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Malik Harris singt für Deutschland beim ESC

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ESC-Vorentscheid 2022 - Malik Harris
Malik Harris wird Deutschland beim Eurovision Song Contest (ESC) in Turin am 14. Mai vertreten. © Britta Pedersen/dpa-POOL/dpa

Es sieht erst anders aus. Mit dem letzten Votum setzt sich Malik Harris gegen harte Konkurrenz beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest durch. Für das Finale in Turin nimmt sich der Sänger viel vor.

Berlin - Ein Abend zwischen Kriegstrauma und Pop-Welt: Der Sänger Malik Harris wird Deutschland beim Finale des Eurovision Song Contest in Turin vertreten.

Der 24-Jährige setzte sich am Freitagabend in Berlin bei einer denkwürdigen ESC-Ausgabe durch. Die sechs Songs der Endrunde bei „Germany 12 Points - der deutsche ESC-Vorentscheid“ wurden eingerahmt vom Gedenken an den Krieg in der Ukraine.

ESC-Vorentscheid 2022
Conchita Wurst (l) und Jane Comerford in der Show "Germany 12 Points - der deutsche ESC-Vorentscheid" in Berlin. © Britta Pedersen/dpa-POOL/dpa

Der aus dem bayerischen Landsberg am Lech stammende Harris, Sohn des früheren Sat.1-Talkers Ricky Harris (59), setzte sich mit seinem auf Englisch gesungenen Song „Rockstars“ durch. Nach dem Votum der beteiligten Radiosender hatte er noch auf Platz zwei gelegen.

Mit deutlichem Abstand führten zunächst die aus Koblenz stammenden Maël & Jonas mit dem starken Song „I Swear to God“. Bei der mit ebenfalls 50 Prozent gewerteten Entscheidung des Publikums zog Harris dann noch an dem Duo vorbei. Auf den Plätzen landeten Nico Suave & Team Liebe mit „Hallo Welt“, Felicia Lu („Anxiety“), Eros Atomus mit „Alive“ und „Soap“ von Emily Roberts.

ESC-Vorentscheid 2022 - Nico Suave & Team Liebe
Nico Suave & Team Liebe beim deutschen ESC-Vorentscheid in Berlin. © Britta Pedersen/dpa-POOL/dpa

Der Siegersong „Rockstars“ von Harris dreht sich um unbeschwerte Kindheit, den Rückblick auf schöne Momente und die Besinnung auf Gemeinsamkeiten. Der deutsch-amerikanischer Popsänger, Rapper und Songwriter Harris hat viel Musik und Entertainment im Blut. Ein Großvater war Opernsänger, eine Großmutter Pianistin, sein Vater spielt mehrere Instrumente. So fand Malik Harris früh den Weg auf Konzertbühnen, spielte auf Touren, war Opener etwa für James Blunt.

Für das ECS-Finale in Turin hat sich Harris viel vorgenommen. „Ich will gewinnen“, sagte er nach seinem Erfolg beim Vorentscheid. In den letzten Jahren landete Deutschland meist weit hinten im ESC-Finale, 2021 mit Jendrik zum Beispiel auf dem vorletzten Platz.

Der emotionale Höhepunkt des Abends blieb der ukrainischen Sängerin Jamala (38) vorbehalten. Die ESC-Gewinnerin von 2016 verband ihren Auftritt mit einem bewegenden Plädoyer für Frieden in ihrem Land. „Mein größter Wunsch ist, dass der Krieg aufhört“, sagte Jamala. Die Sängerin war mit ihren beiden Kindern unter dramatischen Umständen aus ihrer Heimat geflohen. Ihren Mann musste sie in der Ukraine zurücklassen.

„Ich singe heute im Namen der Kinder, ich singe heute im Namen der Frauen“, sagte Jamala. „Ich möchte, dass die ganze Welt unsere Stimme hört, von unseren Schmerzen und Leiden hört.“ Sie werde alles tun, was sie könne. „Ich werde schreien, damit die ganze Welt hört, dass es so nicht sein darf.“

Mit der ukrainischen Fahne in der Hand sang Jamala ihren Siegertitel von 2016 „1944“. Das Lied handelt von der Deportation der Krimtataren durch Sowjet-Diktator Stalin.

Auch der Sieger des Abend nutzte seinen Auftritt für ein klares Statement gegen den Krieg. Am Ende seines Songs drehte er seine Gitarre um. Auf der Rückseite des Instruments stand in großen Lettern: „„I stand with Ukraine“.

Die Fernsehshow wurde von insgesamt 4,3 Millionen Zuschauern verfolgt. Das entsprach ab 21.00 Uhr einem Marktanteil von 14,6 Prozent. Die Sendung wurde im Ersten und in allen Dritten der ARD sowie auf dem Kanal One ausgestrahlt. 2019 hatte der Vorentscheid „Unser Lied für Israel“ knapp 3 Millionen TV-Zuschauer. 2018 und 2017 waren es jeweils etwas mehr als 3 Millionen. Mehr als 4 Millionen Zuschauer - nämlich 4,5 Millionen - waren es zuletzt 2016 beim Vorentscheid „Unser Lied für Stockholm“ sowie davor 2010 bei „Unser Star für Oslo“, bei dem in Köln die später siegreiche Lena als deutsche Interpretin gekürt wurde. dpa

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