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US-Rapper Macklemore hat sich für ein Bühnen-Kostüm entschuldigt.

Antisemitismus-Vorwürfe

Missglücktes Kostüm: Shitstorm gegen Macklemore

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Seattle - Wusste er wirklich nicht, dass er mit seinem Kostüm aussah wie die Karikatur eines jüdischen Menschen? US-Rapper Macklemore hat mit einem Outfit einen Shitstorm ausgelöst.

Mit einer schwarzen Perücke, schwarzem Kinnbart und angeklebter riesiger Hakennase war der Musiker ("Thrift Shop") in seiner Heimatstadt Seattle am Freitag auf der Bühne des EMP Museums gestanden. Kritiker hatten das Kostüm als „stereotyp jüdisch“ beschrieben. Viele erinnerte die Aufmachung etwa an die antisemitischen Propaganda-Karikaturen des Dritten Reiches. Auf Twitter wurde Macklemore deshalb scharf kritisiert und unter anderem als "Rassist" und "Idiot" beschimpft. Der US-Schauspieler Seth Rogen witzelte: "Erst willst Du die Leute glauben machen, Du wärst ein Rapper, jetzt sollen sie Dir abnehmen, dass Du ein Jude bist?" Auf Online-Magazinen wie people.com waren Bilder von dem umstrittenen Auftritt zu sehen.  

Hexennase und Lincoln-Bart aus dem Kostümladen

Am Montag entschuldigte sich der 30-Jährige in einer Stellungnahme auf seiner Homepage bei allen, die er beleidigt haben könnte, und wies die Vorwürfe zurück: Er habe unerkannt zu dem Auftritt gehen und sein Publikum überraschen wollen, darum habe er sich verkleidet. Die Hexennase und den Bart habe er in einem Kostümladen gefunden, die Perücke habe er in Japan erstanden. Dass er ein jüdisches Klischee bediene, sei ihm zu keiner Zeit bewusst gewesen. "Ich dachte, dass ich mit meinem Outfit gar keinem speziellen 'Typ' entspreche", schrieb er. Bei dem Bart hätten viele zuerst an Ex-US-Präsident Abraham Lincoln gedacht. Erst als die Empörung in den Medien und sozialen Netzwerken aufbrandete, sei ihm bewusst geworden, welche Assoziationen das Kostüm hervorrufen könne. 

"Manchmal trage ich einfach gerne seltsame Outfits"

Gemeinsam mit seinem Duo-Partner Ryan Lewis ist Macklemore UN-Botschafter für Gleichberechtigung. "Ich denke, meine Arbeit und die Dinge, für die ich mich einsetze, sprechen für sich", schrieb er - wohl auch in Anspielung auf seinen vielfach ausgezeichneten Hit "Same Love" aus dem Jahr 2012, in dem er sich für die Rechte Homosexueller einsetzt. Auch in anderen Songs plädiert der Musiker für Toleranz und Vielfalt.

"Ich respektiere alle Kulturen und alle Menschen", heißt es in seinem Statement. Es gebe kein schlimmeres Gefühl, als missverstanden zu werden - besonders wenn Menschen verletzt oder beleidigt würden. "Ich liebe die Menschen, ich liebe Originalität - und manchmal trage ich einfach gerne seltsame Outfits." Tatsächlich ist der 30-Jährige bereits unter anderem in einem Schneeanzug der Inuit und in einer Tambourmajor-Uniform aufgetreten. Beim nächsten Gang in den Kostümladen wird er sich wahrscheinlich etwas mehr Gedanken machen.  

hn/dpa

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