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Ingrid und Manfred Stolpe leben mit dem Krebs und bleiben zuversichtlich.

Manfred und Ingrid Stolpe sprechen über ihre Krebs-Erkrankung

Köln - Das Ehepaar Stolpe leidet an Krebs. Bei Sandra Maischberger sprechen sie am Dienstagabend über ihre Krankheit und den Umgang damit.

Manfred und Ingrid Stolpe sind beide an Krebs erkrankt. Die frühere Ärztin Ingrid Stolpe ist nicht zuletzt auf Grund der Krebserkrankung ihres Mannes im Jahr 2008 zur Mammographie gegangen. Bis vor wenigen Wochen wurde sie wegen Brustkrebs behandelt. „Ich bin der Meinung, dass man offen damit umgehen sollte“, erklärt Ingrid Stolpe.

In der ARD-Sendung Menschen bei Maischberger geht das Ehepaar jetzt an die Öffentlichkeit, um zwei Botschaften zu vermitteln: „Nummer 1: Leute, kümmert euch, guckt nach, geht zur Vorsorgeuntersuchung! Und Nummer 2: Sich nicht verrückt machen lassen. Man sollte so normal und gelassen damit umgehen wie möglich. Zwar keine falschen Illusionen schaffen, aber der Krankheit doch mit einer gewissen Gelassenheit begegnen“, erklärt Manfred Stolpe. Zur Chemotherapie lagen Manfred und Ingrid Stolpe gleichzeitig im Dezember 2008 in einem Potsdamer Krankenhaus. Der langjährige Ministerpräsident Brandenburgs hat gerade seine zweite Krebsoperation überstanden.

Manfred Stolpe hielt seine Krankheit geheim

Jetzt erst hat er die Erkrankung publik gemacht. Dabei traf ihn die erste Krebsdiagnose bereits 2004 im Amt als Bundesverkehrsminister. Weder seine Mitarbeiter noch Kanzler Schröder wussten von seiner Krankheit. Nur Franz Müntefering war im Bilde: „Bei ihm spielen Karzinom-Fragen in der Familie auch eine Rolle, und er kann schweigen wie ein Grab“, so Manfred Stolpe im Vorfeld der Aufzeichnung von Menschen bei Maischberger.

Als Minister habe er trotz Operation und Chemotherapie ohne offensichtliche Einschränkungen weiter gearbeitet. Damals wurde er wegen der LKW-Maut heftig angegriffen. „Es war 2004, das Jahr der Maut und alle Zeitungen schrieben, ich würde es nicht packen und solle am besten gleich zurücktreten“, so Stolpe. „Wenn dann auch noch Meldungen über meinen schwierigen Gesundheitszustand dazugekommen wären, hätte kein Hund mehr ein Stück Brot von mir genommen. Deshalb haben wir das Ganze schön diskret gehandhabt, und ich bin danach wieder angetreten. Die Maut ist inzwischen der große Dukatenesel.“ „Man muss wirklich sagen, dass er das alles immer mit links genommen hat“, sagt Ingrid Stolpe über ihren Mann. „Ich hätte bestimmt gejammert. Ich sage immer, der macht das mit hinterpommerscher Sturheit und preußischer Disziplin. Ich könnte das so nicht.“

Offener Umgang mit Krebs ist wichtig

Die Gelassenheit der Stolpes äußert sich in einem ruhigen Lebensstil. Ingrid Stolpe: „Wir frühstücken gemütlich und in Ruhe. Außerdem haben wir unsere Fahrräder auf Vordermann gebracht und wollen nun endlich mal das Umland erkunden. Ich mache zusätzlich noch Pilates. Wir versuchen auch uns noch gesünder zu ernähren, zum Beispiel essen wir ganz viele Zitrusfrüchte.“

Ingrid Stolpe plädiert für einen offenen Umgang mit dem Thema Krebs: „Ich habe gedacht, so locker wie wir damit umgehen, das könnte auf andere vielleicht positiv wirken und Vorbildcharakter haben. Wir klammern uns ja nicht an der Krankheit fest, sondern machen alles so nebenbei. Wenn ich an meine Zeit im Krankenhaus denke (in den 60er-Jahren arbeitete sie als Ärztin in einem Krankenhaus, Anm. d. Red.), da wurde den Leuten nicht direkt gesagt, dass sie Darmkrebs haben, der Begriff Krebs wurde immer vermieden. Das hat sich heute Gott sei Dank geändert.“

mol

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