Mailänder Modesommer 2007: Der Star ist das Kleid

- Mailand - Kleider, immer wieder Kleider. Mailands Designer haben im Frühjahr/Sommer 2007 einen eindeutigen Favoriten. Die Wahl ist nicht spektakulär neu, denn bereits in der Mode für das laufende Jahr stand dieses Kleidungsstück ganz hoch in ihrer Gunst.

Doch auf den noch bis Samstag andauernden Defilees der Milano Moda Donna wird es kreativ interpretiert wie lange nicht. Die Botschaft ist klar: Am Kleid kommt nun keine Frau mehr vorbei.

Die neuen Modelle definieren sich vor allem über die Form. Starke Taillierungen sind dabei ebenso zulässig wie lose fallende Säcke oder züchtige Hemdblusenkleider. Es gibt jede Menge Volumen. Ballon- und Ei-Silhouetten kündigen ein Comeback der 80er Jahre an. Trapeze wiederum erinnern eher an die 60er. Die vielen Mini-Längen schlagen eine Brücke zwischen diesen beiden Dekaden.

Christopher Bailey beherrscht das neue Formenspiel perfekt. Seine hoch taillierten Kleider haben eine mädchenhafte Frische. Den Kontrast aus Weite und Enge führt er dann auch am Ärmel fort, der so, unter anderem beim Mantel, zum Blickfang wird. Der Kreativchef der englischen Marke Burberry Prorsum ließ sich für seine neuesten Kreationen von den Arbeiten des Fotografen Cecil Beaton inspirieren.

Bailey setzt auf viele reiche Materialien, allen voran Seidenmischungen, aber auch feinsten Kaschmir sowie Python- oder Krokodilleder. Über vielen Stoffen liegt zudem ein metallischer Glanz. Die Farbpalette beginnt sehr hell mit Sand-, Stein-, und Weißtönen und gewinnt zum Abend hin mit Grün, Blau und Pink an Kraft.

Kleider? Ja, aber hauptsächlich für die große Gala. Giorgio Armani reihte zum Abschluss seines Defilees am Montag alle Models in prachtvoll glitzernden Abendroben über die gesamte Laufsteglänge auf. Tagsüber konzentriert sich der Mailänder Topdesigner, der als Ehrengast Hollywoodstar Leonardo di Caprio begrüßte, auf seine ureigenen Stärken. Fast durchgängig propagierte er Hosen in einer weichen, fließenden und sehr femininen Form. Die entsprechenden Jacken sitzen entweder sehr knapp oder werden über die Hüfte verlängert. Viel Wert legt Armani auf die passenden Accessoires, so bindet er oft ein Tuch quer über die Schultern und bedeckt den Kopf mit klassischen Hüten à la Borsalino.

Der Sizilianer Maurizio Pecoraro wiederum interpretiert das Kleid im Lagenlook, schichtet zuweilen zwei Modelle übereinander, zieht darunter eine wadenlange, am Saum geraffte Leggings und kombiniert das ganze mit einer kurzen Jacke. Ein dekoratives Element erzielt er über das Faltenspiel. Für den Abend schlägt Pecoraro dann kurze, gestufte Trägerkleider vor.

Bei Daks, einem englischen Label, variiert das Kleid zwischen schlichten vorn durchgeknöpften Varianten aus Leinen und floral bedrucktem oder besticktem Seidenchiffon. New Yorks legendärer Tanztempel Studio 54 stand Pate für Blugirl, die auf eine junge Kundschaft ausgerichtete Linie von Blumarine. Blumendrucke im Stil der 70er Jahre wechseln hier mit fruchtigen Motiven ab. Puffärmelchen, Babydolls und kurze Latzhosen süßen die Mode, Schuhe mit Paillettenbesatz sorgen für Disco-Glamour. Die italienische Marke Belstaff demonstrierte schließlich, dass modische Kleidung auch sehr praktisch sein kann und betrieb eine intensive Stoffrecherche. Einige der Materialien halten die Körpertemperatur konstant, sind Wasser abweisend und atmungsaktiv.

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