Luftröhrenschnitt: Immendorff will weiter arbeiten

- Düsseldorf - Der schwer kranke Düsseldorfer Maler Jörg Immendorff (60) musste sich am Donnerstag in Düsseldorf wegen akuter Atemnot einem Luftröhrenschnitt unterziehen. Er liegt seit neun Tagen auf der Intensivstation der Universitätsklinik. Bei dem Eingriff, der so genannten Tracheotomie, wird nach Öffnung der Atemwege ein Röhrchen in die Luftröhre eingelegt. Unterstützend sei eine maschinelle Beatmung möglich, sagte Immendorffs Neurologe an der Berliner Charité, Thomas Meyer. Dennoch wolle der Künstler seine Arbeit noch in diesem Jahr wieder aufnehmen.

Immendorff, einer der wichtigsten deutschen Nachkriegskünstler, ist seit langem an der tödlichen Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) erkrankt. Eine ihrer Folgen ist die fortschreitende Einschränkung der Atemfunktion wegen zunehmender Lähmung der Atemmuskulatur - bis zum Erstickungstod.

Immendorff wolle trotzdem sowohl seine künstlerische Arbeit als auch seine akademische Tätigkeit als Kunstprofessor an der Düsseldorfer Kunstakademie fortsetzen, sagte der Berliner Arzt Meyer, der den Maler an der ALS-Ambulanz der Berliner Charité behandelt, am Donnerstag. Möglich werde dies durch ein mobiles Beatmungsgerät, das der Künstler mit sich tragen könne.

Der Mediziner betreut an der Berliner Universitätsklinik auch ein von Immendorff gestiftetes Stipendium zur ALS-Grundlagenforschung. Noch sei offen, ob Immendorff das Beatmungsgerät ständig brauche, sagte Meyer. Das Wichtigste sei, dass ihm die Technik eine "extrem hohe Mobilität bis hin zum Transatlantikflug" ermögliche. Für einen international tätigen Künstler wie Immendorff sei dies unabdingbar.

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