Madonnas Adoptivsohn aus Angst vor Entführern versteckt

- London - Der von Popstar Madonna (48) in Afrika adoptierte Junge ist aus Angst vor einer Entführung an einen geheimen Ort in Malawi gebracht worden.

Der 13 Monate alte David werde dort von einer Pflegemutter und Madonnas Mitarbeitern betreut, berichtet der "Sunday Mirror". Malawische Behörden befürchten, Kriminelle könnten den Jungen entführen und ein Lösegeld erpressen.

"David hatte nichts und ist nun das wohl reichste Kind in Malawi", wird eine nicht namentlich genannte Quelle in der Zeitung zitiert. Je länger das Kind im Land sei, desto höher sei das Entführungsrisiko. Madonna und ihr Ehemann Guy Ritchie (38) mussten am Freitag ohne den kleinen David aus Malawi nach London zurückkehren. Der 13 Monate alte Junge müsse in Afrika bleiben, bis sein Pass ausgestellt sei, berichteten britische Zeitungen am Samstag.

Ein Richter hatte zuvor dem Antrag auf Adoption des Halbwaisen David stattgegeben, meldete die BBC. Malawische Behörden hätten versprochen, dem Kind so bald wie möglich die Ausreise zu gestatten, schreibt die Zeitung "The Times" in ihrer Samstagsausgabe.

Ein Onkel des Jungen äußerte Bedenken an der Adoption. Er fürchtet, Madonna nutze seine Familie aus, berichtet die "Sunday Times" am Sonntag. Der Onkel fordert, der Vater des Babys solle nach London reisen und sich das neue Zuhause des Halbwaisen ansehen. Wenn das nicht geschehe, solle das Kind nicht das Land verlassen, so der Onkel weiter.

Die malawische Organisation "Eye of the Child" will per Gerichtentscheidung die Ausreise des Kindes verhindern, berichtete die Zeitung "Daily Mirror" am Samstag. Mehrere Beobachter und Adoptionsverbände kritisierten die schnelle Adoption und dass dem Paar Sonderrechte eingeräumt worden seien. Üblicherweise müssen Adoptiveltern zwei Jahre in Malawi leben.

Die Adoption sei "in jeder Hinsicht verkehrt", zitierte der "Mirror" Yvette Gayford von der Organisation "Parents and Children Together". "Eine Adoption darf nicht aus einer Laune heraus erlaubt werden." Benston Kilembe, malawischer Direktor für Jugenddienste, hatte zuvor der BBC erklärt, Madonna und ihr Ehemann hätten "die normalen Prozeduren" erfüllt.

Schauspielerin Susan Sarandon kann die Aufregung über Madonna wegen der Adoption nicht verstehen. "Ich habe nichts dagegen, dass Leute ein Kind adoptieren. Ich wünschte mir, ich hätte 20 Kinder daheim", sagte Sarandon am Samstag in New York. "Ich glaube, wir sollten unsere Grundsätze mal überdenken und uns um das kümmern, was wirklich wichtig ist."

Der malawische Journalist Raphael Tentane sprach von einer Kontroverse, die die verkürzten Adoptionsverfahren zu Gunsten von Madonna ausgelöst hätten. Auch wenn die Pop-Ikone gute Absichten habe, könnte es Signalwirkung für Menschen mit anderen Intentionen haben.

Im südafrikanischen Rundfunk warnte er: "Andere könnten solche verkürzten Verfahren für ihre Zwecke ausnutzen." Der Vater des Jungen hatte Journalisten erklärt, er sei froh, dass seinem Kind nach dem Tod seiner Ehefrau eine neue Perspektive geboten werde. "Ich bin sehr glücklich; es gibt sehr viel Armut im Dorf, und das Kind wird eine bessere Zukunft haben", meinte er.

Madonna hat zwei leibliche Kinder: Lourdes Maria (9) und Rocco (6). Seit Anfang Oktober hatte sich der Popstar in Malawi aufgehalten, um sechs Hilfsprojekte auf den Weg zu bringen und umgerechnet 2,4 Millionen Euro für Waisenkinder zu spenden.

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