicht ordnungsgemäß von statten gegangen ist. Möglicherweise könnte dies für mich und natürlich auch für Lothar zum Problem werden, wenn einer von uns wieder heiratet. Deshalb müssen wir jetzt diesen Prozessfehler gemeinsam beheben.“

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Der Kernvorwurf der Juristen: Das österreichische Gericht sei für die Scheidung gar nicht zuständig gewesen (siehe auch Artikel unten). Zwar hatte Matthäus als Wohnsitz eine Adresse in Salzburg angegeben. Aber die stimme nicht, behauptet Lilianes Anwalt Dr. Otto Urban gegenüber der tz: „Herr Matthäus hat dort zumindest in der Zeit der gemeinsamen Ehe nie gewohnt.“ Vielmehr stehe an der angeblichen Wohnadresse ein Bürohaus. Matthäus war trotz mehrfacher Versuche der tz nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Seine glamouröse Liason mit dem Model aus München wurde am Neujahrstag 2009 amtlich. Vor einem Standesamt in Las Vegas schwor Lothar seiner vierten Ehefrau die Treue. Nur zwei Jahre später, am 2.Februar 2011, saßen die beiden vorm Scheidungsrichter. Alles sollte ganz schnell gehen: Matthäus chauffierte seine erloschene Flamme in eine Salzburger Anwaltskanzlei. Dort hatte Lothar zwei Anwälte einbestellt – einen für sich selbst und einen für Liliana. Sie unterzeichnete einen einvernehmlichen Scheidungsvergleich – Unterhalts-, Zugewinn- und Rechtsmittelverzicht inklusive. Eine gute Stunde später marschierte Lothar mit Liliana und dem Vergleich in der Tasche zum Bezirksgericht Hallein. Kurz darauf erklärte der Richter die Ehe unter dem Aktenzeichen 31 FAM 15/11z für geschieden – mit sofortiger Wirkung.

Im Nachhinein fühlt sich Lilana über den Tisch gezogen. Obwohl kein Ehevertrag vorliegt, bekam sie eine vergleichsweise geringe Abfindung. Nach tz-Informationen liegt die Gesamtsumme in einem mittleren fünfstelligen Bereich. Dazu erhält sie ein Auto, und Lothar soll sich bereit erklärt haben, die Studiengebühren zu bezahlen – falls die kluge Abiturientin (spricht mehrere Sprachen fließend) an die Uni gehen möchte. Wenn die Scheidung für ungültig erklärt würde, müsste Matthäus wohl ein deutsches Gericht bemühen.

Andreas Beez

Worum es in dem Rechtsstreit geht

Lilianas Anwalt Dr. Otto Urban beruft sich auf eine EU-Verordnung. Sie regelt, wann ein Gericht in einem Mitgliedsstaat für eine Scheidung zuständig ist. Die entscheidenden Voraussetzungen: Einer der Eheleute muss Staatsbürger des entsprechenden EU-Staats sein – im Fall Matthäus also Österreicher. „Das trifft nicht zu“, erklärt Urban. Lothar und ­Liliana sind Deutsche. Alternativ könne einer der Partner auch vor Gericht ziehen, wenn er seinen „vornehmlichen Aufenthalt“ im jeweiligen EU-Land hat. Dazu muss er sechs Monate hauptsächlich dort gelebt haben.

Vor Gericht hat Matthäus eine Meldebescheinigung vorgelegt, die eine Salzburger Adresse enthält. Dort stehe allerdings eine Bürohaus, erklärt Urban: „Unterm Strich bedeutet dies: Das Gericht ist nicht zuständig und kann deshalb auch keine rechtsgültige Scheidung aussprechen.“ Das Vorgehen von Lilianas Anwälten: Sie haben eine Beschwerde beim Bezirksgericht in Hallein eingereicht. „Wir haben sie am 16. Februar zugestellt“, berichtet Anwalt Urban.

Jetzt müsse das Bezirksgericht den Sachverhalt prüfen. Ein Termin für die Entscheidung sei noch nicht bekannt. Zeitersparnis als Beweggrund? Namhafte Juristen behaupten, dass österreichische Richter Scheidungen oft wesentlich schneller vollziehen als ihre deutschen Kollegen.

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